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Pessare bei Beckenorganprolaps: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Beckenorganprolaps (Senkungszustände des Genitales) betrifft etwa 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens. Typische Symptome umfassen ein vaginales Fremdkörpergefühl, Schmerzen sowie urologische, intestinale und sexuelle Beschwerden.

Vaginalpessare sind passive mechanische Vorrichtungen aus Silikon, Polyvinylchlorid oder Latex. Sie werden häufig als Erstlinientherapie eingesetzt, um vorgefallene Organe in ihrer anatomischen Position zu stützen.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit von Pessaren im Vergleich zu keiner Behandlung oder Beckenbodentraining (PFMT). Die Evidenz basiert auf vier randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 478 Patientinnen.

Empfehlungen

Die Ergebnisse des Reviews zeigen unterschiedliche Evidenzgrade für die verschiedenen Therapieansätze. Es konnten folgende zentrale Erkenntnisse abgeleitet werden:

Monotherapie mit Pessaren

Laut Review ist die Evidenz für den alleinigen Einsatz von Pessaren im Vergleich zu keiner Behandlung oder zu alleinigem Beckenbodentraining unzureichend. Es bleibt unklar, ob eine reine Pessar-Therapie zu einer signifikanten Linderung der Prolapssymptome führt (sehr niedrige bis niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Pessare im Vergleich zu alleinigem Beckenbodentraining das Risiko für unerwünschte Ereignisse deutlich erhöhen können. Dazu zählen vermehrter Vaginalausfluss, Harninkontinenz sowie Erosionen der Vaginalwand.

Kombinationstherapie

Die Kombination aus Pessar und Beckenbodentraining zeigt die vielversprechendsten Ergebnisse. Der Review stellt folgende Effekte im Vergleich zu alleinigem Beckenbodentraining fest:

  • Wahrscheinliche Verbesserung der wahrgenommenen Prolapssymptome (moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

  • Wahrscheinliche Steigerung der prolapsspezifischen Lebensqualität

  • Möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko für krankhafte vaginale Blutungen und de novo Miktionsbeschwerden

Übersicht der Therapieeffekte

VergleichEffekt auf ProlapssymptomeUnerwünschte EreignisseEvidenzgrad (GRADE)
Pessar vs. keine BehandlungUnsicherer EffektKeine Evidenz verfügbarSehr niedrig
Pessar vs. Beckenbodentraining (PFMT)Unsicherer EffektStark erhöhtes Risiko (Ausfluss, Erosionen)Niedrig
Pessar + PFMT vs. PFMT alleinWahrscheinliche VerbesserungMöglicherweise leicht erhöhtes RisikoModerat (Symptome) / Niedrig (Nebenwirkungen)
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💡Praxis-Tipp

Laut dem Review bietet die alleinige Verordnung eines Pessars eine unsichere Evidenzbasis bezüglich der Symptomlinderung. Es wird stattdessen nahegelegt, Pessare additiv zu einem strukturierten Beckenbodentraining einzusetzen, da diese Kombination die Lebensqualität der Patientinnen wahrscheinlich am besten verbessert. Gleichzeitig wird eine Aufklärung über mögliche unerwünschte Ereignisse wie Vaginalausfluss oder Schleimhauterosionen empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass die alleinige Wirksamkeit von Pessaren im Vergleich zu keiner Behandlung oder Beckenbodentraining unsicher ist. Eine Kombination aus Pessar und Beckenbodentraining führt jedoch wahrscheinlich zu einer signifikanten Symptomverbesserung.

Laut den Studienergebnissen kann es zu vermehrtem Vaginalausfluss, de novo Miktionsbeschwerden, Harninkontinenz sowie Erosionen oder Irritationen der Vaginalwand kommen. Das Risiko für diese unerwünschten Ereignisse ist im Vergleich zu reinem Beckenbodentraining erhöht.

Die Evidenz spricht für eine Kombinationstherapie. Der Review stellt fest, dass ein Pessar in Kombination mit Beckenbodentraining der alleinigen Physiotherapie hinsichtlich der prolapsspezifischen Lebensqualität überlegen ist.

Die am häufigsten verwendeten Pessare werden aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen, Silikon oder Latex hergestellt. Sie fungieren als passive mechanische Vorrichtungen, die in die Vagina eingeführt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Pessaries (mechanical devices) for managing pelvic organ prolapse in women (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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