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Transkranielle Magnetstimulation bei Epilepsie: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epilepsie ist eine häufige neurologische Erkrankung. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet unter einer pharmakoresistenten Form, die mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einhergeht.

Für diese schwer zu behandelnden Epilepsien besteht ein Bedarf an sicheren, nicht-invasiven Alternativen zu chirurgischen Eingriffen. Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) nutzt elektromagnetische Spulen, um neuronale Aktivität zu modulieren.

Es wird angenommen, dass repetitive Impulse mit niedriger Frequenz (rTMS) eine hemmende Wirkung entfalten. Dadurch könnte die mit der Epilepsie assoziierte kortikale Übererregbarkeit reduziert werden.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2021) fasst die aktuelle Evidenz zur repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) bei Epilepsie zusammen. Aufgrund methodischer Unterschiede der eingeschlossenen Studien war keine Meta-Analyse möglich.

Evidenzbewertung der Endpunkte

Die nachfolgende Tabelle fasst die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz (GRADE) für die untersuchten klinischen Endpunkte zusammen:

EndpunktErgebnisse der rTMS-BehandlungVertrauenswürdigkeit (GRADE)
Anfallshäufigkeit (Reduktion)2 Studien signifikant, 6 Studien ohne UnterschiedNiedrig
Epileptiforme Entladungen im EEG3 von 4 Studien zeigten signifikante ReduktionNiedrig
LebensqualitätVerbesserung in 1 Studie (nur 7 Teilnehmer)Sehr niedrig

Klinische Wirksamkeit

Die Evidenz zur Reduktion der Anfallshäufigkeit durch rTMS wird als niedrig eingestuft. Zwei von acht Studien zeigten eine statistisch signifikante Reduktion der Anfallsrate, während sechs weitere Studien keinen signifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe ergaben.

Laut Review gibt es jedoch Hinweise darauf, dass rTMS epileptiforme Entladungen im EEG wirksam reduzieren kann. Die Datenlage zur Lebensqualität ist stark limitiert und beruht auf sehr kleinen Fallzahlen.

Implikationen für die Praxis

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass rTMS eine sichere Methode darstellt. Eine definitive Evidenz für die Wirksamkeit zur Anfallsreduktion bei fokaler, pharmakoresistenter Epilepsie fehlt jedoch weiterhin.

Zukünftige Studien sollten standardisierte Techniken etablieren und ausreichend gepowert sein. Es wird betont, dass Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Lebensqualität notwendig sind.

Kontraindikationen

Der Review dokumentiert folgende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der rTMS-Behandlung:

  • Kopfschmerzen (am häufigsten berichtet)

  • Schwindel und Tinnitus

  • Erhöhte Anfallshäufigkeit (in einer Studie bei zwei Personen beobachtet)

Es wurden keine signifikanten Änderungen des Bedarfs an antiepileptischer Medikation durch die Behandlung festgestellt.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die rTMS epileptiforme Entladungen im EEG signifikant reduzieren kann, übersetzt sich dies laut aktueller Datenlage nicht zwingend in eine verringerte klinische Anfallshäufigkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einzelnen Personen paradoxerweise eine Zunahme der Anfälle unter der Stimulation auftreten kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review fehlt bislang die definitive Evidenz für eine signifikante Reduktion der Anfallshäufigkeit. Während einige Studien positive Effekte zeigen, findet die Mehrzahl der Untersuchungen keinen signifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe.

Die Behandlung gilt allgemein als sicher, wobei Kopfschmerzen die häufigste Nebenwirkung darstellen. Seltener werden Schwindel, Tinnitus oder in Einzelfällen eine Zunahme der Anfallshäufigkeit berichtet.

Es gibt moderate Hinweise darauf, dass die rTMS epileptiforme Entladungen im EEG wirksam verringern kann. Drei von vier im Review analysierten Studien bestätigten diesen Effekt.

Die eingeschlossenen Studien zeigten keine signifikanten Veränderungen im Medikamentenverbrauch. Die rTMS wird in den Untersuchungen primär als Zusatztherapie evaluiert.

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Quelle: Cochrane Review: Transcranial magnetic stimulation for the treatment of epilepsy (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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