CochraneIa2020

Atemübungen bei Asthma: Evidenz und Lungenfunktion

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung, die häufig mit dysfunktionalen Atemmustern einhergeht. Die Prävalenz von dysfunktionaler Atmung bei Asthmatikern liegt laut Literatur zwischen 29 % und 64 %.

Atemübungen werden weltweit als nicht-pharmakologische Begleittherapie eingesetzt. Zu den gängigen Methoden zählen Yoga, die Buteyko-Technik, die Papworth-Methode sowie die tiefe Zwerchfellatmung.

Ziel dieser Techniken ist es, das Atemmuster zu modifizieren, Hyperventilation zu reduzieren und die Entspannung zu fördern. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit dieser Interventionen bei Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Effekte von Atemübungen im Vergleich zu einer inaktiven Kontrolle oder einer Asthmaschulung zusammen. Die eingeschlossenen Studien weisen teilweise methodische Schwächen auf, weshalb die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz variiert.

Atemübungen versus inaktive Kontrolle

Die Meta-Analyse zeigt folgende Effekte für Atemübungen im Vergleich zu einer Standardversorgung ohne zusätzliche Intervention:

  • Die Lebensqualität (gemessen mit dem AQLQ) verbessert sich nach drei Monaten signifikant (moderate Evidenz).

  • Hyperventilationssymptome (gemessen mit dem Nijmegen-Fragebogen) nehmen im Zeitraum von vier bis sechs Monaten ab (moderate Evidenz).

  • Die Auswirkungen auf die Asthmasymptome (ACQ) und das absolute forcierte exspiratorische Volumen in einer Sekunde (FEV1 in Litern) sind uneindeutig (niedrige bis sehr niedrige Evidenz).

  • Bei der Lungenfunktion zeigt sich jedoch eine Verbesserung des prozentualen FEV1-Sollwerts zugunsten der Atemübungen.

Klinischer EndpunktMessinstrumentEffekt durch AtemübungenVertrauenswürdigkeit (GRADE)
Lebensqualität (< 3 Monate)AQLQVerbesserung (MD 0,42)Moderat
Asthmasymptome (< 3 Monate)ACQUneindeutig (MD -0,15)Niedrig
Hyperventilation (4-6 Monate)Nijmegen-FragebogenVerbesserung (MD -3,22)Moderat
Lungenfunktion (< 3 Monate)FEV1 (Liter)Uneindeutig (MD -0,10 L)Sehr niedrig

Atemübungen versus Asthmaschulung

Beim direkten Vergleich von Atemübungen mit einer Asthmaschulung liefert der Review folgende Erkenntnisse:

  • Die Lebensqualität zeigt bis zu drei Monaten keine eindeutigen Unterschiede, begünstigt aber nach vier bis sechs Monaten die Atemübungen.

  • Auch bei den Hyperventilationssymptomen zeigt sich erst im Verlauf von vier bis sechs Monaten ein Vorteil für die Atemübungen.

Schlussfolgerungen für die Praxis

Der Review schlussfolgert, dass Atemübungen positive Auswirkungen auf die Lebensqualität, Hyperventilationssymptome und Lungenfunktion haben können. Es wird betont, dass weitere qualitativ hochwertige Studien erforderlich sind, um den klinischen Nutzen abschließend zu bewerten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review stellen Atemübungen eine mögliche nicht-pharmakologische Ergänzung dar, um insbesondere die Lebensqualität und Hyperventilationssymptome bei leichtem bis mittelschwerem Asthma zu verbessern. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Evidenz für eine Reduktion der reinen Asthmasymptome oder eine signifikante Verbesserung der absoluten Lungenfunktion (FEV1 in Litern) derzeit unzureichend ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Review schließt verschiedene Techniken ein, darunter Yoga, die Buteyko-Methode, die Papworth-Methode sowie die tiefe Zwerchfellatmung. Diese zielen darauf ab, das Atemmuster zu verändern und Entspannung zu fördern.

Die Meta-Analyse zeigt uneindeutige Ergebnisse für das absolute FEV1 in Litern (sehr niedrige Evidenz). Es wird jedoch eine Verbesserung des prozentualen FEV1-Sollwerts unter Atemübungen beschrieben.

Atemübungen werden in den Studien als ergänzende, nicht-pharmakologische Maßnahme zur Symptomkontrolle untersucht. Der Review liefert keine Evidenz dafür, dass sie eine indizierte medikamentöse Therapie ersetzen können.

Es wird eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität nach drei Monaten im Vergleich zu einer inaktiven Kontrolle berichtet. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird als moderat eingestuft.

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Quelle: Cochrane Review: Breathing exercises for adults with asthma (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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