Ovarialkarzinom nach Fertilitätsmedikamenten: Cochrane
Hintergrund
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Fertilitätsmedikamenten und dem Risiko für Ovarialkarzinome. Die ovarielle Stimulation ist ein zentraler Bestandteil der Kinderwunschbehandlung bei Subfertilität.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen hormoneller Stimulation und der Entstehung von Malignomen des Ovars wird in der Fachwelt seit Langem kontrovers diskutiert. Ziel der Meta-Analyse war es, das Risiko für invasive Ovarialkarzinome sowie für Borderline-Tumoren des Ovars zu evaluieren.
Die Datengrundlage umfasst 13 Fall-Kontroll-Studien und 24 Kohortenstudien mit insgesamt über 4,6 Millionen Frauen. Aufgrund der methodischen und klinischen Heterogenität der eingeschlossenen Studien wurde auf eine gepoolte Meta-Analyse verzichtet. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.
Empfehlungen
Die Autoren des Reviews fassen die Ergebnisse zur ovariellen Stimulationstherapie wie folgt zusammen:
Invasives Ovarialkarzinom
Laut Review zeigen einzelne Kohortenstudien eine leicht erhöhte Inzidenz für invasive Ovarialkarzinome bei exponierten Frauen im Vergleich zu nicht exponierten Frauen. Das Risiko ist insbesondere bei Frauen erhöht, die nach der Einnahme von Clomifencitrat nulligravida bleiben.
Zu den spezifischen Beobachtungen der Studien gehören:
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Nulligravide Frauen nach Clomifen-Therapie weisen ein höheres Risiko auf als multipare Frauen.
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Bei ein bis drei In-vitro-Fertilisations-Zyklen (IVF) wird ein leichter, aber klinisch nicht signifikanter Risikoanstieg beschrieben.
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Bei Vorliegen einer BRCA-Mutation zeigt sich laut den Daten kein erhöhtes Risiko durch Fertilitätsmedikamente.
Borderline-Tumoren des Ovars
Für Borderline-Tumoren wird in mehreren Studien ein erhöhtes Risiko nach einer Kinderwunschbehandlung berichtet. Die Evidenzqualität wird jedoch für alle Endpunkte nach GRADE als sehr niedrig eingestuft.
| Substanz / Methode | Tumorentität | Beobachtetes Risiko |
|---|---|---|
| Clomifencitrat | Invasives Karzinom | Erhöht (insbesondere bei Nulligravidität) |
| Clomifencitrat | Borderline-Tumor | Deutlich erhöht |
| In-vitro-Fertilisation (IVF) | Borderline-Tumor | Erhöht (im Vergleich zu Non-IVF) |
| Progesteron (> 4 Zyklen) | Seröser Borderline-Tumor | Erhöht |
| Humanes Menopausengonadotropin | Borderline-Tumor | Erhöht |
Limitationen der Evidenz
Der Review betont, dass die absolute Anzahl an Krebserkrankungen in den Studien sehr gering ist. Zudem liegen oft unzureichende Informationen zur genauen Dosierung und Art der verwendeten Fertilitätsmedikamente vor. Es existiert keine Evidenz von moderater oder hoher Qualität zu dieser Fragestellung.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung über ovarielle Stimulationsbehandlungen sollte berücksichtigt werden, dass ein leicht erhöhtes Risiko für Ovarialkarzinome und Borderline-Tumoren bestehen könnte. Laut Cochrane Review betrifft dies insbesondere Frauen, die nach einer Clomifen-Therapie nullipar bleiben. Gleichzeitig kann darauf hingewiesen werden, dass die absolute Fallzahl in den Studien sehr gering ist und die aktuelle Evidenzqualität als sehr niedrig eingestuft wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es bei ein bis drei IVF-Zyklen einen leichten, aber klinisch nicht signifikanten Anstieg des Risikos für invasive Ovarialkarzinome. Für Borderline-Tumoren wird in einigen Studien ein erhöhtes Risiko im Vergleich zu unbehandelten Frauen berichtet.
Die Daten deuten auf ein leicht erhöhtes Risiko für invasive Karzinome und Borderline-Tumoren nach der Einnahme von Clomifencitrat hin. Dieses Risiko ist laut Review besonders bei Frauen erhöht, die trotz Behandlung nulligravida bleiben.
Der Review zitiert eine Kohorten- und eine Fall-Kontroll-Studie, die kein erhöhtes Risiko für invasive Ovarialkarzinome nach der Einnahme von Fertilitätsmedikamenten bei Frauen mit BRCA-Mutation zeigten. Die generelle Evidenzqualität zu diesem Thema ist jedoch sehr gering.
Die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz nach GRADE als sehr niedrig ein. Es wird betont, dass die absolute Anzahl an Krebserkrankungen in den Studien sehr klein ist und oft genaue Daten zur Dosierung fehlen.
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Quelle: Cochrane Review: Risk of ovarian cancer in women treated with ovarian stimulating drugs for infertility (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.