Abdominoperineale Rektumexstirpation (APR): Technik
Hintergrund
Die abdominoperineale Rektumexstirpation (APR) ist ein chirurgischer Eingriff, der die vollständige Entfernung von Rektum und Anus sowie die Anlage eines permanenten endständigen Kolostomas umfasst. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird das Verfahren primär bei tief sitzenden Rektumkarzinomen und therapieresistenten Analkarzinomen angewendet.
Aufgrund von Fortschritten in der Diagnostik sowie bei Radiotherapie und Chemotherapie wird die APR zunehmend seltener durchgeführt. Es wird vermehrt auf sphinktererhaltende Ansätze zurückgegriffen.
Dennoch bleibt die APR bei bestimmten malignen und benignen Erkrankungen, wie komplexen Fisteln oder schwerem Trauma, eine essenzielle Behandlungsoption. Der Eingriff ist mit einer signifikanten Morbidität verbunden und erfordert eine umfassende multidisziplinäre Betreuung.
Empfehlungen
Die Publikation formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung einer abdominoperinealen Rektumexstirpation:
Präoperative Vorbereitung
Gemäß dem Text wird eine präoperative Evaluation empfohlen, die ein MRT des Rektums bei Krebserkrankungen einschließt. Zudem wird die Markierung der Stomastelle durch spezialisiertes Pflegepersonal als essenziell beschrieben.
Die perioperative Betreuung sollte laut Quelle idealerweise im Rahmen eines ERAS-Protokolls (Enhanced Recovery After Surgery) erfolgen. Dieses umfasst unter anderem:
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Eine mechanische und antibiotische Darmvorbereitung
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Präoperatives Kohlenhydrat-Loading bis zwei Stunden vor dem Eingriff
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Eine multimodale, opioidsparende Analgesie
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Die Aufrechterhaltung der Normothermie und eine gezielte Flüssigkeitsrestriktion
Chirurgische Technik
Der Eingriff gliedert sich in eine abdominale und eine perineale Phase, die synchron oder sequenziell durchgeführt werden können. Bei der abdominalen Präparation wird die Erhaltung der autonomen Nerven im Becken betont, um postoperative Funktionsstörungen zu minimieren.
Die Quelle beschreibt zwei wesentliche Variationen der APR, die sich in ihrer Technik und Indikation unterscheiden:
| APR-Variation | Präparationsebene | Primäre Indikation | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Extrasphinktäre Resektion | Direkt außerhalb der Sphinktermuskulatur (Fossa ischiorectalis) | Maligne Erkrankungen | Trichterförmiges Präparat, Levator ani wird nicht wandnah durchtrennt |
| Intersphinktäre Resektion | Zwischen internem und externem Sphinkter | Benigne Erkrankungen | Erhalt des externen Sphinkters, ermöglicht besseren perinealen Verschluss |
Komplikationsmanagement
Die Publikation weist auf spezifische Komplikationen hin, die eine besondere Aufmerksamkeit erfordern. Dazu gehört die perineale Wunddehiszenz, die besonders bei Risikofaktoren wie vorangegangener Bestrahlung, Adipositas oder Diabetes auftritt.
Bei tiefen Wundinfektionen oder Abszessen über 5 cm wird in der Regel eine chirurgische Intervention im Operationssaal beschrieben. Zudem wird auf das Risiko von Urethraverletzungen hingewiesen, weshalb eine regelmäßige Palpation des Blasenkatheters während der anterioren Präparation empfohlen wird.
Kontraindikationen
Die Publikation nennt folgende Kontraindikationen für eine abdominoperineale Rektumexstirpation:
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Absolute Kontraindikation: Fehlende Narkosefähigkeit für eine Allgemeinanästhesie.
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Relative Kontraindikationen: Erhöhtes Risiko für schlechte postoperative Verläufe, beispielsweise bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, morbider Adipositas, Gebrechlichkeit (Frailty) oder Immunsuppression.
💡Praxis-Tipp
Die Quelle warnt ausdrücklich vor Verletzungen der autonomen Nerven, die häufig bei der hohen Ligatur der Arteria mesenterica inferior oder der anterioren Präparation auf Höhe der Samenbläschen auftreten. Es wird betont, dass solche Läsionen zu erheblichen sexuellen und urologischen Dysfunktionen führen können. Daher wird eine sorgfältige Identifikation und Schonung der sympathischen und parasympathischen Nervenfasern als essenziell für den Erhalt der Lebensqualität beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls ist der Eingriff unter anderem bei tiefen Rektumkarzinomen indiziert, bei denen ein Sphinktererhalt nicht möglich ist. Auch therapieresistente Analkarzinome oder schwere benigne Erkrankungen wie komplexe Fisteln können eine Indikation darstellen.
Die Publikation beschreibt, dass die perineale Phase sowohl in Steinschnittlage als auch in Bauchlage (Prone Jack-Knife) durchgeführt werden kann. Die Bauchlage wird dabei oft bevorzugt, da sie eine bessere Exposition und Visualisierung, insbesondere bei anterioren Tumoren, bietet.
Um Verletzungen der Harnröhre zu vermeiden, wird eine sorgfältige Präparation beschrieben. Zudem wird die regelmäßige intraoperative Palpation des eingelegten Blasenkatheters empfohlen, um die anatomische Lage der Urethra kontinuierlich zu verifizieren.
Die Leitlinie beschreibt das ERAS-Protokoll als Standard zur Optimierung der perioperativen Versorgung. Es umfasst Maßnahmen wie Kohlenhydrat-Loading, opioidsparende Schmerztherapie und Flüssigkeitsrestriktion, um die postoperative Erholung zu beschleunigen.
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Quelle: StatPearls: Abdominoperineal Resection (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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