Morcellation bei Myomen: In-Bag vs. Power-Morcellation
Hintergrund
Uterusmyome sind die häufigsten benignen Beckentumoren bei Frauen. Die laparoskopische Myomektomie gilt als chirurgischer Goldstandard für Patientinnen, die ihre Fertilität oder ihren Uterus erhalten möchten.
Um große Gewebestücke minimalinvasiv zu bergen, wird die Morcellation (Zerkleinerung) eingesetzt. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass benignes Gewebe oder unerkannt maligne Zellen im Abdomen verstreut werden.
Die Rate unerwarteter Leiomyosarkome bei vermeintlich benignen Myomen liegt bei etwa 1 zu 2000. Um eine Gewebedissemination zu verhindern, wurde die In-Bag-Morcellation als Sicherheitsstrategie entwickelt.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 vergleicht die In-Bag manuelle Morcellation mit der ungeschützten intraabdominellen Power-Morcellation. Die Evidenz basiert auf zwei randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 176 prämenopausalen Frauen.
Komplikationen und Sicherheit
In den eingeschlossenen Studien traten in keiner der beiden Gruppen intraoperative Komplikationen auf. Es wurden keine Verletzungen von Darm, Leber oder Gefäßen sowie keine Risse des Bergebeutels berichtet.
Auch Konversionen zur Laparotomie oder postoperative Diagnosen eines Leiomyosarkoms blieben in beiden Gruppen aus.
Operationszeiten und Handhabung
Die Ergebnisse zur gesamten Operationszeit und zur Einfachheit der Morcellation sind laut Review inkonklusiv. Die reine Morcellationszeit war in der In-Bag-Gruppe geringfügig länger.
Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität bleibt der tatsächliche Effekt auf die Operationszeiten jedoch ungewiss.
Vergleich der Verfahren
| Parameter | In-Bag manuelle Morcellation | Ungeschützte Power-Morcellation |
|---|---|---|
| Technik | Extrakorporal manuell im Beutel | Intrakorporal maschinell ohne Beutel |
| Morcellationszeit | Geringfügig länger | Kürzer als Referenz |
| Komplikationen | Keine Ereignisse in Studien | Keine Ereignisse in Studien |
| Sarkom-Diagnosen | Keine Ereignisse in Studien | Keine Ereignisse in Studien |
Evidenzbewertung
Die Autoren betonen, dass die aktuelle Datenlage zur Wirksamkeit und Sicherheit der In-Bag-Morcellation stark limitiert ist. Die vorhandenen Studien waren primär auf die Operationszeit ausgelegt.
Sie waren nicht ausreichend gepowert, um seltene Ereignisse wie Komplikationen oder Sarkome zu erfassen. Die Evidenzqualität wurde insgesamt als sehr niedrig eingestuft.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review zeigt, dass bisherige Studien nicht ausreichend gepowert sind, um einen signifikanten Sicherheitsvorteil der In-Bag-Morcellation bezüglich seltener Komplikationen oder einer Sarkom-Dissemination statistisch zu belegen. Es wird darauf hingewiesen, dass die reine Morcellationszeit bei der manuellen In-Bag-Technik geringfügig länger ausfallen kann. Die klinische Relevanz dieses Unterschieds bleibt aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität jedoch unklar.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review liegt die geschätzte Rate eines unerwarteten Leiomyosarkoms bei Eingriffen wegen vermeintlich benigner Myome bei etwa 1 zu 2000.
Die reine Morcellationszeit war in den untersuchten Studien bei der In-Bag-Methode geringfügig länger. Die Ergebnisse zur Gesamtoperationszeit waren jedoch inkonklusiv und die Evidenzqualität wird als sehr niedrig eingestuft.
In den eingeschlossenen Studien des Reviews wurden weder bei der Power-Morcellation noch bei der In-Bag-Methode intraoperative Komplikationen berichtet. Die Studien waren jedoch zu klein, um seltene Komplikationen sicher zu erfassen.
Die Zerkleinerung des Gewebes innerhalb eines Bergebeutels soll die Streuung von benignem Gewebe oder unerkannten malignen Zellen im Abdomen verhindern. Der klinische Beweis für diesen Vorteil steht laut Review aufgrund fehlender großer Studien noch aus.
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Quelle: Cochrane Review: In-bag manual versus uncontained power morcellation for laparoscopic myomectomy (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.