CochraneIa2024

Psychedelika bei lebensbedrohlichen Erkrankungen: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2024) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Psychedelika-assistierten Therapie bei Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen. Diese Patientengruppe leidet häufig unter Angstzuständen, Depressionen und existenzieller Not.

Die Behandlung dieser psychischen Belastungen am Lebensende ist oft herausfordernd, da herkömmliche Antidepressiva oder Psychotherapien nicht immer ausreichend wirken oder zu zeitintensiv sind. Die Psychedelika-assistierte Therapie kombiniert die Einnahme von Substanzen unter medizinischer Aufsicht mit vorbereitenden und integrativen psychotherapeutischen Sitzungen.

Untersucht wurden klassische Psychedelika wie Psilocybin und LSD sowie MDMA im Vergleich zu einem aktiven Placebo. Die Forschung in diesem Bereich nimmt zu, obwohl die Substanzen in den meisten Ländern derzeit noch illegal sind.

Empfehlungen

Der Review fasst die aktuelle Evidenz zur Psychedelika-assistierten Therapie in folgenden Kernbereichen zusammen:

Klassische Psychedelika (Psilocybin und LSD)

Laut den Autoren kann eine Therapie mit klassischen Psychedelika im Vergleich zu Placebo zu einer Verringerung von Angst und Depression führen (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Hinsichtlich weiterer Endpunkte zeigt die Auswertung:

  • Eine Linderung von existenzieller Not (Demoralisierung) ist möglich, die Datenlage ist jedoch uneinheitlich und sehr unsicher.

  • Die Lebensqualität wird möglicherweise verbessert.

  • Es können spirituell bedeutsame Erfahrungen induziert werden.

MDMA-assistierte Therapie

Für die Anwendung von MDMA ("Ecstasy") liegen deutlich weniger Daten vor. Die Auswirkungen auf Angstzustände und Depressionen im Vergleich zu Placebo werden als sehr unsicher eingestuft.

Existenzielle Not und Spiritualität wurden in den MDMA-Studien nicht untersucht. Eine Verbesserung der Lebensqualität konnte nicht nachgewiesen werden.

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

In den eingeschlossenen Studien wurden keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (Grad 3 oder 4) gemeldet. Die Therapie scheint unter medizinischer Aufsicht gut verträglich zu sein.

Es traten jedoch leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen auf:

  • Bei klassischen Psychedelika: erhöhter Blutdruck, Übelkeit, Angstzustände, emotionaler Stress und Pseudohalluzinationen.

  • Bei MDMA: Angstzustände, Mundtrockenheit, Kieferpressen und Kopfschmerzen.

Diese Symptome klangen in der Regel nach dem Nachlassen der Substanzwirkung oder innerhalb einer Woche ab.

Einschränkungen der Evidenz

Die Autoren betonen, dass die methodische Qualität der Studien limitiert ist. Ein Hauptproblem stellt die fehlende Verblindung dar, da die psychoaktiven Effekte für die Teilnehmenden meist offensichtlich sind.

Zudem sind die Stichprobengrößen gering. Die Ergebnisse sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden, da zukünftige, größere Studien die Einschätzungen verändern könnten.

Vergleich der untersuchten Substanzen

Die folgende Tabelle fasst die beobachteten Effekte und Nebenwirkungen gemäß dem Review zusammen:

SubstanzklasseWirkung auf Angst/DepressionWirkung auf existenzielle NotHäufige Nebenwirkungen
Klassische Psychedelika (Psilocybin, LSD)Mögliche Verringerung (niedrige Evidenz)Mögliche Linderung (sehr unsichere Evidenz)Blutdruckanstieg, Übelkeit, Pseudohalluzinationen
MDMASehr unsichere EvidenzNicht untersuchtMundtrockenheit, Kieferpressen, Kopfschmerzen
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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass ein sorgfältiges Screening auf Risikofaktoren unerlässlich ist, falls diese Therapien in einem medizinischen Setting angewendet werden. Es wird betont, dass Personen mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Organinsuffizienzen oder höherem Alter in den bisherigen Studien ausgeschlossen waren. Die Sicherheit in diesen Gruppen ist daher nicht belegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review kann eine Therapie mit klassischen Psychedelika wie Psilocybin zu einer Verringerung von Depressionen führen. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch aufgrund methodischer Einschränkungen als niedrig eingestuft.

Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. Zu den leichten bis mittelschweren Nebenwirkungen zählen laut Review erhöhter Blutdruck, Übelkeit, Angstzustände und Pseudohalluzinationen, die nach Wirkende abklingen.

Der aktuelle Review liefert hierzu keine Daten. In den eingeschlossenen Studien zur MDMA-assistierten Therapie wurde der Endpunkt der existenziellen Not nicht untersucht.

Die Autoren nennen als Hauptgründe die geringen Stichprobengrößen und das hohe Verzerrungsrisiko durch fehlende Verblindung. Da die psychoaktive Wirkung spürbar ist, wissen die Teilnehmenden meist, ob sie das Verum oder ein Placebo erhalten haben.

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Quelle: Cochrane Review: Psychedelic-assisted therapy for treating anxiety, depression, and existential distress in people with life-threatening diseases (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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