Zucker und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cochrane Review
Hintergrund
Ein hoher Konsum von zugesetztem Zucker wird häufig mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Reduktion der Zuckeraufnahme gilt als ein möglicher Ansatz zur Primärprävention in der Allgemeinbevölkerung.
Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Effekte eines hohen im Vergleich zu einem niedrigen Konsum von zugesetztem Zucker. Zielgruppe der analysierten Studien waren gesunde Erwachsene ohne vorbestehenden Diabetes mellitus oder kardiovaskuläre Erkrankungen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews. Es wurden 21 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 1110 Teilnehmern und einer durchschnittlichen Dauer von 14 Wochen eingeschlossen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Studienlage zur Primärprävention zusammen und kommt zu folgenden Kernergebnissen:
Harte klinische Endpunkte
Laut der Meta-Analyse gibt es keine Studien, die den Effekt von zugesetztem Zucker auf kardiovaskuläre Ereignisse oder die Gesamtmortalität untersuchen. Die Evidenz zu diesen primären Endpunkten fehlt gänzlich.
Effekte auf kardiovaskuläre Risikofaktoren
Die Analyse zeigt, dass eine geringere Aufnahme von zugesetztem Zucker nur minimale Auswirkungen auf verschiedene Risikofaktoren hat. Die klinische Relevanz dieser kleinen Effekte wird von den Autoren als ungewiss eingestuft.
| Risikofaktor | Effekt bei geringer Zuckeraufnahme | Evidenzqualität (GRADE) |
|---|---|---|
| Gesamtcholesterin | Minimaler Effekt | Niedrig |
| Triglyceride | Minimaler Effekt | Niedrig |
| LDL- und HDL-Cholesterin | Kein Nachweis eines Effekts | Niedrig |
| Systolischer Blutdruck | Minimaler Effekt | Niedrig |
| Diastolischer Blutdruck | Minimaler Effekt | Niedrig |
| Nüchternblutzucker | Kein Nachweis eines Effekts | Niedrig |
Schlussfolgerungen für die Praxis
Aufgrund der unsicheren und qualitativ niedrigen Evidenz (GRADE) lassen sich keine starken neuen Empfehlungen ableiten. Der Review verweist darauf, zur Reduktion von zugesetztem Zucker die bestehenden allgemeinen Ernährungsempfehlungen zu befolgen.
Für zukünftige Studien wird eine längere Beobachtungszeit gefordert. Zudem wird betont, dass zukünftige Untersuchungen unabhängiger von Industriefinanzierungen sein sollten.
💡Praxis-Tipp
Bei der Beratung zur Primärprävention sollte beachtet werden, dass die aktuelle Studienlage keinen direkten Beweis für eine Reduktion harter kardiovaskulärer Endpunkte durch reinen Zuckerverzicht liefert. Die messbaren Effekte auf Blutdruck und Lipide sind laut Cochrane Review minimal und von unklarer klinischer Relevanz. Dennoch wird weiterhin die Einhaltung allgemeiner Ernährungsrichtlinien empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine randomisiert-kontrollierten Studien, die den Effekt von zugesetztem Zucker auf kardiovaskuläre Ereignisse oder die Gesamtmortalität belegen. Die Evidenz für diese harten Endpunkte fehlt gänzlich.
Die Meta-Analyse zeigt nur einen minimalen Effekt einer reduzierten Zuckeraufnahme auf den systolischen und diastolischen Blutdruck. Die klinische Relevanz dieser geringen Senkung wird als ungewiss eingestuft.
Es wurde ein minimaler Effekt auf das Gesamtcholesterin und die Triglyceride festgestellt. Für das LDL- und HDL-Cholesterin konnte der Review keinen Nachweis eines Effekts durch eine reduzierte Zuckeraufnahme finden.
Die Qualität der Evidenz wird nach GRADE-Kriterien durchgehend als niedrig bewertet. Die Autoren bemängeln kurze Beobachtungszeiten von durchschnittlich 14 Wochen und ein unklares Verzerrungsrisiko in vielen Studien.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: High versus low-added sugar consumption for the primary prevention of cardiovascular disease (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.