StatPearls2026

Akute Pankreatitis: Diagnostik, BISAP-Score & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die akute Pankreatitis als eine entzündliche Erkrankung des Pankreas mit einem breiten klinischen Spektrum. Die häufigsten Ursachen sind Gallensteine, chronischer Alkoholkonsum und Hypertriglyzeridämie.

Die Pathophysiologie basiert auf einer vorzeitigen intrapankreatischen Aktivierung von Verdauungsenzymen, insbesondere Trypsin. Dies führt zu einer lokalen Gewebeschädigung und einer systemischen Entzündungsreaktion.

Die Mortalität variiert stark je nach Schweregrad der Erkrankung. Während milde Verläufe eine geringe Sterblichkeit aufweisen, steigt diese bei nekrotisierenden Formen oder anhaltendem Organversagen signifikant an.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Diagnostik

Laut Leitlinie erfordert die Diagnose das Vorliegen von mindestens zwei der folgenden drei Kriterien:

  • Charakteristischer Oberbauchschmerz mit Ausstrahlung in den Rücken

  • Serum-Amylase oder -Lipase mindestens auf das Dreifache der oberen Normgrenze erhöht

  • Passende bildgebende Befunde im Ultraschall, CT oder MRT

Es wird empfohlen, initial einen Ultraschall durchzuführen, um biliäre Ursachen abzuklären. Eine kontrastmittelgestützte CT-Untersuchung ist laut Leitlinie indiziert, wenn diagnostische Unsicherheit besteht oder sich der klinische Zustand nach 48 bis 72 Stunden nicht bessert.

Schweregrad-Einteilung

Die Leitlinie verweist auf die revidierte Atlanta-Klassifikation zur Einteilung des klinischen Schweregrads:

SchweregradDefinition
MildKein Organversagen, keine lokalen oder systemischen Komplikationen
ModeratTransientes Organversagen (< 48 Stunden) oder lokale/systemische Komplikationen
SchwerPersistierendes Organversagen (> 48 Stunden)

Zudem wird die Nutzung des BISAP-Scores zur frühen Risikostratifizierung empfohlen. Ein Score von 3 bis 5 korreliert laut Leitlinie mit einer Mortalität von über 15 Prozent:

KriteriumDefinitionPunkte
B (BUN)Harnstoff-Stickstoff im Blut > 25 mg/dl1
I (Impaired mental status)Glasgow Coma Scale < 151
S (SIRS)Vorliegen eines SIRS1
A (Age)Alter > 60 Jahre1
P (Pleural effusion)Pleuraerguss in der Bildgebung1

Therapie und Ernährung

Bei biliärer Pankreatitis mit Cholangitis oder biliärer Obstruktion wird eine dringliche ERCP empfohlen. Eine Cholezystektomie sollte gemäß Leitlinie noch während desselben Krankenhausaufenthalts erfolgen, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

Es wird eine frühe enterale Ernährung innerhalb von 24 bis 48 Stunden empfohlen, da dies das Risiko infektiöser Komplikationen senkt. Ein langes Fasten ("Darmruhe") sollte vermieden werden.

Zur Analgesie werden Opioide wie Hydromorphon oder Fentanyl nach dem WHO-Stufenschema empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt eine moderate, zielgerichtete Volumentherapie mit Ringer-Laktat-Lösung. Basierend auf der WATERFALL-Studie werden folgende Parameter genannt:

TherapiestrategieBolusErhaltungsdosisBewertung laut Leitlinie
Moderate Volumentherapie10 ml/kg (nur bei Hypovolämie)1,5 ml/kg/hEmpfohlen (zielgerichtet)
Aggressive Volumentherapie20 ml/kg3,0 ml/kg/hNicht empfohlen (erhöhtes Risiko für Volumenüberladung)

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Meperidin zur Schmerztherapie aufgrund des Risikos einer Neurotoxizität.

Zudem wird von einer prophylaktischen Antibiotikagabe bei sterilen Nekrosen abgeraten. Antibiotika sind laut Leitlinie streng für bestätigte oder hochgradig vermutete Infektionen reserviert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die routinemäßige aggressive Volumentherapie obsolet, da sie das Risiko einer Volumenüberladung signifikant erhöht. Es wird stattdessen eine moderate, zielgerichtete Flüssigkeitsgabe mit Ringer-Laktat empfohlen. Zudem wird betont, dass eine enterale Ernährung frühzeitig innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden begonnen werden sollte, um infektiöse Komplikationen zu reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie müssen zwei von drei Kriterien vorliegen: typischer Oberbauchschmerz, eine Erhöhung von Lipase oder Amylase auf mindestens das Dreifache der Normgrenze sowie passende bildgebende Befunde.

Die Leitlinie empfiehlt eine kontrastmittelgestützte CT-Untersuchung bei diagnostischer Unsicherheit oder wenn sich der klinische Zustand nach 48 bis 72 Stunden nicht bessert. Initial wird bei allen betroffenen Personen ein Ultraschall empfohlen.

Nein, die Leitlinie rät von einer prophylaktischen Antibiotikagabe bei sterilen Nekrosen ab. Eine antimikrobielle Therapie wird nur bei bestätigten oder stark vermuteten Infektionen empfohlen.

Es wird eine frühe enterale Ernährung innerhalb von 24 bis 48 Stunden empfohlen. Laut Leitlinie senkt dies das Risiko für Infektionen und Organversagen im Vergleich zu einem langen Fasten.

Die Leitlinie empfiehlt Opioide wie Hydromorphon oder Fentanyl zur Analgesie. Meperidin sollte aufgrund potenzieller Neurotoxizität vermieden werden.

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Quelle: StatPearls: Acute Pancreatitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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