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Schädel-Hirn-Trauma: Cochrane-Review zur Temperaturkontrolle

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist weltweit eine der Hauptursachen für Tod und Behinderung. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass eine erhöhte Körpertemperatur bei Betroffenen mit einem ungünstigen Krankheitsverlauf assoziiert ist.

In präklinischen Modellen zeigte sich, dass eine moderate Temperatursenkung auf 35 °C bis 37,5 °C zu besseren biochemischen und histopathologischen Ergebnissen führt als eine stärkere Kühlung auf 33 °C bis 35 °C.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane-Reviews. Die Übersichtsarbeit untersucht, ob pharmakologische oder physikalische Interventionen zur Temperatursenkung auf 35 °C bis 37,5 °C bei hospitalisierten Personen mit SHT einen klinischen Nutzen haben.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review bewertet die aktuelle Studienlage zur Temperaturkontrolle bei Schädel-Hirn-Trauma.

Eingeschlossene Evidenz

Laut Review konnte nur eine einzige randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit 41 erwachsenen Personen in die Analyse eingeschlossen werden. In dieser Studie wurde eine pharmakologische Intervention untersucht:

  • Intravenöse Gabe von Paracetamol (1 g) im Vergleich zu Placebo

  • Verabreichung in vierstündigen Intervallen über 72 Stunden

  • Die Studie wies ein hohes Risiko für selektive Berichterstattung auf

Klinische Endpunkte

Die Übersichtsarbeit stellt fest, dass die Evidenz bezüglich der 28-Tage-Mortalität von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit ist. Es bleibt unklar, ob die intravenöse Gabe von Paracetamol die Sterblichkeit beeinflusst.

Zentrale Endpunkte wurden in der eingeschlossenen Studie nicht berichtet. Dazu zählen laut Review:

  • Anzahl der Personen mit schlechtem klinischen Ausgang (Tod oder Pflegebedürftigkeit)

  • Auftreten von weiteren intrakraniellen oder extrakraniellen Blutungen

  • Abnormer intrakranieller Druck

  • Pneumonien oder andere schwere Infektionen

Forschungsbedarf

Der Review schlussfolgert, dass die aktuelle Unsicherheit primär auf mangelnde Forschung zurückzuführen ist. Es wird betont, dass zukünftige Studien verstärkt patientenrelevante Endpunkte erfassen sollten, wie etwa Nebenwirkungen von Medikamenten oder Beschwerden durch physikalische Kühlmethoden.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane-Review verdeutlicht, dass es derzeit keine belastbare Evidenz für den routinemäßigen Einsatz von Paracetamol oder physikalischen Maßnahmen zur gezielten Temperatursenkung auf 35 °C bis 37,5 °C bei einem Schädel-Hirn-Trauma gibt. Es wird darauf hingewiesen, dass der wahre Effekt dieser Interventionen erheblich von den bisherigen, sehr unsicheren Schätzungen abweichen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Übersichtsarbeit evaluiert Interventionen, die auf eine Reduktion der Körpertemperatur auf 35 °C bis 37,5 °C abzielen. Präklinische Daten legten nahe, dass dieser Bereich vorteilhafter sein könnte als eine tiefere Kühlung.

Laut Review gibt es für diese Indikation aktuell nur Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit. Es lässt sich nicht sicher sagen, ob intravenöses Paracetamol die Mortalität oder andere klinische Endpunkte positiv beeinflusst.

Es konnte keine abgeschlossene Studie zu physikalischen Interventionen in die Hauptanalyse eingeschlossen werden. Eine identifizierte Studie zu Oberflächenkühlsystemen lag lediglich als Abstract vor und lieferte unzureichende Details für eine Auswertung.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions to reduce body temperature to 35 ⁰C to 37 ⁰C in adults and children with traumatic brain injury (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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