Xerostomie (Mundtrockenheit): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie definiert die Xerostomie als das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, welches häufig mit einer verminderten Speichelproduktion einhergeht. Als häufigste Ursachen werden Medikamentennebenwirkungen, Kopf-Hals-Bestrahlungen sowie das Sjögren-Syndrom genannt.
Pathophysiologisch blockieren viele Medikamente die muskarinischen oder adrenergen Rezeptoren der Speicheldrüsen. Bei einer Strahlentherapie kommt es zu einer Atrophie der Azinuszellen, während das Sjögren-Syndrom durch eine chronische lymphozytäre Infiltration und Fibrose gekennzeichnet ist.
Ein Mangel an Speichel erhöht das Risiko für zervikale Zahnkaries, Parodontitis, orale Candidiasis und Halitosis erheblich. Zudem wird die Lebensqualität durch Schluckbeschwerden und Geschmacksveränderungen stark eingeschränkt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung der Xerostomie:
Diagnostik
Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung gestellt. Es wird eine genaue Überprüfung der aktuellen Medikation empfohlen, da zahlreiche Wirkstoffklassen eine Mundtrockenheit auslösen können.
Zur objektiven Bestätigung einer Hyposalivation kann eine Sialometrie durchgeführt werden. Bei Verdacht auf systemische Ursachen wie Sarkoidose oder Amyloidose wird eine Biopsie der Speicheldrüsen angeraten.
Nicht-medikamentöse Therapie
Als Basistherapie empfiehlt die Leitlinie eine Anpassung der Lebensgewohnheiten. Dazu gehören:
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Regelmäßiges Trinken von kleinen Wasserschlucken
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Kauen von zuckerfreiem Kaugummi oder Lutschen von zuckerfreien Bonbons
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Vermeidung von Koffein, Tabak, Alkohol und trockenen Speisen
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Strikte Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen
Zusätzlich können lokale Maßnahmen wie künstlicher Speichel in Form von Sprays oder Gelen eingesetzt werden. Diese sind laut Leitlinie besonders vor den Mahlzeiten oder zur Nacht hilfreich, auch wenn ihre Wirkdauer begrenzt ist.
Medikamentöse Therapie
Bei unzureichender Besserung durch lokale Maßnahmen wird ein medikamentöser Therapieversuch empfohlen. Die Sialogoga Pilocarpin und Cevimelin sind hierfür zugelassen.
Die Leitlinie betont, dass für die Wirksamkeit dieser Medikamente eine gewisse Restfunktion der Speicheldrüsen vorhanden sein muss. Ein Therapieversuch sollte über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten erfolgen, um die klinische Wirksamkeit zu beurteilen.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die medikamentöse Therapie der Xerostomie:
| Wirkstoff | Dosierung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Pilocarpin | 5-10 mg, 3-mal täglich | Oral; stimuliert muskarinische Rezeptoren |
| Cevimelin | 30 mg, 3-mal täglich | Oral; stimuliert muskarinische Rezeptoren |
| Physostigmin | 1,8 mg als Gel | Topische Anwendung; Wirkdauer ca. 2 Stunden |
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor folgenden Nebenwirkungen bei der systemischen Therapie mit Sialogoga:
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Pilocarpin: Vermehrtes Schwitzen, Übelkeit und Rhinitis
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Cevimelin: Vermehrtes Schwitzen
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die Überprüfung der aktuellen Medikation der wichtigste erste Schritt bei der Evaluation einer Xerostomie, da Medikamentennebenwirkungen die häufigste Ursache darstellen. Es wird empfohlen, anticholinerge, antihypertensive oder antidepressive Wirkstoffe bei Verdacht auf eine medikamenteninduzierte Mundtrockenheit nach Möglichkeit anzupassen oder in Rücksprache mit der Apotheke abzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie weisen unter anderem Anticholinergika, Antidepressiva, Diuretika, Antihypertensiva und Antihistaminika eine Inzidenz von über 10 % für Mundtrockenheit auf. Es wird eine genaue Überprüfung der Medikation empfohlen.
Die Leitlinie nennt die Sialometrie als diagnostisches Verfahren. Eine Hyposalivation liegt vor, wenn der stimulierte Speichelfluss unter 0,5 bis 0,7 ml/min oder der unstimulierte Fluss unter 0,1 ml/min fällt.
Es wird empfohlen, regelmäßig Wasser zu trinken, zuckerfreien Kaugummi zu kauen und auf Koffein, Tabak sowie Alkohol zu verzichten. Zudem können künstliche Speichelersatzprodukte vor den Mahlzeiten oder zur Nacht angewendet werden.
Die Leitlinie betont, dass Medikamente wie Pilocarpin oder Cevimelin eine gewisse Restfunktion der Speicheldrüsen voraussetzen. Sie stimulieren die noch intakten Drüsenanteile zur Speichelproduktion.
Ein chronischer Speichelmangel begünstigt laut Leitlinie zervikale Zahnkaries, Parodontitis und orale Pilzinfektionen wie Candidiasis. Zudem kann die ständige Beeinträchtigung beim Essen und Sprechen zu Gewichtsverlust und depressiven Verstimmungen führen.
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Quelle: StatPearls: Xerostomia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.