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Gewichtszunahme bei Schizophrenie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Antipsychotikainduzierte Gewichtszunahme ist ein sehr häufiges Problem bei Menschen mit Schizophrenie. Sie ist mit einer deutlich erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert.

Um diesem Problem zu begegnen, können zusätzliche pharmakologische Interventionen notwendig sein. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Wirksamkeit solcher medikamentösen Ansätze zur Prävention der Gewichtszunahme.

Insgesamt wurden 17 randomisierte kontrollierte Studien mit 1388 Teilnehmenden in die Meta-Analyse eingeschlossen. Untersucht wurden unter anderem Metformin, Topiramat, H2-Antagonisten und Monoamin-Modulatoren im Vergleich zu Placebo oder einer Standardversorgung.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen pharmakologischen Interventionen zusammen:

Wirksamkeit der untersuchten Wirkstoffe

Die Meta-Analyse zeigt unterschiedliche Effekte der untersuchten Medikamente auf das Körpergewicht. Die Evidenzqualität wird für alle Interventionen als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Wirkstoffklasse (Beispiele)Effekt auf GewichtszunahmeEvidenzgrad
MetforminWirksam (mittlere Differenz -4,03 kg)Niedrig
H2-Antagonisten (Nizatidin, Famotidin, Ranitidin)Leicht wirksam (mittlere Differenz -1,32 kg)Niedrig
Monoamin-Modulatoren (Reboxetin, Fluoxetin)Leicht wirksam (mittlere Differenz -1,89 kg)Niedrig
TopiramatNicht wirksamSehr niedrig

Reboxetin und klinisch relevante Gewichtsveränderung

In einer Einzelstudie zu Reboxetin zeigte sich ein positiver Effekt auf klinisch relevante Gewichtszunahmen. Es erlebten signifikant weniger Behandelte eine Gewichtszunahme von mehr als 5 % oder 7 % ihres Körpergewichts im Vergleich zur Placebogruppe (sehr niedrige Evidenz).

Nebenwirkungen und Therapieabbruch

Bezüglich der Verträglichkeit ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den medikamentösen Behandlungsgruppen und Placebo.

  • Die Häufigkeit von Übelkeit war in den Gruppen vergleichbar.

  • Die Rate der vorzeitigen Studienabbrüche unterschied sich nicht signifikant.

  • Diese Ergebnisse sind aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.

Limitationen der Evidenz

Die Autoren des Reviews betonen die methodischen Einschränkungen der eingeschlossenen Studien, welche die Aussagekraft limitieren.

  • Die meisten Studien wiesen sehr kleine Stichprobengrößen auf.

  • Die Behandlungsdauer war in der Regel kurz.

  • Methoden zur Verdeckungszuteilung und Verblindung wurden oft unzureichend berichtet.

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💡Praxis-Tipp

Der Review identifiziert Metformin als die vielversprechendste pharmakologische Option zur Prävention einer antipsychotikainduzierten Gewichtszunahme. Die Autoren betonen jedoch, dass die aktuelle Evidenzbasis aufgrund kleiner Stichproben und kurzer Studiendauern stark limitiert ist. Zukünftige, ausreichend gepowerte Langzeitstudien werden als notwendig erachtet, um die Sicherheit und Wirksamkeit abschließend zu beurteilen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review zeigt Metformin die beste Evidenz zur Prävention einer antipsychotikainduzierten Gewichtszunahme. Auch H2-Antagonisten und Monoamin-Modulatoren können einen leichten präventiven Effekt haben.

Die Meta-Analyse konnte keine Wirksamkeit von Topiramat zur Prävention der Gewichtszunahme nachweisen. Die Evidenzqualität für diese spezifische Aussage wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

In den untersuchten Studien reduzierte Metformin die Gewichtszunahme im Vergleich zu Placebo um durchschnittlich 4,03 Kilogramm. Zudem zeigte sich eine signifikant geringere Zunahme des Body-Mass-Index (BMI).

Der Review fand keine signifikanten Unterschiede bezüglich Übelkeit oder vorzeitigen Studienabbrüchen zwischen den Verum- und Placebogruppen. Diese Daten basieren allerdings auf einer sehr niedrigen Evidenzqualität und sind daher unsicher.

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Quelle: Cochrane Review: Pharmacological interventions for prevention of weight gain in people with schizophrenia (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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