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Aspirin bei Schizophrenie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schizophrenie ist eine schwere chronische psychische Erkrankung. Es gibt zunehmend Hinweise, dass Entzündungsprozesse im Gehirn an der Pathophysiologie beteiligt sind.

Herkömmliche Antipsychotika sind nicht bei allen Betroffenen vollständig wirksam. Daher werden neue, kostengünstige Therapieansätze gesucht.

Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR). Es besitzt Eigenschaften, die den proinflammatorischen Status des Gehirns hemmen können, und wird daher als mögliche Zusatz- oder Monotherapie untersucht.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Evidenz für den Einsatz von Aspirin als Zusatztherapie zu Standard-Antipsychotika. Die Autoren betonen, dass die aktuelle Datenlage auf lediglich zwei kleinen Studien basiert.

Klinischer Gesamtzustand

Laut Review gibt es keinen klaren Unterschied zwischen der Aspirin- und der Placebo-Gruppe bezüglich des globalen Zustands. Die Evidenzqualität wird als sehr niedrig eingestuft.

Daten zu kognitiven Funktionen oder zur Lebensqualität wurden in den eingeschlossenen Studien nicht berichtet.

Psychischer Befund

Die Auswertung der mentalen Verfassung erfolgte mittels der Positive and Negative Symptom Scale (PANSS). Hier zeigte sich mittelfristig ein Vorteil für die Gruppe mit Aspirin-Zusatztherapie (mittlere Differenz -6,56).

Auch dieses Ergebnis basiert laut den Autoren auf einer sehr niedrigen Evidenzqualität.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Der Review berichtet über folgende Erkenntnisse zur Akzeptanz und Sicherheit:

  • Die Abbruchraten unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen.

  • Magenbeschwerden traten in beiden Gruppen auf, ohne deutlichen Unterschied in der Häufigkeit.

  • Veränderungen des Krankenhausaufenthalts lieferten uneindeutige Daten.

Schlussfolgerung

Die Autoren schlussfolgern, dass die aktuelle Evidenz schwach und nicht aussagekräftig ist. Es lassen sich keine klaren Schlüsse über den therapeutischen Nutzen von Aspirin bei Schizophrenie ziehen.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl erste Daten einen leichten positiven Effekt auf den psychischen Befund andeuten, warnt der Review vor einer Überbewertung. Die Evidenzqualität ist sehr niedrig und reicht für eine routinemäßige klinische Anwendung von Aspirin als Zusatztherapie bei Schizophrenie derzeit nicht aus.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass die aktuelle Datenlage zu schwach ist, um eine klare Aussage zu treffen. Es gibt lediglich sehr schwache Hinweise auf eine mittelfristige Verbesserung der Symptomatik.

In den untersuchten Studien wurden Magenbeschwerden berichtet. Die Häufigkeit unterschied sich jedoch nicht signifikant von der Placebo-Gruppe.

Laut Review liegen hierzu keine verwertbaren Daten vor. Die eingeschlossenen Studien untersuchten weder die kognitive Funktion noch die Lebensqualität der Teilnehmer.

Es gibt Hinweise, dass Entzündungsprozesse im Gehirn bei der Entstehung der Schizophrenie eine Rolle spielen. Aspirin könnte als entzündungshemmendes Medikament diesen Prozessen entgegenwirken.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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