StatPearls2026

Bakterielle Diarrhö: Diagnostik und Antibiotikatherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung der bakteriellen Diarrhö. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird eine Diarrhö als das Absetzen von weichen oder wässrigen Stühlen dreimal oder häufiger pro Tag definiert.

Während virale Infektionen die häufigste Ursache für akute Gastroenteritiden darstellen, erfordern bakterielle Erreger besondere Aufmerksamkeit. Zu den häufigsten bakteriellen Auslösern zählen Salmonella, Shigella, Campylobacter jejuni, Clostridioides difficile und Escherichia coli.

Eine genaue Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Genese ist entscheidend, um Komplikationen wie Sepsis oder ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) zu vermeiden. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer gezielten Diagnostik zur Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Laut Leitlinie ist eine routinemäßige Stuhldiagnostik bei unkomplizierter Diarrhö meist nicht erforderlich. Stuhluntersuchungen (Kultur oder PCR) werden jedoch bei schweren Verläufen, blutigen Stühlen, Fieber über 38,5 °C oder einer Symptomdauer von mehr als einer Woche empfohlen.

Auch bei Hochrisikogruppen wie Schwangeren, Personen über 70 Jahren oder Immunsupprimierten wird eine mikrobiologische Abklärung angeraten. Bei Verdacht auf C. difficile wird ein zweistufiges Testverfahren (NAAT gefolgt von EIA-Toxinnachweis) empfohlen.

Flüssigkeitstherapie und Ernährung

Die orale Rehydratationstherapie stellt die Basis der Behandlung dar. Intravenöse Flüssigkeitsgaben sind laut Leitlinie Patienten mit schwerer Hypovolämie oder fehlender oraler Toleranz vorbehalten.

Es wird empfohlen, nach ausreichender Rehydratation zeitnah wieder eine normale, nährstoffreiche Ernährung aufzunehmen. Strikte Diätbeschränkungen sind gemäß der Evidenzlage nicht erforderlich.

Medikamentöse Therapie

Eine empirische Antibiotikatherapie wird nur bei schweren Krankheitsbildern, blutiger Diarrhö mit Fieber oder bei Hochrisikopersonen empfohlen. Bei Verdacht auf Shiga-Toxin-bildende E. coli (STEC) rät die Leitlinie von Antibiotika ab, da diese das Risiko für ein hämolytisch-urämisches Syndrom erhöhen können.

Von der Gabe von Antimotilitätsmedikamenten (wie Loperamid) bei Kindern wird abgeraten. Bei Erwachsenen können diese laut Leitlinie mit Vorsicht eingesetzt werden, sofern kein Fieber oder blutiger Stuhl vorliegt.

Dosierung

Empirische Antibiotikatherapie bei Erwachsenen

IndikationMedikamentDosierung
Empirisch (mit/ohne Dysenterie)Azithromycin1 g Einmaldosis ODER 500 mg täglich für 3 Tage
Empirisch (Alternative)Ciprofloxacin750 mg Einmaldosis ODER 500 mg 2x täglich für 3-5 Tage
Empirisch (Alternative)Levofloxacin500 mg Einmaldosis ODER 500 mg 1x täglich für 3-5 Tage

Erregerspezifische Therapie bei Erwachsenen

Erreger / IndikationMedikamentDosierung
C. difficileFidaxomicin oder VancomycinTherapiedauer 10 Tage
Listeria monocytogenes (Schwangere)Ampicillin2 g intravenös alle 4 Stunden
Listeria monocytogenes (>65 Jahre / Immunsupprimierte)Amoxicillin500 mg 3x täglich für 7 Tage
Shigella (schwerer Verlauf / Resistenzrisiko)Imipenem500 mg intravenös alle 6 Stunden

Spezifische Therapie bei Kindern

Erreger / IndikationMedikamentDosierung
C. difficile (leicht/mittelschwer)Vancomycin (oral)40 mg/kg/Tag (max. 125 mg/Dosis) in 4 Dosen für 10 Tage
C. difficile (Alternative)Metronidazol (oral)30 mg/kg/Tag (max. 500 mg/Dosis) in 4 Dosen für 10 Tage
Listeria monocytogenes (>3 Monate)Amoxicillin25-50 mg/kg/Tag (max. 500 mg/Dosis) alle 8 Stunden

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Antibiotika bei Infektionen mit Shiga-Toxin-bildenden E. coli (STEC), da dies das Risiko für ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) erhöht.

Der Einsatz von Antimotilitätsmedikamenten (wie Loperamid) und Antiemetika wird bei Kindern nicht empfohlen. Bei Patienten mit Shigellose oder Dysenterie wird von Antimotilitätsmedikamenten abgeraten, da sie die Erkrankung verlängern können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist der Verzicht auf Antibiotika bei unkomplizierten Diarrhöen, um Resistenzen und Komplikationen wie das hämolytisch-urämische Syndrom bei STEC-Infektionen zu vermeiden. Es wird empfohlen, den Fokus primär auf die Beurteilung des Volumenstatus und eine konsequente orale Rehydratation zu legen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine Stuhldiagnostik bei schweren Verläufen, blutigen Stühlen, Fieber über 38,5 °C, einer Dauer von mehr als 7 Tagen oder bei Hochrisikopatienten indiziert. Bei unkomplizierten Verläufen ist sie meist nicht erforderlich.

Bei Erwachsenen wird empirisch häufig Azithromycin oder ein Fluorchinolon wie Ciprofloxacin empfohlen. Die Entscheidung zur Antibiose sollte jedoch streng abgewogen werden.

Bei Kindern und bei Patienten mit blutiger Diarrhö oder Shigellose wird von Motilitätshemmern abgeraten. Bei Erwachsenen ohne Fieber und ohne blutige Stühle können sie laut Leitlinie mit Vorsicht angewendet werden.

Die Leitlinie empfiehlt als Erstlinientherapie orales Fidaxomicin oder Vancomycin für 10 Tage. Metronidazol gilt als weniger wirksame Alternative.

Es wird empfohlen, nach erfolgreicher Rehydratation eine normale, nährstoffreiche Ernährung fortzusetzen. Strikte Diätvorgaben wie die BRAT-Diät (Bananen, Reis, Apfelmus, Toast) sind laut Leitlinie nicht durch ausreichende Evidenz belegt.

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Quelle: StatPearls: Bacterial Diarrhea (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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