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IQWiG-Bericht 2010: SNRI zur Behandlung der Depression

IQWiGPsychiatrie16. August 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf IQWiG Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Nutzenbeleg für Duloxetin und Venlafaxin gegenüber Placebo in der Akuttherapie (Remission und Response).
  • Zusatznutzen für Venlafaxin gegenüber SSRI (Fluoxetin) beim Ansprechen belegt, jedoch kein Zusatznutzen für Duloxetin.
  • Beleg für größeren Schaden (mehr unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche) beider SNRI im Vergleich zu SSRI.
  • Im Direktvergleich beider SNRI gibt es keinen Unterschied in der Wirksamkeit, aber weniger Therapieabbrüche unter Venlafaxin.

Was hat sich geaendert?

Der finale IQWiG-Abschlussbericht (A05-20A) bewertet den Nutzen der selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) Duloxetin und Venlafaxin bei Depressionen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Nutzen vs. Placebo: Für beide Wirkstoffe ist ein Nutzen in der Akuttherapie (Remission, Ansprechen) belegt.
  • Zusatznutzen vs. SSRI: Venlafaxin zeigt einen Beleg für einen Zusatznutzen beim Ansprechen (insbesondere vs. Fluoxetin). Für Duloxetin ist kein Zusatznutzen gegenüber SSRI belegt.
  • Schadenspotenzial: Beide SNRI weisen im Vergleich zu SSRI einen Beleg für einen größeren Schaden auf (höhere Rate an unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen).
  • Direktvergleich: Zwischen Duloxetin und Venlafaxin gibt es keinen Beleg für einen Zusatznutzen in der Wirksamkeit, jedoch einen Beleg für einen geringeren Schaden von Venlafaxin bei den Therapieabbrüchen.

Neue Empfehlungen im Detail

Das IQWiG hat eine umfassende Meta-Analyse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Duloxetin und Venlafaxin im Vergleich zu Placebo, SSRI, Tri- und Tetrazyklischen Antidepressiva (TZA) sowie im Direktvergleich durchgeführt.

Duloxetin In der ambulanten Akuttherapie zeigt Duloxetin einen klaren Nutzen gegenüber Placebo. Im Vergleich zu SSRI (Escitalopram, Paroxetin, Fluoxetin) konnte jedoch kein Zusatznutzen für die Parameter Remission, Ansprechen oder Änderung der depressiven Symptomatik belegt werden. Gleichzeitig ist ein größerer Schaden im Vergleich zu SSRI belegt (Gesamtrate unerwünschter Ereignisse und Therapieabbrüche). In der Rückfallprävention gibt es einen Hinweis auf einen Nutzen gegenüber Placebo.

Venlafaxin Auch Venlafaxin ist Placebo in der Akuttherapie sowie in der Rezidivprophylaxe überlegen. Im Gegensatz zu Duloxetin zeigt Venlafaxin einen Beleg für einen Zusatznutzen gegenüber SSRI (auf Ebene der Einzelwirkstoffe für Fluoxetin) beim Ansprechen (Response). Gegenüber TZA konnte kein Zusatznutzen belegt werden, jedoch ein geringerer Schaden (weniger unerwünschte Ereignisse). Gegenüber Bupropion zeigte Venlafaxin einen Zusatznutzen bei Remission und Ansprechen.

Interessant ist die Subgruppenanalyse zum Alter: Bei jüngeren Patienten ist der Nutzen von Venlafaxin vs. Placebo belegt, bei älteren Patienten hingegen nicht.

AspektBisher (2010 Webseite)Neu (Abschlussbericht 2010)
Nutzenbewertung SNRI vs. PlaceboNutzen durch Studien belegt (Vorbericht)Beleg für Nutzen in der Akuttherapie (Remission & Response) für Duloxetin und Venlafaxin
Zusatznutzen vs. SSRIKeine abschließende AngabeBeleg für Zusatznutzen nur für Venlafaxin (Response), kein Beleg für Duloxetin
Schadenspotenzial vs. SSRIKeine abschließende AngabeBeleg für größeren Schaden beider SNRI (mehr Therapieabbrüche und unerwünschte Ereignisse)
Direktvergleich Duloxetin vs. VenlafaxinKeine AngabeKein Unterschied in Wirksamkeit, aber Beleg für geringeren Schaden (weniger Abbrüche) unter Venlafaxin

Was bleibt gleich?

Die Diagnosekriterien der Depression sowie die grundsätzliche Einteilung in Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe bleiben unverändert. SNRI sind weiterhin eine wichtige Säule der medikamentösen Therapie, deren Einsatz jedoch gegen das erhöhte Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu SSRI abgewogen werden muss.

💡

Praxis-Tipp

Bei der Wahl zwischen SNRI und SSRI sollte bedacht werden, dass Venlafaxin zwar beim Ansprechen leichte Vorteile bietet, beide SNRI aber mit signifikant mehr Nebenwirkungen einhergehen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, der IQWiG-Bericht konnte keinen Zusatznutzen für Duloxetin gegenüber SSRI (wie Escitalopram, Paroxetin oder Fluoxetin) in der Akuttherapie belegen.
Venlafaxin zeigt einen Beleg für einen Zusatznutzen beim Ansprechen (Response) im Vergleich zu SSRI, insbesondere gegenüber Fluoxetin. Bei der Remission gibt es jedoch keinen Beleg für einen Zusatznutzen.
Im Direktvergleich beider Substanzen gibt es einen Beleg für einen geringeren Schaden von Venlafaxin, da unter Duloxetin signifikant mehr Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse auftraten.
Für beide SNRI (Duloxetin und Venlafaxin) ist ein größerer Schaden im Vergleich zu SSRI belegt, was sich in einer höheren Gesamtrate an unerwünschten Ereignissen und mehr Therapieabbrüchen äußert.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von IQWiG. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen