Point-of-Care-Tests bei HIV: Cochrane Review
Hintergrund
Die Überwachung der antiretroviralen Therapie (ART) bei Menschen mit HIV erfordert regelmäßige Bestimmungen der Viruslast. Bisher werden diese Tests meist in zentralen Laboren durchgeführt, was mit langen Wartezeiten und hohem apparativem Aufwand verbunden ist.
Point-of-Care (POC)-Tests bieten eine patientennahe, schnelle und kostengünstige Alternative. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die diagnostische Genauigkeit dieser Schnelltests im Vergleich zu etablierten Laborverfahren.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur diagnostischen Genauigkeit von Point-of-Care-Tests (POC) bei der HIV-Viruslastbestimmung zusammen. Die Auswertung basiert auf Daten von über 10.000 Teilnehmern.
Diagnostische Genauigkeit
Die Autoren des Reviews bewerteten die Testgenauigkeit primär anhand des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen klinischen Schwellenwerts von ≥ 1000 Kopien/mL. Bei diesem Schwellenwert zeigen die POC-Tests eine sehr hohe diagnostische Güte.
Die gepoolten Ergebnisse für den Schwellenwert von ≥ 1000 Kopien/mL stellen sich wie folgt dar:
| Parameter | Gepoolter Wert | 95 %-Konfidenzintervall |
|---|---|---|
| Sensitivität | 96,6 % | 94,8 % bis 97,8 % |
| Spezifität | 95,7 % | 90,8 % bis 98,0 % |
Evaluierte Testsysteme
In den eingeschlossenen Studien wurden verschiedene kommerziell erhältliche POC-Testsysteme untersucht. Die Auswertung umfasste folgende Systeme:
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Xpert HIV-1 Viral Load Test
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SAMBA HIV-1 Semi-Q Test
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Alere Q NAT Prototype Assay für HIV-1
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m-PIMA HIV-1/2 Viral Load Test
Probenmaterial und Setting
Die Mehrheit der Evaluationen nutzte Blutplasma als Probenmaterial, während ein kleinerer Teil Vollblut verwendete. Die Tests wurden sowohl in patientennahen, peripheren Laboren als auch in zentralen Referenzlaboren durchgeführt.
Als Einschränkung der Evidenz wird ein unklarer Bias-Risiko-Status in vielen Studien aufgrund unvollständiger Berichterstattung genannt. Dennoch schlussfolgern die Autoren, dass POC-Tests zuverlässig hohe Viruslasten erkennen können.
💡Praxis-Tipp
Point-of-Care-Tests zur Bestimmung der HIV-Viruslast bieten eine verlässliche Alternative zu klassischen Laboruntersuchungen, insbesondere zur Erkennung einer Viruslast von ≥ 1000 Kopien/mL. Es wird darauf hingewiesen, dass die Tests sowohl mit Plasma als auch mit Vollblut durchgeführt werden können, wobei Plasma in den Studien am häufigsten verwendet wurde.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review weisen die Tests bei einem Schwellenwert von ≥ 1000 Kopien/mL eine hohe Genauigkeit auf. Die gepoolte Sensitivität liegt bei 96,6 %, die Spezifität bei 95,7 %.
Die Auswertung orientiert sich primär an dem von der WHO empfohlenen klinischen Schwellenwert. Dieser liegt bei ≥ 1000 Kopien/mL.
In den untersuchten Studien kam überwiegend Blutplasma zum Einsatz. Einige Evaluationen zeigten jedoch auch die erfolgreiche Nutzung von Vollblutproben.
Es wurden primär kommerziell verfügbare Systeme evaluiert. Dazu gehören unter anderem der Xpert HIV-1 Viral Load Test und der SAMBA HIV-1 Semi-Q Test.
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Quelle: Cochrane Review: Point-of-care viral load tests to detect high HIV viral load in people living with HIV/AIDS attending health facilities (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.