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Zonisamid bei fokaler Epilepsie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Mehrheit der Menschen mit Epilepsie hat eine gute Prognose und kann mit einem einzigen Antiepileptikum gut eingestellt werden. Dennoch entwickeln bis zu 30 % eine pharmakoresistente Epilepsie, was insbesondere bei fokalen Anfällen auftritt.

Dieser Cochrane Review (2020) fasst die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien zusammen. Untersucht wird Zonisamid als Zusatztherapie bei fokaler Epilepsie, die durch ein oder mehrere begleitende Antiepileptika nicht ausreichend kontrolliert ist.

Ziel der Auswertung ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Zonisamid in dieser spezifischen Indikation zu bewerten. Die Ergebnisse basieren auf acht Studien mit insgesamt 1636 Teilnehmern.

Empfehlungen

Die Ergebnisse der Meta-Analyse lassen sich in folgende Kernpunkte unterteilen:

Wirksamkeit der Zusatztherapie

Der Review zeigt, dass Zonisamid im Vergleich zu Placebo die Anfallsfrequenz erfolgreicher um mindestens 50 % reduziert (moderate Vertrauenswürdigkeit).

Für die Dosierung von 300 bis 500 mg/Tag wird ein relatives Risiko (RR) von 1,90 für diese Anfallsreduktion angegeben. Die Number Needed to Treat (NNT) für ein zusätzliches vorteilhaftes Ergebnis liegt bei sechs.

Zudem weisen zwei der eingeschlossenen Studien auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hin.

Verträglichkeit und Therapieabbruch

Die Auswertung zeigt eine höhere Rate an Therapieabbrüchen unter Zonisamid im Vergleich zu Placebo. Für Dosierungen von 300 bis 500 mg/Tag liegt das relative Risiko für einen Abbruch bei 1,59 (moderate Vertrauenswürdigkeit).

Die Number Needed to Harm (NNH) für ein zusätzliches schädliches Ereignis, wie einen Therapieabbruch, wird mit 15 beziffert.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten laut der Meta-Analyse unter Zonisamid häufiger auf als unter Placebo:

  • Ataxie (RR 3,85; niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Somnolenz (RR 1,52; moderate Vertrauenswürdigkeit)

  • Agitation (RR 2,35; niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Anorexie (RR 2,74; niedrige Vertrauenswürdigkeit)

Limitationen der Evidenz

Die Autoren betonen, dass die maximale Phase mit stabiler Dosis in den Studien 18 Wochen betrug. Daher können die Ergebnisse nicht genutzt werden, um eine längerfristige Wirksamkeit bei der Anfallskontrolle zu bestätigen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht auf eine Monotherapie, andere Anfallsarten oder andere Epilepsiesyndrome übertragen werden können.

Dosierung

Der Review untersuchte verschiedene Dosierungsbereiche von Zonisamid als Zusatztherapie. Die folgenden Daten beziehen sich auf die Wahrscheinlichkeit einer mindestens 50%igen Reduktion der Anfallsfrequenz im Vergleich zu Placebo.

Zonisamid-DosisRelatives Risiko (50 % Anfallsreduktion)Evidenzgrad
100 - 500 mg/Tag1,86 (vs. Placebo)Moderat
300 - 500 mg/Tag1,90 (vs. Placebo)Moderat

Eine minimale effektive Dosis oder eine maximal tolerierte Dosis konnte in der Auswertung nicht abschließend identifiziert werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review ist die nachgewiesene Wirksamkeit von Zonisamid als Zusatztherapie auf einen Beobachtungszeitraum von maximal 18 Wochen beschränkt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Ergebnisse nicht auf eine Monotherapie oder andere Epilepsiesyndrome übertragen werden können. Zudem geht die Therapie mit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen wie Ataxie und Somnolenz einher.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass Zonisamid im Vergleich zu Placebo die Anfallsfrequenz signifikant häufiger um mindestens 50 % reduziert. Die Number Needed to Treat (NNT) für diesen therapeutischen Effekt liegt bei sechs.

Die Meta-Analyse identifiziert Ataxie, Somnolenz, Agitation und Anorexie als Nebenwirkungen, die unter Zonisamid häufiger auftreten als unter Placebo. Das Risiko für einen Therapieabbruch ist im Vergleich zu Placebo ebenfalls erhöht.

Die vorliegenden Daten des Reviews beziehen sich ausschließlich auf die Zusatztherapie bei unzureichender Kontrolle durch andere Antiepileptika. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse nicht auf eine Monotherapie übertragen werden können.

Die eingeschlossenen Studien evaluierten eine Phase mit stabiler Dosis von maximal 18 Wochen. Aussagen zur langfristigen Wirksamkeit der Anfallskontrolle über diesen Zeitraum hinaus lassen sich aus diesen Daten nicht ableiten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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