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Frühe Kortikoide bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die bronchopulmonale Dysplasie (BPD) stellt eine schwerwiegende Komplikation bei extrem frühgeborenen Säuglingen dar. Eine anhaltende Entzündung der Lunge gilt als wesentlicher Faktor in der Pathogenese dieser Erkrankung.

Systemische Kortikosteroide werden aufgrund ihrer stark entzündungshemmenden Wirkung zur Vorbeugung oder Behandlung der BPD eingesetzt. Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht den Nutzen und die Risiken einer frühen systemischen Kortikosteroidgabe.

Als frühe Behandlung wird hierbei ein Therapiebeginn innerhalb der ersten sechs Lebenstage bei Frühgeborenen mit hohem BPD-Risiko definiert. Die Meta-Analyse schließt 32 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 4395 Säuglingen ein.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende zentrale Erkenntnisse zur frühen systemischen Kortikosteroidgabe:

Wirksamkeit und Nutzen

Laut Review reduziert die frühe systemische Gabe von Kortikosteroiden insgesamt das Risiko für eine bronchopulmonale Dysplasie (BPD) sowie den kombinierten Endpunkt aus Mortalität oder BPD (hohe bis moderate Evidenz). Zu den kurzfristigen Vorteilen zählt zudem eine frühere Extubation der Säuglinge.

Es zeigen sich jedoch deutliche substanzspezifische Unterschiede in der Wirkung und den Risiken:

WirkstoffEffekt auf BPDEffekt auf MortalitätRisiko für ZerebralpareseRisiko für Darmperforation
DexamethasonSignifikante ReduktionKein EffektSignifikant erhöhtSignifikant erhöht
HydrocortisonKein signifikanter EffektSignifikante ReduktionKein EffektSignifikant erhöht

Unerwünschte Wirkungen

Die Autoren betonen, dass die frühe Kortikosteroidgabe mit erheblichen kurz- und langfristigen Risiken verbunden ist. Neben den in der Tabelle genannten schweren Komplikationen treten weitere Nebenwirkungen auf.

Zu den kurzfristigen Komplikationen zählen laut Meta-Analyse gastrointestinale Blutungen, Hyperglykämie und Hypertonie.

Klinische Schlussfolgerung

Der Review schlussfolgert, dass der Nutzen einer frühen systemischen Kortikosteroidgabe die potenziellen und realen Nebenwirkungen möglicherweise nicht aufwiegt. Es wird dargelegt, dass der routinemäßige frühe Einsatz, insbesondere von Dexamethason, zur BPD-Prävention eingeschränkt werden sollte.

Hydrocortison wird als potenziell vielversprechender bewertet, da es die Mortalität senkt, ohne das Risiko für Zerebralparesen zu erhöhen. Dennoch wird auch hier auf das erhöhte Risiko für gastrointestinale Perforationen hingewiesen.

Kontraindikationen

Der Cochrane Review formuliert deutliche Warnhinweise bezüglich der unerwünschten Wirkungen:

  • Die frühe Gabe von Dexamethason erhöht das Risiko für eine Zerebralparese signifikant (hohe Evidenz).

  • Sowohl Dexamethason als auch Hydrocortison erhöhen das Risiko für Darmperforationen (hohe Evidenz).

Aufgrund dieser Risiken wird vor dem routinemäßigen frühen Einsatz von systemischen Kortikosteroiden zur BPD-Prävention gewarnt.

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💡Praxis-Tipp

Laut Cochrane Review ist bei der frühen systemischen Kortikosteroidgabe zur BPD-Prävention streng zwischen den Wirkstoffen zu differenzieren. Während Dexamethason das BPD-Risiko senkt, geht es mit einem signifikant erhöhten Risiko für Zerebralparesen einher. Hydrocortison hingegen zeigt kein erhöhtes Risiko für Zerebralparesen und kann die Mortalität senken, birgt jedoch wie Dexamethason die Gefahr gastrointestinaler Perforationen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review reduziert die frühe systemische Gabe von Kortikosteroiden das Risiko für eine bronchopulmonale Dysplasie (BPD). Dieser Effekt ist jedoch primär auf Dexamethason zurückzuführen, während Hydrocortison hierbei kaum Wirkung zeigt.

Der Review warnt vor erheblichen Nebenwirkungen wie gastrointestinalen Perforationen, Blutungen, Hyperglykämie und Hypertonie. Zudem erhöht insbesondere Dexamethason das langfristige Risiko für Zerebralparesen signifikant.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Dexamethason zwar BPD verhindert, aber das Risiko für Zerebralparesen erhöht. Hydrocortison senkt hingegen die Mortalität ohne das Zerebralparese-Risiko zu steigern, weshalb es als potenziell vielversprechenderer Ansatz gilt.

Der vorliegende Review untersucht explizit die frühe Gabe innerhalb der ersten sechs Lebenstage. Aufgrund der ungünstigen Nutzen-Risiko-Bilanz wird jedoch generell empfohlen, den frühen Einsatz zur reinen BPD-Prävention einzuschränken.

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Quelle: Cochrane Review: Early (< 7 days) systemic postnatal corticosteroids for prevention of bronchopulmonary dysplasia in preterm infants (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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