IQWiG2020Hämatologie

Atypisches HUS: IQWiG-Bewertung zu Ravulizumab

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung untersucht den Wirkstoff Ravulizumab zur Behandlung des atypischen hämolytisch-urämischen Syndroms (aHUS). Die Zielgruppe umfasst Patienten ab einem Körpergewicht von 10 kg.

Dies gilt für Personen, die zuvor nicht mit Komplementinhibitoren behandelt wurden oder die bereits mindestens drei Monate Eculizumab erhielten und darauf ansprachen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Eculizumab festgelegt. Es wird vorausgesetzt, dass in beiden Behandlungsarmen unterstützende Maßnahmen durchgeführt werden.

Empfehlungen

Studienlage

Der Bewertung liegen keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zugrunde. Der pharmazeutische Unternehmer reichte stattdessen Daten aus einarmigen Studien ein.

Laut IQWiG fehlt es diesen Studien an Vergleichbarkeit aufgrund folgender Unterschiede:

  • Die Patientenpopulationen weisen unklare Differenzen auf.

  • Eine Plasmatherapie war in den Ravulizumab-Studien ausgeschlossen.

  • In den Eculizumab-Studien war eine Plasmatherapie hingegen erlaubt.

Zusatznutzen

Aufgrund der ungeeigneten Datenbasis lässt sich kein direkter Vergleich zwischen den beiden Wirkstoffen ziehen. Die beobachteten Effekte sind nicht ausreichend, um systematische Verzerrungen auszuschließen.

Das IQWiG kommt zu folgendem Schluss:

  • Ein Zusatznutzen von Ravulizumab gegenüber Eculizumab ist nicht belegt.

  • Dies gilt sowohl für therapienaive als auch für vorbehandelte Patienten.

Jahrestherapiekosten

Die reinen Arzneimittelkosten für Ravulizumab werden auf 71.838 bis 389.980 Euro pro Patient und Jahr geschätzt. Die Kosten für die Vergleichstherapie Eculizumab liegen zwischen 80.888 und 571.613 Euro.

Dosierung

Die Dosierung von Ravulizumab erfolgt körpergewichtsabhängig als intravenöse Infusion. Der Bericht zitiert folgendes Schema für die Initial- und Erhaltungsdosis:

KörpergewichtInitialdosis (Tag 1)Erhaltungsdosis (ab Tag 15)Intervall
10 bis < 20 kg600 mg600 mgalle 4 Wochen
20 bis < 30 kg900 mg2100 mgalle 8 Wochen
30 bis < 40 kg1200 mg2700 mgalle 8 Wochen
40 bis < 60 kg2400 mg3000 mgalle 8 Wochen
60 bis < 100 kg2700 mg3300 mgalle 8 Wochen
ab 100 kg3000 mg3600 mgalle 8 Wochen

Bei Patienten, die von Eculizumab auf Ravulizumab umgestellt werden, erfolgt die Initialdosis zwei Wochen nach der letzten Eculizumab-Infusion.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation ist das Risiko einer Meningokokkeninfektion ein wichtiges identifiziertes Risiko der Therapie. Vor Behandlungsbeginn ist eine Impfung gegen Meningokokken zwingend erforderlich.

Zudem fehlen bislang ausreichende Informationen zur Anwendung von Ravulizumab bei schwangeren und stillenden Frauen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Vor Beginn der Therapie mit Ravulizumab muss zwingend auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Meningokokken geachtet werden. Erfolgt die Impfung weniger als zwei Wochen vor der ersten Infusion, wird laut Fachinformation eine adäquate Antibiotikaprophylaxe für zwei Wochen nach der Impfung gefordert. Es wird empfohlen, Patienten engmaschig auf mögliche Infektionszeichen zu überwachen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Ravulizumab gegenüber Eculizumab nicht belegt. Dies wird mit dem Fehlen geeigneter vergleichender Studiendaten begründet.

Die Dosierung erfolgt körpergewichtsabhängig als intravenöse Infusion. Nach einer Initialdosis wird die Erhaltungsdosis bei Patienten ab 20 kg in der Regel alle 8 Wochen verabreicht.

Die reinen Arzneimittelkosten belaufen sich laut Bericht auf etwa 71.800 bis 390.000 Euro pro Jahr. Die genauen Kosten variieren stark in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten.

Es wird eine vorherige Impfung gegen Meningokokken gefordert. Bei Kindern sind in den Studien zusätzlich Impfungen gegen Haemophilus influenzae Typ b und Pneumokokken vorgesehen gewesen.

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Quelle: IQWiG A20-68: Ravulizumab (atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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