StatPearls2026

Burning-Mouth-Syndrom (BMS): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Burning Mouth Syndrom (BMS) ist eine idiopathische Erkrankung, die durch brennende Schmerzen in einer klinisch unauffälligen Mundschleimhaut gekennzeichnet ist. Die Beschwerden müssen für mindestens vier bis sechs Monate bestehen, um die Diagnose stellen zu können.

Die Erkrankung betrifft überwiegend Frauen, insbesondere in der peri- und postmenopausalen Phase. Bei Personen unter 30 Jahren tritt das Syndrom nur sehr selten auf.

Die genaue Pathophysiologie ist nicht vollständig geklärt, wird jedoch als multifaktoriell beschrieben. Es wird ein Zusammenhang mit neuropathischen Veränderungen, psychologischen Faktoren wie Angststörungen und Depressionen sowie hormonellen Schwankungen vermutet.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Burning Mouth Syndroms (BMS).

Diagnostik und Evaluation

BMS ist eine Ausschlussdiagnose. Die Leitlinie fordert zwingend das Fehlen von oralen Läsionen für die Diagnosestellung.

Es wird ein strukturiertes Vorgehen empfohlen, das folgende Schritte umfasst:

  • Erhebung der Anamnese und Quantifizierung der Schmerzen

  • Untersuchung der Mundschleimhaut zum Ausschluss lokaler und systemischer Ursachen

  • Erfassung des psychologischen Status

  • Objektive Messung der Speichel- und Geschmacksfunktion

  • Neurologische Untersuchung und Bildgebung

  • Abstriche, Allergietests und Reflux-Diagnostik bei entsprechendem Verdacht

Eine Biopsie ist laut Leitlinie nicht indiziert, sofern die Zunge unauffällig erscheint.

Diagnostische Kriterien nach Scala

Die Diagnose stützt sich auf fünf klinische Hauptkriterien:

KriteriumBeschreibung
SchmerzcharakterTäglicher, tiefer und bilateraler brennender Schmerz
DauerMindestens 4 bis 6 Monate anhaltend
VerlaufKonstante oder zunehmende Schwere im Tagesverlauf
NahrungsaufnahmeKeine Verschlechterung, sondern Besserung beim Essen und Trinken
SchlafKeine Beeinträchtigung des Schlafes

Klassifikation nach Lamey und Lewis

Das BMS wird anhand der Schmerzfluktuation in drei Typen unterteilt:

TypSymptomatikMögliche Assoziation
Typ 1Morgens beschwerdefrei, Verschlechterung im TagesverlaufErnährungsmängel, endokrine Störungen (z. B. Diabetes mellitus)
Typ 2Symptome durchgehend über den gesamten TagChronische Angststörungen
Typ 3Intermittierende Symptome mit beschwerdefreien PhasenNahrungsmittelallergien

Therapieansätze

Die Behandlung erfordert oft mehrere Modalitäten. Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine vollständige Beschwerdefreiheit nicht immer erreichbar ist.

Neben der medikamentösen Therapie wird die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Schmerzbewältigung empfohlen. Auch die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) kann die Symptome lindern, wenngleich standardisierte Richtlinien hierfür noch fehlen.

Dosierung

Topische Medikamente

WirkstoffDosierung / AnwendungIndikation / Anmerkung
Clonazepam (topisch)1 mg Tablette 3-mal täglich lutschen (für 2 Wochen)Linderung der Brennschmerzen; Risiko der Abhängigkeit
Aloe Vera Gel (70 %)3-mal täglich in Kombination mit ZungenschutzKurzfristige Symptomlinderung

Systemische Medikamente

WirkstoffDosierung / AnwendungIndikation / Anmerkung
Clonazepam (systemisch)0,5 mg pro TagKurzzeittherapie zur Schmerzlinderung
Capsaicin (systemisch)0,25 % Kapseln 3-mal täglich für 4 WochenVorsicht wegen gastrointestinaler Nebenwirkungen
Trizyklische AntidepressivaInitial 5-10 mg täglich, langsame Steigerung auf 50 mgSchmerzmodulation; kann Xerostomie verstärken
Antipsychotika (z. B. Amisulprid)50 mg täglich für 24 WochenKurzzeittherapie bei guter Compliance

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von topischem Capsaicin bei empfindlichen Personen, da es initial zu einem verstärkten Brennen, Dyspepsie und toxischen Reaktionen kommen kann.

Systemisches Capsaicin sollte aufgrund möglicher gastrointestinaler Nebenwirkungen (Magenschmerzen) nur mit Vorsicht verschrieben werden.

Von der Verwendung topischer Anästhetika wie Lidocain wird abgeraten, da die Wirkdauer zu kurz ist, um einen therapeutischen Nutzen zu erzielen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass das Burning Mouth Syndrom eine reine Ausschlussdiagnose ist und bei sichtbaren oralen Läsionen nicht gestellt werden darf. Es wird ausdrücklich davon abgeraten, bei unauffälliger Zunge eine Biopsie durchzuführen. Zudem gilt topisches Lidocain aufgrund der nur sehr kurzzeitigen Wirkung als ineffektiv.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose wird klinisch gestellt, nachdem andere Ursachen für Mundschmerzen ausgeschlossen wurden. Laut Leitlinie müssen die brennenden Schmerzen in einer unauffälligen Mundschleimhaut für mindestens vier bis sechs Monate bestehen.

Die Leitlinie nennt ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker als mögliche Auslöser, da sie den Bradykinin-Spiegel erhöhen können. Auch antiretrovirale Medikamente, Levothyroxin und Topiramat werden mit den Symptomen in Verbindung gebracht.

Es wird empfohlen, auf eine Biopsie zu verzichten, wenn die Zunge und die Mundschleimhaut klinisch unauffällig erscheinen. Eine Biopsie ist laut Leitlinie nur bei sichtbaren Läsionen indiziert.

Die Leitlinie stuft topische Anästhetika wie Lidocain als ineffektiv ein. Der schmerzlindernde Effekt ist zu kurzfristig, um eine adäquate Besserung der chronischen Beschwerden zu erzielen.

Es besteht eine starke Assoziation mit chronischen Angststörungen, Depressionen und Stimmungsschwankungen. Daher wird die kognitive Verhaltenstherapie als wichtiger Baustein der multimodalen Behandlung empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Burning Mouth Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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