Rote-Hand-Brief: Ontozry (Cenobamat) und Risiko für schweren Leberschaden
Wichtigste Änderungen
- Leberfunktionstests vor Beginn der Behandlung mit Cenobamat durchführen.
- Leberfunktion während der gesamten Behandlung regelmäßig überwachen.
- Bei klinischem Verdacht auf Leberschädigung Dosisreduktion oder Absetzen erwägen.
Betroffenes Arzneimittel
Das betroffene Arzneimittel ist Ontozry mit dem Wirkstoff Cenobamat. Es handelt sich um ein Antiepileptikum zur Zusatzbehandlung fokaler Anfälle (mit oder ohne sekundäre Generalisierung) bei erwachsenen Patienten mit Epilepsie, die trotz mindestens zweier Vorbehandlungen eine unzureichende Anfallskontrolle aufweisen.
Sicherheitsproblem
Bei Patienten, die mit Cenobamat behandelt wurden, sind Fälle von schwerem Leberschaden einschließlich Leberversagen berichtet worden. Viele dieser Fälle standen im Zusammenhang mit einer Polytherapie mit weiteren Antiepileptika.
Empfohlene Massnahmen
Um das Risiko zu minimieren, gelten folgende neue Empfehlungen zur Überwachung:
- Vor Beginn der Behandlung mit Cenobamat sollten Leberfunktionstests durchgeführt werden.
- Die Leberfunktion muss während der Behandlung überwacht werden.
- Bei Patienten mit Anzeichen oder Symptomen einer Leberschädigung sind umgehend eine klinische Untersuchung und Leberfunktionstests durchzuführen.
- Patienten sollen angewiesen werden, beim Auftreten von Symptomen einer Leberschädigung unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren.
- Bei klinischem Verdacht oder bestätigter Leberschädigung sollte eine Dosisreduktion oder das Absetzen von Cenobamat in Betracht gezogen werden.
Hintergrund
Der Rote-Hand-Brief wurde vom Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben. Die Warnung basiert auf Berichten über schwere Leberschäden, die eine engmaschigere Überwachung der Leberfunktion vor und während der Therapie erforderlich machen.
Praxis-Tipp
Führen Sie bei allen Patienten unter Ontozry (Cenobamat) ab sofort Leberfunktionstests vor Therapiebeginn und regelmäßig im Verlauf durch.
Häufig gestellte Fragen
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