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Pneumothorax beim Neugeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Pneumothorax tritt in der Neonatalperiode häufiger auf als in jeder anderen Lebensphase. Er ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität bei Neugeborenen assoziiert.

Zur Behandlung stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung. Dies sind die Nadelpunktion, welche mit einer Spritze oder einem Angiokatheter durchgeführt wird, sowie die Einlage einer interkostalen Thoraxdrainage.

Die Thoraxdrainage wird typischerweise im vorderen Pleuraspalt platziert. Sie wird anschließend mit einem Heimlich-Ventil oder einem Wasserschloss mit kontinuierlichem Sog verbunden. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Nadelpunktion im Vergleich zur interkostalen Thoraxdrainage beim neonatalen Pneumothorax.

Mortalität und Komplikationen

Laut Review gibt es keine signifikanten Unterschiede in der Mortalität zwischen den beiden Verfahren. Dies gilt sowohl für die sofortige Entfernung der Nadel nach der Punktion als auch für das Belassen der Nadel in situ.

Auch bei den verfahrensbedingten Komplikationen zeigten sich in den untersuchten Studien keine Unterschiede.

Vermeidung einer Thoraxdrainage

Die Nadelpunktion kann die Notwendigkeit einer anschließenden Thoraxdrainage reduzieren. Der Review hebt folgende Ergebnisse hervor:

  • Bei sofortiger Entfernung der Nadel nach der Punktion benötigten 30 % der Neugeborenen keine anschließende Thoraxdrainage.

  • Wenn der Angiokatheter in situ belassen wurde, war bei keinem der untersuchten Neugeborenen (0 von 36) eine anschließende Thoraxdrainage erforderlich.

Evidenzbewertung

Die Autoren des Reviews betonen, dass die Qualität der Evidenz insgesamt sehr niedrig ist. Es liegen nur zwei randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 142 Säuglingen vor.

Daher wird die Evidenz als unzureichend eingestuft, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Verfahren abschließend zu beurteilen. Es mangelt zudem an Daten zu weiteren klinisch relevanten Endpunkten.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass eine primäre Nadelpunktion bei einem neonatalen Pneumothorax die Anlage einer invasiveren Thoraxdrainage in vielen Fällen überflüssig machen kann. Dennoch wird betont, dass die aktuelle Studienlage für eine abschließende Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit noch unzureichend ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz, um die Überlegenheit der Nadelpunktion oder der Thoraxdrainage eindeutig zu belegen. Beide Verfahren zeigten in den untersuchten Studien keine signifikanten Unterschiede bei der Mortalität.

Der Review zeigt, dass eine Nadelpunktion den Bedarf an einer Thoraxdrainage reduzieren kann. In den Studien benötigten 30 % der Neugeborenen nach einer einfachen Punktion mit sofortiger Nadelentfernung keine weitere Drainage.

Wenn der Angiokatheter in situ belassen wurde, war laut den Studiendaten bei keinem der Neugeborenen eine anschließende Thoraxdrainage erforderlich. Die Gesamtqualität dieser Evidenz wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

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Quelle: Cochrane Review: Needle aspiration versus intercostal tube drainage for pneumothorax in the newborn (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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