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Grüner Tee zur Krebsprävention: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Grüner Tee (Camellia sinensis) gehört weltweit zu den am häufigsten konsumierten Getränken. Er enthält Polyphenole, insbesondere Katechine, welche als starke Antioxidantien wirken.

In experimentellen Laborstudien zeigten diese Verbindungen das Potenzial, die Proliferation von Krebszellen zu hemmen. Darauf aufbauend untersuchten zahlreiche epidemiologische Studien einen möglichen krebspräventiven Effekt.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) fasst die Evidenz aus 142 Studien zusammen. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen dem Konsum von grünem Tee und der Krebsinzidenz sowie der krebsbedingten Mortalität zu bewerten.

Empfehlungen

Die Autoren des Reviews formulieren basierend auf der Meta-Analyse folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit:

Ergebnisse aus experimentellen Studien (RCTs)

In den experimentellen Studien mit Grüntee-Extrakt zeigte sich keine signifikante Risikoreduktion mit ausreichender Evidenz. Die Ergebnisse für spezifische Krebsarten basieren auf Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit (low-certainty evidence).

KrebsartRelatives Risiko (RR)95% KonfidenzintervallEvidenzgrad
Prostatakarzinom0,500,18 bis 1,36Niedrig
Gynäkologische Tumoren1,500,41 bis 5,48Niedrig
Heller Hautkrebs1,000,06 bis 15,92Niedrig

Zudem wurde in drei experimentellen Studien eine leichte Verbesserung der Lebensqualität unter der Einnahme von Grüntee-Extrakten im Vergleich zu Placebo beobachtet.

Ergebnisse aus Beobachtungsstudien

Die Auswertung der nicht-experimentellen Studien mit über 1,1 Millionen Teilnehmern ergab ebenfalls keine eindeutigen Belege für einen präventiven Effekt. Beim Vergleich des höchsten mit dem niedrigsten Grüntee-Konsum zeigten sich folgende Resultate:

  • Gesamte Krebsinzidenz: RR 0,83 (95% CI 0,65 bis 1,07; niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Krebsbedingte Mortalität: RR 0,99 (95% CI 0,91 bis 1,07; niedrige Vertrauenswürdigkeit)

Widersprüchliche Datenlage

Der Review betont stark widersprüchliche Ergebnisse je nach Studiendesign. Bei Speiseröhrenkrebs, Prostatakrebs, Tumoren der Harnwege und Leukämie zeigte sich in Kohortenstudien ein erhöhtes Risiko, während Fall-Kontroll-Studien ein verringertes Risiko oder keinen Unterschied aufwiesen.

Zudem wird die Übertragbarkeit der Daten eingeschränkt, da die Mehrheit der Studien in asiatischen Populationen mit traditionell hohem Grüntee-Konsum durchgeführt wurde.

Kontraindikationen

Der Review weist auf Nebenwirkungen hin, die insbesondere bei der Einnahme von hochdosierten Grüntee-Extrakten auftreten können. Zu den dokumentierten unerwünschten Wirkungen zählen:

  • Gastrointestinale Beschwerden

  • Erhöhung der Leberenzyme

  • Schlaflosigkeit (selten)

  • Blutdruckanstieg (selten)

  • Hautreaktionen und subkutane Reaktionen (selten)

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die aktuelle Evidenzlage einen präventiven Nutzen von grünem Tee gegen Krebs nicht belegt. Zudem wird hervorgehoben, dass insbesondere hochdosierte Grüntee-Extrakte als Nahrungsergänzungsmittel mit relevanten Nebenwirkungen wie einer Erhöhung der Leberenzyme assoziiert sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine verlässliche Evidenz dafür, dass der Konsum von grünem Tee das allgemeine Krebsrisiko oder die krebsbedingte Mortalität senkt. Die bisherigen Studienergebnisse sind stark widersprüchlich.

In den ausgewerteten randomisierten Studien zeigte sich eine Tendenz zur Risikoreduktion, das Konfidenzintervall war jedoch nicht signifikant. Die Autoren stufen die Evidenz für diesen Effekt als sehr niedrig ein.

Der Review dokumentiert bei der Einnahme von Extrakten gastrointestinale Störungen und erhöhte Leberwerte. Seltener wurden Schlaflosigkeit, Blutdruckanstiege und Hautreaktionen beobachtet.

Die Übertragbarkeit wird im Review als eingeschränkt bewertet. Die meisten eingeschlossenen Studien stammen aus asiatischen Populationen, die sich in ihren Trinkgewohnheiten und genetischen Voraussetzungen unterscheiden können.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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