Aminophyllin: Indikation, Dosierung und Monitoring
Hintergrund
Aminophyllin ist eine Wirkstoffkombination aus Theophyllin und Ethylendiamin im Verhältnis 2:1. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird es als Zusatztherapie zu inhalierten Beta-2-Sympathomimetika und systemischen Kortikosteroiden eingesetzt.
Die Hauptindikation umfasst die Behandlung von akuten Exazerbationen und reversiblen Atemwegsobstruktionen bei Asthma bronchiale sowie anderen chronischen Lungenerkrankungen wie Emphysem und chronischer Bronchitis. Off-Label wird es unter anderem zur Apnoe-Prävention bei Frühgeborenen beschrieben.
Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, beruht aber auf der Freisetzung von Theophyllin im Körper. Theophyllin fungiert als nicht-selektiver Phosphodiesterase-Inhibitor, Adenosin-Rezeptor-Antagonist und Histon-Deacetylase-Aktivator, was in Summe zu einer Bronchodilatation und entzündungshemmenden Effekten führt.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Einsatz:
Indikation und Anwendung
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Aminophyllin wird als adjuvante Therapie bei akuten Asthma-Exazerbationen und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) beschrieben.
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Vor der Einleitung einer Therapie wird eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung aktueller GINA- und GOLD-Leitlinien empfohlen.
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Die intravenöse Gabe erfordert eine initiale Aufsättigungsdosis (Loading Dose), gefolgt von einer Erhaltungsdosis.
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Aufgrund der geringen therapeutischen Breite wird ein engmaschiges Monitoring der Serumkonzentrationen dringend empfohlen:
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Bei Erwachsenen liegt der therapeutische Zielbereich laut Quelle bei 10 bis 20 mcg/ml.
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Bei Kindern wird ein Zielbereich von 5 bis 15 mcg/ml angegeben.
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Wenn Patienten in den letzten 24 Stunden bereits Theophyllin eingenommen haben, muss vor der Aufsättigungsdosis zwingend der Serumspiegel bestimmt werden.
Management bei Überdosierung
Eine Toxizität tritt typischerweise bei Serumkonzentrationen über 20 mcg/ml auf. Die Leitlinie empfiehlt folgende Maßnahmen:
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Sofortige Bestimmung der Serumkonzentration und anschließende Kontrollen alle 4 Stunden.
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Bei theophyllininduzierten Krampfanfällen wird eine aggressive Therapie mit intravenösen Benzodiazepinen (Lorazepam oder Diazepam) empfohlen.
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Zur beschleunigten Elimination wird die wiederholte Gabe von oraler Aktivkohle beschrieben.
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Bei schweren Intoxikationen wird eine extrakorporale Elimination mittels Hämoperfusion oder Hämodialyse empfohlen.
Dosierung
Die Dosierung basiert auf dem idealen Körpergewicht. Die Clearance von Theophyllin ist hochvariabel und wird durch Faktoren wie Rauchen (erhöhte Clearance) oder Lebererkrankungen (verminderte Clearance) beeinflusst.
| Applikationsweg | Dosierung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Intravenös (Aufsättigung) | 5,7 mg/kg (Idealgewicht) | Gabe über 30 Minuten (max. 21 mg/h); nur wenn in den letzten 24h kein Theophyllin eingenommen wurde |
| Intravenös (Erhaltung) | Bis zu 1 mg/kg/h | Als kontinuierliche Infusion, abhängig von Clearance und Idealgewicht |
| Oral (Retardtabletten) | 400 - 600 mg/Tag | Langsame Resorption über 12-24 Stunden |
| Dosisanpassung (Leberinsuffizienz) | Max. 400 mg/Tag | Gilt auch bei begleitenden akuten Erkrankungen |
Kontraindikationen
Laut StatPearls ist Aminophyllin bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Theophyllin, Ethylendiamin oder andere Bestandteile der Formulierung kontraindiziert.
Zudem wird zu besonderer Vorsicht bei folgenden Begleiterkrankungen geraten:
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Herzerkrankungen
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Nieren- oder Leberfunktionseinschränkungen
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Hypo- oder Hyperthyreose
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Epilepsie
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Aktive peptische Ulkuskrankheit
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Aspekt bei der Verordnung von Aminophyllin ist die hohe Variabilität der Theophyllin-Clearance. Es wird darauf hingewiesen, dass Raucher aufgrund einer beschleunigten Clearance häufig höhere Dosen benötigen, während bei Patienten mit Lebererkrankungen, Herzinsuffizienz oder akuten Infekten die Dosis streng limitiert werden muss (maximal 400 mg/Tag), um lebensbedrohliche Toxizitäten zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls liegt der therapeutische Zielbereich der Serumkonzentration bei Erwachsenen zwischen 10 und 20 mcg/ml. Bei Kindern wird ein Bereich von 5 bis 15 mcg/ml angestrebt.
Bei Serumkonzentrationen über 20 mcg/ml beschreibt die Quelle schwerwiegende Symptome wie anhaltendes Erbrechen, Herzrhythmusstörungen (z. B. multifokale atriale Tachykardie) und therapierefraktäre Krampfanfälle. Leichtere Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schlaflosigkeit können bereits bei niedrigeren Spiegeln auftreten.
Ja, es wird darauf hingewiesen, dass Raucher eine schnellere Theophyllin-Clearance aufweisen. Daher benötigen sie in der Regel höhere Dosen als Nichtraucher, um therapeutische Wirkspiegel zu erreichen.
Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Um die Dosis für den Säugling zu minimieren, wird empfohlen, nach einer intravenösen Gabe 2 Stunden und nach einer oralen Gabe 4 Stunden mit dem Stillen zu pausieren.
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Quelle: StatPearls: Aminophylline (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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