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Roboterassistierte Chirurgie in der Gynäkologie: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane-Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der roboterassistierten Chirurgie (RAS) in der Gynäkologie. Dabei wird die Methode mit der konventionellen laparoskopischen Chirurgie (CLS) sowie der offenen Chirurgie verglichen.

Die roboterassistierte Chirurgie ermöglicht es dem Operateur, den Eingriff von einer Computerkonsole aus zu steuern. Obwohl das Verfahren bereits häufig eingesetzt wird, ist die Evidenzlage bezüglich der klinischen Überlegenheit noch unklar.

Die Meta-Analyse umfasst 12 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 1016 Patientinnen. Die untersuchten Eingriffe umfassen hauptsächlich Hysterektomien und Sakrokolpopexien bei gutartigen und bösartigen Erkrankungen.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur roboterassistierten Chirurgie (RAS) im Vergleich zur konventionellen Laparoskopie (CLS) wie folgt zusammen:

Hysterektomie

Bei Hysterektomien zeigt sich laut den Autoren kaum ein Unterschied in den Komplikationsraten zwischen den beiden Operationsmethoden (niedrige Evidenzqualität). Dies betrifft sowohl intra- als auch postoperative Komplikationen sowie die Notwendigkeit von Bluttransfusionen.

Es konnte kein statistischer Unterschied zwischen gutartigen und bösartigen Erkrankungen festgestellt werden.

Sakrokolpopexie

Auch bei der Sakrokolpopexie gibt es Hinweise auf vergleichbare intraoperative Komplikationsraten. Allerdings deutet eine Studie mit niedriger Evidenzqualität darauf hin, dass postoperative Komplikationen bei der roboterassistierten Methode häufiger auftreten könnten.

Endometriose und offene Chirurgie

Für den Vergleich von RAS mit der offenen abdominalen Chirurgie sowie für Eingriffe bei Endometriose liegen laut Review nicht genügend Daten vor. Die geringen Fallzahlen lassen keine verlässlichen Aussagen zu möglichen Unterschieden zu.

Vergleich der Operationsparameter

Die Autoren fassen die Unterschiede in den operativen Abläufen zwischen RAS und CLS wie folgt zusammen:

EingriffOperationsdauer (RAS vs. CLS)Krankenhausaufenthalt (RAS vs. CLS)Komplikationsrate (RAS vs. CLS)
HysterektomieLänger bei RAS (+ ca. 41 Min.)Leicht kürzer bei RAS (- 0,3 Tage)Kein signifikanter Unterschied
SakrokolpopexieLänger bei RAS (+ ca. 40 Min.)Kein signifikanter UnterschiedPostoperativ potenziell höher bei RAS
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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass die roboterassistierte Chirurgie eine teure und stark anwenderabhängige Technologie ist. Bei der Indikationsstellung sollte berücksichtigt werden, dass die Operationsdauer bei roboterassistierten Eingriffen im Durchschnitt um etwa 40 Minuten verlängert ist, ohne dass bisher ein klarer Überlebensvorteil bei malignen Erkrankungen nachgewiesen werden konnte.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review gibt es bei Hysterektomien kaum Unterschiede in den Komplikationsraten zwischen roboterassistierter und konventioneller laparoskopischer Chirurgie. Die Evidenzqualität für diese Aussage wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Daten zeigen, dass die Operationsdauer bei roboterassistierten Eingriffen im Durchschnitt länger ist. Sowohl bei Hysterektomien als auch bei Sakrokolpopexien verlängert sich die OP-Zeit um etwa 40 Minuten.

Der Review stellt fest, dass die Evidenz für den Einsatz bei malignen Erkrankungen sehr unsicher ist. Es fehlen derzeit ausreichende Daten zu den Überlebensraten, um einen klaren Vorteil der roboterassistierten Methode zu belegen.

Bei Hysterektomien ist der Krankenhausaufenthalt nach einer roboterassistierten Operation laut den Studiendaten minimal kürzer (etwa 0,3 Tage). Bei Sakrokolpopexien konnte hingegen kein Unterschied in der Aufenthaltsdauer festgestellt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Robot-assisted surgery in gynaecology (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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