Alkoholische Lebererkrankung: Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AASLD (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die alkoholische Lebererkrankung (ALD) umfasst ein Spektrum von der einfachen Steatosis bis hin zur Leberzirrhose. Laut der AASLD-Leitlinie aus dem Jahr 2010 ist Alkohol weltweit eine der Hauptursachen für Lebererkrankungen.

Die Wahrscheinlichkeit für das Fortschreiten der Erkrankung hängt nicht nur von der konsumierten Dosis ab. Weitere Risikofaktoren sind das Trinkmuster, das Geschlecht, genetische Faktoren sowie Begleiterkrankungen wie eine chronische Virushepatitis oder Adipositas.

Ein besonderes Krankheitsbild stellt die alkoholische Hepatitis (AH) dar, die oft akut auf dem Boden einer chronischen Leberschädigung auftritt. Sie ist mit einer hohen kurzfristigen Mortalität verbunden, weshalb eine schnelle Risikostratifizierung essenziell ist.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fallstrick ist die Annahme, dass eine alkoholische Hepatitis immer mit extrem hohen Transaminasen einhergeht. Laut Leitlinie sind AST-Werte über 500 IU/L oder ALT-Werte über 200 IU/L bei einer reinen alkoholischen Hepatitis ungewöhnlich und sollten den Verdacht auf eine andere Ätiologie (wie eine Paracetamol-Intoxikation) lenken. Zudem wird betont, dass auch bei milden Verläufen eine strikte Abstinenz essenziell ist, da die Erkrankung sonst in eine Zirrhose übergehen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt primär die Berechnung der Maddrey Discriminant Function (MDF). Ein Wert ab 32 kennzeichnet einen schweren Verlauf mit hoher Mortalität und stellt die Indikation für eine spezifische medikamentöse Therapie dar.

Prednisolon wird bei Personen mit einer schweren alkoholischen Hepatitis (MDF ≥ 32 oder Vorliegen einer hepatischen Enzephalopathie) empfohlen. Voraussetzung ist, dass keine Kontraindikationen wie aktive Infektionen oder gastrointestinale Blutungen vorliegen.

Wenn Steroide kontraindiziert sind, wird laut Leitlinie der Einsatz von Pentoxifyllin empfohlen. Studien zeigten hierbei eine Reduktion der Mortalität, insbesondere durch die Vermeidung eines hepatorenalen Syndroms.

Typisch ist ein De-Ritis-Quotient (AST/ALT-Ratio) von über 2, häufig sogar über 3. Die absoluten Transaminasen-Werte sind meist nur moderat erhöht und liegen bei der AST selten über 500 IU/L.

Die Leitlinie rät vom Einsatz komplementärer oder alternativer Medizin ab. Es gibt keine überzeugende Evidenz für einen klinischen Nutzen von Präparaten wie Silymarin (Mariendistel) außerhalb von klinischen Studien.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AASLD Practice Guidelines: Alcoholic Liver Disease (AASLD, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.