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Psychologische Therapien bei Migräne: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die mit einer hohen Krankheitslast und Einschränkungen im Alltag einhergeht. Medikamentöse Ansätze zur Prophylaxe oder Akutbehandlung sind oft kostenintensiv und nicht bei allen Betroffenen ausreichend wirksam.

Als alternative oder ergänzende Behandlungsstrategie wurden verschiedene psychologische Interventionen entwickelt. Ein Cochrane Review aus dem Jahr 2019 evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit dieser psychologischen Therapien zur Prävention von Migräne bei Erwachsenen.

Die Analyse schließt 21 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 2482 Teilnehmern ein. Untersucht wurden Personen mit chronischer oder episodischer Migräne, sowohl mit als auch ohne Aura. Die meisten Interventionen bestanden aus kognitiver Verhaltenstherapie oder Verhaltenstherapie.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Ergebnisse zu psychologischen Interventionen wie folgt zusammen:

Wirksamkeit nach Behandlungsende

  • Migränefrequenz: Es zeigt sich kein Nachweis für einen Effekt auf die Anzahl der Migräneattacken oder Migränetage (sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Responder-Rate: Der Anteil der Personen mit einer Reduktion der Migränefrequenz um mehr als 50 % war in der Interventionsgruppe höher (54 % vs. 24 %, sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Weitere Parameter: Auf Migräneintensität, Medikamentenverbrauch, Stimmung, Lebensqualität und migränebedingte Einschränkungen konnte kein Effekt nachgewiesen werden.

Langzeiteffekte und Sicherheit

Laut den Autoren der Meta-Analyse liegen nur wenige Daten zum Langzeitverlauf (Follow-up von 4 bis 11 Monaten) vor. Zu diesem Zeitpunkt konnte kein Effekt der psychologischen Therapien auf die untersuchten Endpunkte mehr festgestellt werden.

Bezüglich unerwünschter Ereignisse lassen die Daten keine verlässlichen Rückschlüsse zu. Die gemeldeten Raten unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen, jedoch berichteten nur zwei Studien überhaupt über dieses Outcome.

Übersicht der Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die primären und sekundären Endpunkte unmittelbar nach Behandlungsende zusammen:

EndpunktEffekt der psychologischen TherapieEvidenzqualität
MigränefrequenzKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
Responder-Rate (> 50 % Reduktion)Erhöht (54 % vs. 24 %)Sehr niedrig
MigräneintensitätKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
MedikamentenverbrauchKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
LebensqualitätKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig

Die Autoren stufen die Evidenz aller eingeschlossenen Studien als sehr niedrig ein. Gründe hierfür sind ein hohes Verzerrungsrisiko (Bias), kleine Teilnehmerzahlen sowie Mängel in der Berichterstattung der Primärstudien.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass psychologische Therapien zur Migräneprophylaxe zwar kurzfristig die Responder-Rate erhöhen können, die zugrundeliegende Evidenz jedoch sehr schwach ist. Es wird darauf hingewiesen, dass verlässliche Daten zu Langzeiteffekten und zur Sicherheit weitgehend fehlen. Bei der Aufklärung über nicht-medikamentöse Verfahren sollte diese unsichere Datenlage transparent kommuniziert werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keinen verlässlichen Nachweis, dass psychologische Interventionen die absolute Anzahl der Migräneattacken oder Migränetage reduzieren. Die Evidenzqualität hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

Kurzfristig zeigten in den Studien 54 % der behandelten Personen eine Reduktion der Migränefrequenz um mindestens die Hälfte, verglichen mit 24 % in der Kontrollgruppe. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Ergebnisse auf einer sehr schwachen Datenbasis beruhen.

Der Review fand keine Belege für einen langfristigen Effekt psychologischer Therapien. Bei Nachbeobachtungen nach 4 bis 11 Monaten ließen sich keine Unterschiede mehr zur Kontrollgruppe feststellen.

Die Meta-Analyse konnte keinen Effekt der psychologischen Interventionen auf den Medikamentenverbrauch nachweisen. Auch hier ist die Qualität der zugrundeliegenden Studien sehr gering, sodass keine sicheren Aussagen getroffen werden können.

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Quelle: Cochrane Review: Psychological therapies for the prevention of migraine in adults (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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