CochraneIa2023

Motivational Interviewing bei Sucht: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Substanzkonsumstörungen stellen weltweit ein erhebliches gesundheitliches Problem dar, von dem schätzungsweise 30 bis 35 Millionen Menschen betroffen sind. Zur Behandlung werden verschiedene therapeutische Ansätze eingesetzt.

Das Motivational Interviewing (MI) ist eine klientenzentrierte Methode. Sie zielt darauf ab, die Motivation und das Engagement für ein spezifisches Ziel zu stärken, indem Gründe für eine Veränderung exploriert und Ambivalenzen in einer akzeptierenden Atmosphäre aufgelöst werden.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktuellen Cochrane Reviews. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit von MI auf das Ausmaß des Substanzkonsums, die Veränderungsbereitschaft und den Verbleib in der Behandlung.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysierte 93 randomisiert-kontrollierte Studien mit über 22.000 Teilnehmenden. Die Interventionen umfassten ein bis neun Sitzungen mit einer Dauer von 10 bis 148 Minuten.

Vergleich der Interventionen

Die Autoren verglichen die Effekte des Motivational Interviewing mit verschiedenen Kontrollgruppen hinsichtlich der Reduktion des Substanzkonsums:

VergleichsgruppeEffekt auf SubstanzkonsumEvidenzgrad
Keine InterventionGeringe bis moderate Reduktion (kurzfristig)Niedrig bis sehr niedrig
Assessment und FeedbackLeichte Reduktion (mittel- bis langfristig)Moderat
Treatment as usual (TAU)Kein bis minimaler UnterschiedNiedrig bis sehr niedrig
Andere aktive InterventionKein UnterschiedNiedrig

Weitere Endpunkte

Neben dem reinen Substanzkonsum wurden weitere Parameter untersucht:

  • Laut den Autoren hat MI einen unklaren Effekt auf die Veränderungsbereitschaft der Betroffenen.

  • Der Verbleib in der Behandlung (Retention) wird durch MI im Vergleich zu keiner Intervention möglicherweise leicht verbessert, die Evidenz hierfür ist jedoch sehr niedrig.

  • Gegenüber anderen aktiven Interventionen oder der Standardbehandlung zeigt sich kein Unterschied in der Behandlungsretention.

Methodische Einschränkungen

Die Autoren betonen, dass die eingeschlossenen Studien eine hohe Heterogenität in Bezug auf die Teilnehmenden, die konsumierten Substanzen und die genauen Interventionen aufweisen. Es wird darauf hingewiesen, dass zukünftige, qualitativ hochwertige Studien die aktuellen Schlussfolgerungen wahrscheinlich verändern werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review zeigt das Motivational Interviewing (MI) vor allem im Vergleich zu keiner Intervention oder reinem Assessment kurz- bis mittelfristige Vorteile. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass MI gegenüber anderen etablierten, aktiven Therapieformen oder der Standardbehandlung keinen signifikanten Zusatznutzen bezüglich der Reduktion des Substanzkonsums bietet.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass MI den Substanzkonsum im Vergleich zu keiner Intervention kurzfristig reduzieren kann. Im Vergleich zu anderen aktiven Therapien zeigt sich jedoch kaum ein Unterschied.

In den analysierten Studien variierte die Anwendung stark. Es wurden ein bis neun Sitzungen durchgeführt, wobei die Dauer der einzelnen Termine zwischen 10 und 148 Minuten lag.

Laut der Meta-Analyse ist es unklar, ob MI einen signifikanten Effekt auf die Veränderungsbereitschaft hat. Die vorliegende Evidenz für diesen Endpunkt wird als sehr niedrig bis niedrig eingestuft.

Die Autoren schlussfolgern, dass MI im Vergleich zur Standardbehandlung keinen oder nur einen minimalen Unterschied auf den Substanzkonsum hat. Auch beim Verbleib in der Therapie zeigte sich kein Vorteil.

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Quelle: Cochrane Review: Motivational interviewing for substance use reduction (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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