IQWiG2019Hämatologie

Andexanet alfa: Therapie akuter schwerer Blutungen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Andexanet alfa bewertet. Der Wirkstoff wird bei erwachsenen Personen eingesetzt, die mit einem direkten Faktor-Xa-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden.

Eine Anwendung erfolgt, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht beherrschbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine optimierte Standardtherapie fest. Diese kann patientenindividuell beispielsweise Blutprodukte, Flüssigkeitssubstitution, Plasmaexpander oder Prothrombinkonzentrate umfassen.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG-Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Andexanet alfa gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Der Bericht begründet dies mit dem Fehlen geeigneter vergleichender Daten.

Evidenzgrundlage

Der pharmazeutische Unternehmer legte für die Bewertung folgende Daten vor:

  • Die einarmige Zulassungsstudie ANNEXA-4 für Andexanet alfa

  • 18 prospektive und retrospektive Beobachtungsstudien zur zweckmäßigen Vergleichstherapie

Das IQWiG bewertet den deskriptiven Vergleich dieser Studien als nicht sachgerecht. Es wird darauf hingewiesen, dass die Endpunkte (wie das Auftreten erneuter Blutungen oder die Mortalität) zwischen den Studien deutlich unterschiedlich operationalisiert wurden.

Laufende Studien

Die Bewertung erwähnt, dass derzeit eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) durchgeführt wird. Diese vergleicht Andexanet alfa mit der üblichen Standardversorgung bei intrakraniellen Blutungen und soll weitere Evidenz liefern.

Dosierung

Die Wahl des Dosierungsschemas richtet sich laut Fachinformation nach dem eingenommenen FXa-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban), der aktuellen Dosis und der seit der letzten Einnahme verstrichenen Zeit.

DosierungsschemaIntravenöser BolusDauerinfusion (über 120 Minuten)
Niedrige DosisKurzinfusion über 15 Min. (ca. 30 mg/min)4 mg/min
Hohe DosisKurzinfusion über 30 Min. (ca. 30 mg/min)8 mg/min

Die rekonstituierte Lösung (10 mg/ml) wird ohne weitere Verdünnung über einen In-line-Filter infundiert.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Gegenanzeigen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Bekannte allergische Reaktion gegen Hamsterproteine

Zudem wird die Anwendung zur Aufhebung der Wirkung von Edoxaban oder Enoxaparin aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Dokumentation warnt vor einem erhöhten Risiko für thrombotische Ereignisse nach der Gabe von Andexanet alfa. Es wird dringend empfohlen, auf Anzeichen einer Thrombose zu überwachen und eine Wiederaufnahme der Antikoagulation zu erwägen, sobald dies nach Beendigung der Blutung ärztlich angemessen und der klinische Zustand stabil ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Dosierung erfolgt laut Fachinformation als intravenöser Bolus, gefolgt von einer 120-minütigen Dauerinfusion. Die genaue Dosis (hoch oder niedrig) hängt vom zuvor eingenommenen Faktor-Xa-Inhibitor, dessen Dosis und dem Einnahmezeitpunkt ab.

Die Anwendung zur Aufhebung der Wirkung von Edoxaban oder Enoxaparin wird gemäß der Dokumentation aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen. Der Wirkstoff ist primär für Apixaban und Rivaroxaban vorgesehen.

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber der optimierten Standardtherapie derzeit nicht belegt ist. Es fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die einen direkten Vergleich ermöglichen.

Laut Fachinformation darf das Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Es wurden keine entsprechenden Kompatibilitätsstudien durchgeführt.

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Quelle: IQWiG A19-76: Andexanet alfa (Akute schwere Blutungen) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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