CochraneIa2021

Absencen bei Kindern: Cochrane Review zu Antiepileptika

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem systematischen Cochrane Review (2021) zur Behandlung von typischen Absencen bei Kindern und Jugendlichen. Absencen sind kurze epileptische Anfälle, die durch einen plötzlichen Bewusstseinsverlust gekennzeichnet sind.

Im Elektroenzephalogramm (EEG) zeigen sich dabei typischerweise generalisierte Spike-Wave-Entladungen mit einer Frequenz von drei Zyklen pro Sekunde. Zur medikamentösen Therapie werden primär Ethosuximid, Valproat und Lamotrigin eingesetzt.

Ziel des Reviews war es, die Evidenz für die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser drei Antiepileptika zu bewerten. Die Schlussfolgerungen stützen sich maßgeblich auf eine große, randomisierte und doppelblinde kontrollierte Studie mit 453 neu diagnostizierten Kindern.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der verfügbaren Evidenz klare Präferenzen für die initiale Monotherapie bei kindlichen Absencen.

Vergleich der Antiepileptika

In der entscheidenden Vergleichsstudie wurde die Anfallsfreiheit nach 12 Monaten sowie die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen untersucht. Es zeigte sich eine Überlegenheit von Ethosuximid und Valproat gegenüber Lamotrigin in der Wirksamkeit.

MedikamentAnfallsfreiheit (12 Monate)Therapieabbrüche (Nebenwirkungen)Bewertung laut Review
Ethosuximid45 %25 %Optimale initiale Monotherapie
Valproat44 %33 %Alternative, höchste Nebenwirkungsrate
Lamotrigin21 %20 %Geringste Wirksamkeit, beste Verträglichkeit

Wahl der Initialtherapie

Für die klinische Praxis ergeben sich laut Review folgende Empfehlungen zur Medikamentenwahl:

  • Ethosuximid wird als optimale initiale empirische Monotherapie für Kinder und Jugendliche mit Absencen eingestuft, da es das beste Verhältnis aus Wirksamkeit und Verträglichkeit bietet.

  • Valproat wird als Mittel der Wahl empfohlen, wenn neben den Absencen gleichzeitig generalisierte tonisch-klonische Anfälle auftreten.

  • Der Einsatz von Ethosuximid bei koexistierenden tonisch-klonischen Anfällen wird nicht empfohlen, da der Wirkstoff hierbei wahrscheinlich ineffektiv ist.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei der Wahl des Antiepileptikums ist laut Cochrane Review zwingend auf das Vorhandensein von generalisierten tonisch-klonischen Anfällen zu achten. Während Ethosuximid bei isolierten Absencen die optimale Wahl darstellt, ist es bei koexistierenden tonisch-klonischen Anfällen wirkungslos. In diesen Fällen wird primär Valproat empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review stellt Ethosuximid die optimale initiale Monotherapie dar. Es bietet im Vergleich zu anderen Wirkstoffen die beste Balance aus Anfallsfreiheit und Verträglichkeit.

Die Auswertung zeigt, dass Lamotrigin mit einer Anfallsfreiheit von 21 Prozent nach 12 Monaten signifikant schwächer wirkt als Ethosuximid oder Valproat. Es weist jedoch die geringste Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen auf.

Valproat wird als primäre Therapie empfohlen, wenn bei dem Kind neben den Absencen auch generalisierte tonisch-klonische Anfälle auftreten. Der Review weist darauf hin, dass Ethosuximid bei tonisch-klonischen Anfällen nicht wirksam ist.

In der vom Review zitierten Hauptstudie wies Valproat mit 33 Prozent die höchste Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von intolerablen Nebenwirkungen auf. Dies war signifikant höher als bei Ethosuximid oder Lamotrigin.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Ethosuximide, sodium valproate or lamotrigine for absence seizures in children and adolescents (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien