Pädiatrische prozedurale Sedierung: Ketamin (Studie)
📋Auf einen Blick
- •Ein strukturiertes Sedierungsprogramm in der pädiatrischen Notaufnahme minimiert unerwünschte Ereignisse.
- •Intravenöses Ketamin ist das am häufigsten verwendete Medikament (in über 99 % der Fälle).
- •Häufigste Indikationen sind geschlossene Frakturrepositionen und Wundversorgungen.
- •Die Gesamtrate unerwünschter Ereignisse ist mit 4,37 % gering, wobei Erbrechen am häufigsten auftritt.
Hintergrund
Ein gut entwickeltes Programm zur prozeduralen Sedierung in der pädiatrischen Notaufnahme kann unerwünschte Ereignisse minimieren. Eine sichere Durchführung wird durch die Einhaltung aktueller evidenzbasierter Standards gewährleistet. Wichtige Säulen eines solchen Programms umfassen:
- Strukturiertes Training und ein Zulassungssystem für Anwender
- Standardisierte Richtlinien und Verfahren
- Strikte Datenerfassung innerhalb eines evidenzbasierten klinischen Governance-Prozesses
Patienten und Indikationen
In einer Auswertung über knapp drei Jahre (Juli 2018 bis Mai 2022) mit insgesamt 3.405 Sedierungen zeigte sich, dass intravenöses Ketamin das Standardmedikament ist (eingesetzt in 3.388 Fällen).
- Durchschnittsalter: 5,5 Jahre (Spannweite: 6 Monate bis 17,8 Jahre)
- Häufigste Indikationen: Geschlossene Reposition von Frakturen und Versorgung von Risswunden
Unerwünschte Ereignisse
Die Gesamtrate an dokumentierten unerwünschten Ereignissen war mit 148 Fällen (4,37 %) gering. Die Verteilung der Komplikationen stellt sich wie folgt dar:
| Unerwünschtes Ereignis | Anzahl (n) | Anteil (%) |
|---|---|---|
| Gesamt | 148 | 4,37 % |
| Erbrechen | 88 | 2,59 % |
| Atemwege und Atmung (Gesamt) | 50 | 1,48 % |
| - Sauerstoffentsättigung | 40 | 1,18 % |
| - Laryngospasmus | 6 | 0,18 % |
| - Apnoe | 4 | 0,12 % |
Fazit zur Patientensicherheit
Die Verwendung von intravenösem Ketamin zur pädiatrischen prozeduralen Sedierung ist sicher, sofern internationale Standards und Benchmarks eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Fähigkeiten und das Training der Anwender, die Medikamentenverabreichung, die Überwachungseinrichtungen sowie einen strengen klinischen Governance-Prozess.
💡Praxis-Tipp
Etablieren Sie standardisierte Richtlinien und ein strenges Anwendertraining für die prozedurale Sedierung mit Ketamin, um die Rate unerwünschter Ereignisse wie Erbrechen oder Atemwegskomplikationen auf unter 5 % zu halten.