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IQWiG-Bericht (2018): Neue Entscheidungshilfen zum Zervixkarzinom-Screening

IQWiGOnkologie14. August 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf IQWiG Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Einführung von zwei altersspezifischen Entscheidungshilfen (20-34 Jahre und ab 35 Jahre).
  • Anpassung an neue G-BA-Eckpunkte: Co-Testing (Pap + HPV) alle 3 Jahre für Frauen ab 35 Jahren ersetzt die jährliche Zytologie.
  • Differenzierte Darstellung des Frühgeburtsrisikos nach Konisation in Abhängigkeit von der Eingriffstiefe.
  • Getrennte Risikotabellen für HPV-geimpfte und ungeimpfte Frauen zur besseren Einschätzung des individuellen Risikos.

Was hat sich geändert?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des G-BA finale Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen für das organisierte Zervixkarzinom-Screening entwickelt. Basierend auf neuen G-BA-Eckpunkten und umfangreichen Nutzertestungen ergaben sich wesentliche inhaltliche und strukturelle Änderungen:

  • Altersspezifische Materialien: Es gibt nun zwei getrennte Broschüren für Frauen von 20 bis 34 Jahren und für Frauen ab 35 Jahren.
  • Wegfall der Wahlmöglichkeit ab 35: Die Entscheidungshilfe wurde an den G-BA-Beschluss angepasst. Frauen ab 35 Jahren haben künftig keine Wahl mehr zwischen Pap- und HPV-Test, sondern erhalten alle 3 Jahre ein Co-Testing (Kombination aus Pap- und HPV-Test).
  • Präzisierung des Konisationsrisikos: Das Risiko für Frühgeburten nach einer Konisation wird nun differenziert nach der Eingriffstiefe dargestellt.
  • Ergänzung von IGeL-Informationen: Da das Screening-Intervall ab 35 Jahren auf drei Jahre verlängert wird, wurden Informationen zu Selbstzahler-Leistungen (IGeL) aufgenommen, um vor Überdiagnostik zu warnen.
  • Anpassung der Risikokommunikation: Die Tabellen zu Vor- und Nachteilen wurden überarbeitet und trennen nun zwischen HPV-geimpften und ungeimpften Frauen.

Neue Empfehlungen im Detail

Die Erstellung der Entscheidungshilfen durchlief einen iterativen Prozess. Nach qualitativen und quantitativen Nutzertestungen sowie Stellungnahmen im Anhörungsverfahren wurden die Entwürfe (Vorbericht) für den Abschlussbericht signifikant überarbeitet.

Anpassung an das neue Screening-Intervall

Die wichtigste Änderung resultiert aus den neuen Eckpunkten des G-BA zum Screening-Programm. Die ursprüngliche Idee, Frauen ab 35 Jahren die Wahl zwischen Pap-Test und HPV-Test zu lassen, wurde verworfen.

AspektBisheriges ScreeningNeues Screening-Programm
Frauen 20-34 JahreJährlicher Pap-TestJährlicher Pap-Test (bleibt unverändert)
Frauen ab 35 JahrenJährlicher Pap-TestCo-Testing (Pap + HPV) alle 3 Jahre
EinladungswesenOpportunistisch (keine gezielte Einladung)Schriftliche Einladung alle 5 Jahre durch die Krankenkasse

Aufgrund dieser Änderung wurde der Abschnitt "Welcher Test ist besser: Pap oder HPV?" aus den Broschüren entfernt. Stattdessen wurde ein Abschnitt zu Selbstzahler-Leistungen (IGeL) ergänzt. Das IQWiG weist darauf hin, dass zusätzliche jährliche Untersuchungen neben dem 3-jährlichen Co-Testing keinen gesundheitlichen Nutzen haben, sondern das Risiko für falsch-positive Befunde und unnötige Konisationen erhöhen.

Darstellung von Risiken und Nebenwirkungen

Ein zentraler Kritikpunkt im Anhörungsverfahren war die Darstellung der Nachteile, insbesondere der Nebenwirkungen einer Konisation.

AspektVorbericht (Entwurf)Abschlussbericht (Neu)
Frühgeburtsrisiko nach KonisationPauschale Angabe eines erhöhten RisikosDifferenzierung nach Eingriffstiefe: Signifikant erhöhtes Risiko nur bei Konustiefe > 10-12 mm. Gewebeschonende Eingriffe verringern das Risiko deutlich.
Progressionsrisiko CIN 312 % über 10 JahreEtwa die Hälfte über die Lebenszeit (basierend auf McCredie 2008).
RisikotabellenGemischte DarstellungGetrennte Tabellen für Frauen mit und ohne HPV-Impfung zur besseren Verständlichkeit.

Optimierung der Entscheidungshilfe

Basierend auf den Nutzertestungen wurden Instrumente zur Präferenzklärung angepasst. Die ursprünglich geplante Ankreuzoption ("Wozu neige ich?") wurde von den Nutzerinnen als überflüssig und verwirrend empfunden und daher ersatzlos gestrichen. Beibehalten wurde hingegen ein Freitextfeld für Notizen zur Vorbereitung auf das Arztgespräch.

Zudem wurde in der Broschüre für Frauen ab 35 Jahren ein Hinweis ergänzt, dass Frauen ab 65 Jahren nach mehrfach unauffälligen Befunden in Absprache mit dem Arzt eine Beendigung des Screenings erwägen können.

Was bleibt gleich?

Die Freiwilligkeit der Teilnahme bleibt das zentrale Element des Screening-Programms. Die Entscheidungshilfen betonen weiterhin, dass bei einer Nicht-Teilnahme keine Nachteile beim Versicherungsschutz entstehen. Für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren ändert sich am klinischen Vorgehen (jährlicher Pap-Test) nichts, sie profitieren jedoch künftig von der strukturierten schriftlichen Aufklärung.

💡

Praxis-Tipp

Nutzen Sie die neuen IQWiG-Broschüren aktiv in der Praxis, um Patientinnen ab 35 Jahren die Verlängerung des Screening-Intervalls auf 3 Jahre (Co-Testing) evidenzbasiert zu erklären und vor unnötigen IGeL-Abstrichen abzuraten.

Häufig gestellte Fragen

Statt der jährlichen Zytologie wird künftig alle 3 Jahre ein Co-Testing (Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test) durchgeführt.
Das Risiko wird nun in Abhängigkeit von der Eingriffstiefe dargestellt. Bei einer Konustiefe > 10-12 mm ist das Risiko signifikant erhöht, bei gewebeschonenderen Eingriffen ist das Risiko deutlich geringer.
Da sich das Screening-Angebot altersabhängig unterscheidet (jährlicher Pap-Test für 20-34-Jährige vs. Co-Testing alle 3 Jahre ab 35 Jahren), wurden zielgruppenspezifische Materialien entwickelt.
In den finalen Broschüren wird vereinfachend kommuniziert, dass etwa die Hälfte aller hochgradigen Dysplasien im Laufe des Lebens bösartig wird, wenn sie unbehandelt bleiben.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von IQWiG. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen