Acalabrutinib bei CLL: Indikation und Zusatznutzen
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Acalabrutinib bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) bewertet.
Die Bewertung unterteilt die Zielpopulation in drei Gruppen. Diese basieren auf der Eignung für eine Therapie mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR) sowie dem Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation.
Für jede dieser Patientengruppen wurde Acalabrutinib mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen.
Empfehlungen
Der Bericht kommt bezüglich des Zusatznutzens zu folgenden Ergebnissen:
Zusatznutzen nach Patientengruppen
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Patienten mit Eignung für FCR-Therapie: Es ist kein Zusatznutzen belegt, da keine Daten vorgelegt wurden.
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Patienten ohne Eignung für FCR-Therapie (ohne 17p-Deletion/TP53-Mutation): Es gibt einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber Chlorambucil + Obinutuzumab.
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Patienten mit 17p-Deletion/TP53-Mutation: Es ist kein Zusatznutzen belegt, da keine Daten vorgelegt wurden.
Nebenwirkungen und Lebensqualität
Für die Gruppe der Patienten ohne Eignung für eine FCR-Therapie hebt der Bericht folgende Aspekte hervor:
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Es zeigen sich Vorteile für Acalabrutinib bei den Nebenwirkungen, insbesondere ein geringerer Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen.
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Zu den vermiedenen Nebenwirkungen zählen unter anderem febrile Neutropenie, Tumorlysesyndrom und Übelkeit (bei Patienten unter 75 Jahren).
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Für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität lagen in der Bewertung keine verwertbaren Daten vor.
Dosierung
Der Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung von Acalabrutinib:
| Medikament | Dosis | Indikation |
|---|---|---|
| Acalabrutinib | 100 mg 2-mal täglich (200 mg/Tag) | Nicht vorbehandelte CLL |
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Die Einnahme erfolgt im Abstand von ca. 12 Stunden.
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Die Therapie wird bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortgeführt.
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Bei leichter oder mäßiger Leberfunktionseinschränkung sowie bei milder bis mäßiger Nierenfunktionseinschränkung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kontraindikationen
Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:
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Blutungen: Schwerwiegende blutungsassoziierte Ereignisse können auch ohne Thrombozytopenie auftreten.
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Infektionen: Schwere Infektionen (inklusive Reaktivierung von HBV und HZV, Aspergillosen, PML) wurden berichtet. Der HBV-Status muss vor Therapiebeginn überprüft werden.
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Kardiovaskulär: Auf Symptome von Vorhofflimmern und -flattern ist zu achten.
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Zytopenien und Zweittumore: Behandlungsbedingte Zytopenien (Grad 3/4) und sekundäre Primärmalignome wurden beobachtet.
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Interaktionen: Die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) sollte vermieden werden. Bei Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten ist ein zeitlicher Abstand einzuhalten (z. B. 2 Stunden).
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Schwangerschaft/Stillzeit: Die Anwendung in der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Während der Therapie und 2 Tage danach darf nicht gestillt werden.
💡Praxis-Tipp
Laut Bericht ist bei der Verordnung von Acalabrutinib auf die Begleitmedikation zu achten, da die Löslichkeit des Wirkstoffs pH-abhängig ist. Es wird darauf hingewiesen, dass Protonenpumpeninhibitoren vermieden werden sollten und bei der Gabe von Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten strikte zeitliche Abstände einzuhalten sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG gibt es bei nicht vorbehandelter CLL ohne Eignung für eine FCR-Therapie einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Für FCR-geeignete Patienten oder solche mit 17p-Deletion/TP53-Mutation ist mangels Daten kein Zusatznutzen belegt.
Der Bericht gibt die empfohlene Dosis mit 100 mg zweimal täglich an. Dies entspricht einer Tagesgesamtdosis von 200 mg, wobei das Dosierungsintervall etwa 12 Stunden betragen sollte.
Der Bericht nennt unter anderem schwerwiegende Blutungen, schwere Infektionen sowie Zytopenien. Im Vergleich zur Kontrolltherapie zeigte sich jedoch ein geringerer Schaden bei bestimmten Nebenwirkungen wie febriler Neutropenie und Tumorlysesyndrom.
Gemäß den zitierten Fachinformationen sollte die gleichzeitige Anwendung mit Protonenpumpeninhibitoren vermieden werden. Bei der Nutzung von Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten wird ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden empfohlen.
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Quelle: IQWiG A20-103: Acalabrutinib (chronische lymphatische Leukämie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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