StatPearls2026

ALA-Dehydratase-Mangel (ADP): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die ALA-Dehydratase-Mangel-Porphyrie (ADP) als eine extrem seltene, autosomal-rezessiv vererbte Form der akuten Porphyrie. Weltweit sind bislang nur acht Fälle dieser auch als Doss-Porphyrie bekannten Erkrankung dokumentiert.

Ursächlich ist ein schwerer Mangel des Enzyms ALA-Dehydratase, was zu einer Akkumulation von Delta-Aminolävulinsäure (ALA) in Erythrozyten und Hepatozyten führt. Die Erkrankung verläuft chronisch und wird von akuten Schüben unterbrochen.

Klinisch präsentiert sich die ADP primär durch neuroviszerale Symptome, wobei die klassische Trias aus Bauchschmerzen, peripherer Neuropathie und neuropsychiatrischen Auffälligkeiten besteht. Da die Symptomatik aufgrund der Enzymhemmung einer Bleivergiftung ähnelt, wird sie auch als Plumboporphyrie bezeichnet.

Empfehlungen

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine akute Porphyrie wird laut Leitlinie initial eine Spontanurinprobe während eines akuten Schubs empfohlen. Dabei zeigt sich bei der ADP typischerweise eine Erhöhung der Gesamtporphyrine, während das Porphobilinogen (PBG) nicht signifikant ansteigt.

Bei anhaltendem klinischem Verdacht und passendem Initialbefund wird eine Zweitliniendiagnostik empfohlen:

  • Bestimmung der ALA-Spiegel im Urin und der Erythrozyten-Protoporphyrine (beide deutlich erhöht)

  • Fraktionierung der Porphyrine (Dominanz von Koproporphyrin III)

  • Bestätigung durch ALAD-Mutationsanalyse und ALA-Messung in Erythrozyten

Akuttherapie und Management

Die Leitlinie betont, dass bei einem akuten Schub sofort alle potenziell auslösenden Substanzen abgesetzt werden müssen. Dazu gehören unter anderem Alkohol, orale Kontrazeptiva sowie bestimmte Antibiotika und Antikonvulsiva.

Sobald die Diagnose eines akuten Porphyrie-Schubs gesichert ist, wird die unverzügliche intravenöse Gabe von Hemin empfohlen (starke Empfehlung). Hemin hemmt die ALA-Synthase und reduziert so die Akkumulation toxischer Stoffwechselprodukte.

Indikationen für Hemin umfassen laut Leitlinie:

  • Schübe, die eine Hospitalisierung oder intravenöse Analgesie erfordern

  • Begleitsymptome wie motorische Neuropathie, Krampfanfälle oder Psychosen

  • Ileus oder Hyponatriämie

Alternative und experimentelle Ansätze

Falls Hemin nicht verfügbar ist, kann bei milden Symptomen eine Glukosebelastung versucht werden, wofür jedoch keine ausreichende Evidenz vorliegt. In Einzelfällen zeigten Bluttransfusionen und Hydroxyurea zur Unterdrückung der Erythropoese positive Effekte.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlung für die Akuttherapie:

MedikamentDosierungIndikationHinweise
Hemin3 bis 4 mg/kg Körpergewicht i.v. (1x täglich für 4 Tage)Akuter Porphyrie-SchubMischung mit 25% Humanalbumin empfohlen; Verlängerung bei fortgeschrittener Neuropathie möglich

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Warnhinweise und Auslöser, die bei ADP kontraindiziert sind oder strikt vermieden werden müssen:

  • Medikamentöse Auslöser: Nitrofurantoin, Rifampicin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Topiramat, Phenytoin, Phenobarbital, Ethosuximid und Valproinsäure.

  • Lebensstilfaktoren: Alkoholkonsum und Tabakrauchen können akute Schübe induzieren.

  • Physischer, psychischer und emotionaler Stress sollte minimiert werden.

Es wird explizit darauf hingewiesen, dass eine Schwangerschaft keine Kontraindikation für die Gabe von Hemin darstellt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Personen mit ADP häufig mit rezidivierenden Bauchschmerzen vorstellig werden und fälschlicherweise in chirurgischen Abteilungen landen. Es wird betont, bei unauffälliger abdomineller Bildgebung stets auf begleitende neuropsychiatrische Zeichen und Neuropathien zu achten, um unnötige operative Eingriffe zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt die ADP im Gegensatz zur akuten intermittierenden Porphyrie (AIP) im initialen Urintest keine signifikante Erhöhung des Porphobilinogens (PBG). Stattdessen sind primär die Gesamtporphyrine erhöht.

Es wird empfohlen, eine Bleivergiftung auszuschließen, da Blei das ALAD-Enzym hemmt und identische Symptome verursacht. Auch die hereditäre Tyrosinämie Typ 1 (HT1) kommt als wichtige Differentialdiagnose in Betracht.

Die Leitlinie empfiehlt eine intravenöse Gabe von 3 bis 4 mg/kg Körpergewicht einmal täglich über einen Zeitraum von vier Tagen. Das Hemin sollte dabei mit 25-prozentigem Humanalbumin gemischt werden, um Nebenwirkungen an der Infusionsstelle zu reduzieren.

Zu den potenziellen Auslösern zählen laut Text unter anderem orale Kontrazeptiva, bestimmte Antibiotika wie Nitrofurantoin sowie Antikonvulsiva wie Valproinsäure. Es wird geraten, vor jeder Medikamentengabe die Sicherheit anhand spezialisierter Datenbanken zu überprüfen.

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Quelle: StatPearls: ALA Dehydratase Deficiency Porphyria (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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