Melatonin bei Krebstherapie: Cochrane Review
Hintergrund
Der Erhalt der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist ein zentraler Aspekt in der onkologischen Versorgung. Melatonin wird häufig eingesetzt, um behandlungsbedingte Nebenwirkungen und Krebssymptome zu lindern sowie den zirkadianen Rhythmus zu regulieren.
Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2025 untersucht die Evidenz zu den potenziellen positiven Effekten von Melatonin. Der Fokus liegt dabei auf der Lebensqualität und dem Schlaf bei erwachsenen Krebspatienten.
In die systematische Übersichtsarbeit wurden 30 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 5093 Teilnehmern eingeschlossen. Die meisten dieser Studien weisen laut den Autoren jedoch ein hohes Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) auf.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenzlage zu Melatonin als Begleittherapie in der Onkologie zusammen.
Lebensqualität und Schlaf
Laut Review ist die Evidenz hinsichtlich der Wirkung von Melatonin auf die Lebensqualität und den Schlaf nach drei Monaten sehr unsicher. Es können derzeit keine verlässlichen Schlussfolgerungen gezogen werden (sehr niedrige Evidenzqualität). Auch bei der topischen Anwendung von Melatonin bleibt der Effekt auf die Lebensqualität unklar.
Symptomlinderung und Nebenwirkungen
Die Übersichtsarbeit bewertet die Effekte von Melatonin auf verschiedene behandlungsassoziierte Symptome. Die Ergebnisse variieren je nach Vergleichsgruppe und untersuchtem Endpunkt:
| Vergleich | Endpunkt | Effekt | Evidenzqualität |
|---|---|---|---|
| Melatonin + Standard vs. Placebo + Standard | Lebensqualität & Schlaf | Sehr unsicherer Effekt | Sehr niedrig |
| Melatonin + Standard vs. Standard | Fatigue | Wahrscheinliche Reduktion | Moderat |
| Melatonin + Standard vs. Standard | Übelkeit | Mögliche Reduktion | Niedrig |
Klinische Bewertung
Die Autoren betonen, dass die Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Melatonin als Zusatztherapie derzeit nicht eindeutig getroffen werden kann. Dies wird mit der unzureichenden Datenlage und dem hohen Verzerrungsrisiko der bisherigen Studien begründet.
💡Praxis-Tipp
Obwohl Melatonin bei Krebspatienten häufig zur Verbesserung von Schlaf und Lebensqualität nachgefragt wird, weist der Review darauf hin, dass es hierfür keine belastbare Evidenz gibt. Ein potenzieller klinischer Nutzen zeigt sich laut den Autoren am ehesten in der Reduktion von Fatigue unter laufender Standardtherapie. Es wird hervorgehoben, dass die generelle Empfehlung von Melatonin aufgrund der schwachen Studienlage kritisch hinterfragt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Evidenz für eine Verbesserung des Schlafs durch Melatonin sehr unsicher. Die Autoren können aufgrund der schwachen Datenlage keine verlässlichen Schlüsse ziehen.
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass Melatonin als Ergänzung zur Standardtherapie wahrscheinlich das Auftreten von Fatigue reduziert. Dies wird mit einer moderaten Evidenzqualität bewertet.
Es gibt derzeit keine belastbaren Beweise dafür, dass Melatonin die gesundheitsbezogene Lebensqualität nach drei Monaten signifikant verbessert. Die vorliegenden Studien weisen laut Review ein zu hohes Verzerrungsrisiko auf.
Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen wie Kopfschmerzen oder Schwindel ist laut Review sehr unsicher oder unzureichend. Es wird jedoch vermutet, dass Melatonin behandlungsbedingte Übelkeit möglicherweise verringern kann.
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Quelle: Cochrane Review: Melatonin in cancer treatment (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.