Atherosklerose: Risikofaktoren, Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Atherosklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Arterien und eine Hauptursache für kardiovaskuläre Mortalität. Der Prozess wird primär durch die Akkumulation von Low-Density-Lipoprotein (LDL) und eine aktive Entzündungsreaktion in der Gefäßwand angetrieben, insbesondere an Stellen mit gestörtem Blutfluss.
Zu den wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren zählen Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Nikotinabusus. Nicht-modifizierbare Faktoren umfassen ein höheres Lebensalter, männliches Geschlecht und eine positive Familienanamnese.
Die Pathophysiologie reicht von frühen Fettstreifen über fibröse Plaques bis hin zu vulnerablen Plaques mit dünner Kappe und nekrotischem Kern. Eine Ruptur oder Erosion dieser Plaques kann zu akuten thrombotischen Ereignissen wie einem Myokardinfarkt oder einem ischämischen Schlaganfall führen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung zur Atherosklerose formuliert folgende Kernempfehlungen:
Diagnostik und Screening
Zur initialen Risikostratifizierung wird eine laborchemische Bestimmung des Lipidprofils (insbesondere LDL-Cholesterin) und des Nüchternblutzuckers empfohlen. In bestimmten Fällen kann laut Text auch das hochsensitive C-reaktive Protein (hsCRP) herangezogen werden.
Für die apparative Diagnostik werden folgende Methoden aufgeführt:
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Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI) zum Ausschluss einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Normalwert 1,0 bis 1,40)
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Ultraschall des Abdomens zum Aneurysma-Screening bei älteren Patienten mit Risikofaktoren
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Sonographie der Carotiden bei Vorliegen von Strömungsgeräuschen
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Bestimmung des Kalk-Scores mittels Elektronenstrahl-Computertomographie (EBCT) zur Beurteilung der Plaque-Last
Eine invasive Angiographie wird nur bei symptomatischen Patienten oder Hochrisikoprofilen empfohlen und dient nicht als Screening-Test. Alternativ wird die CT-Angiographie als nicht-invasive Methode zur Detektion von Plaques genannt.
Lebensstilinterventionen
Die Basis der Therapie bildet die Modifikation der Risikofaktoren. Es wird eine regelmäßige körperliche Aktivität von 90 bis 150 Minuten empfohlen.
Zudem wird zu einer Ernährungsumstellung mit einer maximalen Salzaufnahme von unter 5 Gramm pro Tag geraten. Die Diät sollte reich an Ballaststoffen, einfach ungesättigten Fettsäuren, Fisch, Obst und Gemüse sein, während gesättigte Fettsäuren und Transfette reduziert werden sollen. Ein strikter Nikotinverzicht wird dringend angeraten.
Medikamentöse Therapie und Zielwerte
Statine bilden die medikamentöse Basistherapie zur Senkung des LDL-Cholesterins und zur Reduktion der kardiovaskulären Mortalität. Zur Blutdruckeinstellung auf einen Zielwert von unter 130/85 mmHg sind häufig Kombinationstherapien aus mehreren Wirkstoffklassen erforderlich.
Für Patienten mit Diabetes mellitus in der Primärprävention definiert der Text folgende therapeutische Zielwerte:
| Parameter | Zielwert (Primärprävention bei Diabetes) |
|---|---|
| HbA1c | < 7 % |
| Blutdruck | < 130/85 mmHg |
| LDL-Cholesterin | < 100 mg/dl |
Interventionelle Therapie
Bei einer klinisch manifesten atherosklerotischen Erkrankung werden Revaskularisierungsverfahren wie Angioplastien oder Bypass-Operationen empfohlen. Bei akuten Ereignissen wie einem Schlaganfall oder einer akuten Extremitätenischämie stellt die Thrombolyse eine therapeutische Option dar.
💡Praxis-Tipp
Der Text weist darauf hin, dass eine medikamentöse Erhöhung des HDL-Cholesterins in Studien negative Ergebnisse lieferte, weshalb die Rolle von HDL als therapeutisches Ziel kritisch gesehen wird. Zudem wird betont, dass die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ein wichtiger Marker für eine systemische Atherosklerose in anderen Gefäßbetten ist und entsprechend ernst genommen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle wird die Bestimmung des Lipidprofils mit Fokus auf das LDL-Cholesterin sowie des Nüchternblutzuckers empfohlen. In bestimmten Fällen kann auch die Messung des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hsCRP) sinnvoll sein.
Es wird ein Blutdruckzielwert von unter 130/85 mmHg angestrebt. Um diesen zu erreichen, sind laut Text oft Kombinationstherapien aus mehreren Antihypertensiva erforderlich.
Die Übersicht empfiehlt die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI) mittels Doppler-Ultraschall als kosteneffiziente Screening-Methode. Ein normaler ABI-Wert liegt zwischen 1,0 und 1,40.
Eine invasive Angiographie wird nur bei Hochrisikopatienten oder bei Vorliegen von Symptomen empfohlen. Sie dient laut Text nicht als allgemeine Screening-Untersuchung.
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Quelle: StatPearls: Atherosclerosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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