StatPearls2026

Angststörungen: DSM-5-Diagnostik und Therapieoptionen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie definiert Angst als einen zukunftsorientierten Gemütszustand, der als Reaktion auf eine erwartete Bedrohung auftritt. Pathologische Angst entsteht laut Leitlinie durch eine Überschätzung der wahrgenommenen Gefahr, was zu übermäßigen und unangemessenen Reaktionen führt.

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen, wobei spezifische Phobien mit einer Prävalenz von 12,1 Prozent am häufigsten auftreten. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Als wesentliche Mediatoren im zentralen Nervensystem werden Noradrenalin, Serotonin, Dopamin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA) beschrieben. Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei der Modulation von Angst, wobei bei Betroffenen häufig eine verstärkte Reaktion auf Angstreize beobachtet wird.

Empfehlungen

Diagnostik

Laut Leitlinie wird empfohlen, zunächst organische Ursachen für die Angstsymptomatik auszuschließen. Als initiale Basisdiagnostik werden ein großes Blutbild, ein klinisch-chemisches Profil, Schilddrüsenparameter, eine Urinanalyse sowie ein Drogenscreening im Urin empfohlen.

Bei atypischer Präsentation oder Auffälligkeiten in der körperlichen Untersuchung wird eine erweiterte Diagnostik angeraten. Diese kann ein Elektroenzephalogramm (EEG), eine kraniale Computertomografie (cCT), ein Elektrokardiogramm (EKG) oder eine Blutgasanalyse umfassen.

Klassifikation

Die Diagnosestellung erfolgt anhand der DSM-5-Kriterien. Die Leitlinie unterscheidet unter anderem folgende Hauptformen:

  • Spezifische Phobien und soziale Angststörung

  • Panikstörung und Agoraphobie

  • Generalisierte Angststörung (GAD)

  • Substanzinduzierte Angststörungen

  • Angststörungen aufgrund anderer medizinischer Erkrankungen

Therapie

Für die Behandlung chronischer Angststörungen wird eine Kombination aus Psychotherapie und Pharmakotherapie oder eine der beiden Modalitäten als Monotherapie empfohlen. Als wirksamste psychotherapeutische Form wird die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) hervorgehoben.

Zusätzlich wird der Einsatz von Expositionstraining empfohlen, um Vermeidungsverhalten abzubauen. Bei akuten Angstzuständen kann laut Leitlinie der kurzfristige Einsatz von Benzodiazepinen erforderlich sein.

Nachsorge und Prognose

Aufgrund hoher Rückfallraten wird eine lebenslange Nachsorge der Betroffenen empfohlen. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer interprofessionellen Betreuung, um Komorbiditäten wie Substanzmissbrauch, Depressionen oder ein erhöhtes Suizidrisiko frühzeitig zu erkennen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt verschiedene Medikamentenklassen zur pharmakologischen Behandlung von Angststörungen. Konkrete Dosisangaben in Milligramm werden im Quelltext nicht aufgeführt.

MedikamentenklasseBeispieleIndikation und EigenschaftenWirkeintritt
SSRIFluoxetin, Sertralin, Paroxetin, CitalopramErstlinientherapie für alle AngststörungenVerzögert
SNRIVenlafaxin, DuloxetinErstlinientherapie, besonders bei generalisierter Angststörung (GAD)Verzögert
BenzodiazepineAlprazolam, Diazepam, LorazepamKurzzeitbehandlung, akute PanikattackenSchnell (30-60 Minuten)
BuspironBuspironGeneralisierte Angststörung, nicht sedierend, kein AbhängigkeitspotenzialSehr langsam (ca. 2 Wochen)
BetablockerPropranolol, AtenololKontrolle physischer Symptome, spezifische und soziale PhobienSchnell
Trizyklische AntidepressivaAmitriptylin, ImipraminWirksam, aber mit signifikanten Nebenwirkungen verbundenVerzögert

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem langfristigen Einsatz von Benzodiazepinen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine längere Anwendung zu Toleranzentwicklung und Abhängigkeit führen kann.

Zudem wird angemerkt, dass trizyklische Antidepressiva zwar wirksam sind, jedoch signifikante Nebenwirkungen verursachen können.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass Angststörungen in der Primärversorgung häufig unterdiagnostiziert werden, da viele Betroffene keine Hilfe suchen oder die Symptome als rein körperlich fehlinterpretiert werden. Die Leitlinie betont zudem, dass bei Patienten mit schweren Angststörungen regelmäßig auf Suizidgedanken geachtet werden sollte, da diese Population ein stark erhöhtes Suizidrisiko aufweist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gelten selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) als Erstlinientherapie. Sie sind bei allen Formen von Angststörungen wirksam.

Die Leitlinie gibt an, dass Benzodiazepine schnell wirken und innerhalb von 30 bis 60 Minuten Linderung verschaffen. Sie werden daher für die kurzfristige Behandlung von akuten Panikattacken empfohlen.

Es wird eine initiale Basisdiagnostik empfohlen, die ein großes Blutbild, ein klinisch-chemisches Profil, Schilddrüsenwerte, eine Urinanalyse und ein Drogenscreening umfasst. Dies dient dem Ausschluss organischer Ursachen.

Betablocker wie Propranolol werden laut Leitlinie zur Kontrolle der physischen Symptome der Angst eingesetzt. Sie sind besonders hilfreich bei spezifischen Phobien und der sozialen Phobie.

Im Gegensatz zu Benzodiazepinen wirkt Buspiron sehr langsam. Die Leitlinie gibt an, dass es etwa zwei Wochen dauert, bis die angstlösende Wirkung eintritt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Anxiety (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.