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DGK-Kommentar zur ESC-Leitlinie 2019: Supraventrikuläre Tachykardien

DGKKardiologie7. August 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf DGK Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Katheterablation ist nun Therapie der 1. Wahl (Klasse I) für fast alle SVT-Formen.
  • Deutliche Herabstufung von Antiarrhythmika in der Akut- und Langzeittherapie.
  • Sotalol, Amiodaron und Digitalis spielen in der Akuttherapie kaum noch eine Rolle.
  • Neue Empfehlungen für asymptomatische Präexzitation (Screening und ggf. EPU/Ablation).
  • Bei tachykardieinduzierter Kardiomyopathie wird 'Abladieren und Stimulieren' empfohlen.

Was hat sich geaendert?

  • Katheterablation als Erstlinientherapie: Für fast alle SVT-Formen wird die Ablation nun als Klasse-I-Indikation empfohlen.
  • Herabstufung der Antiarrhythmika: Aufgrund schwacher Datenlage wurden viele Medikamente von Klasse I (2003) auf Klasse IIa oder IIb herabgestuft.
  • Wegfall alter Medikamente: Amiodaron und Digitalisglykoside haben kaum noch Indikationen in der Akuttherapie; Sotalol wird gar nicht mehr erwähnt und ist kontraindiziert.
  • Neue Substanzen: Ivabradin (bei inadäquater Sinustachykardie/POTS) und Etripamil (nasal bei unklaren Schmalkomplextachykardien) werden neu aufgeführt.
  • Asymptomatische Präexzitation: Klare Empfehlungen zum Screening und zur invasiven Abklärung bei Hochrisikopatienten.

Neue Empfehlungen im Detail

Die ESC-Leitlinie 2019 (kommentiert durch die DGK) bringt nach 16 Jahren einen Paradigmenwechsel von der medikamentösen zur interventionellen Therapie.

Katheterablation Die Katheterablation ist nun die unangefochtene Therapie der ersten Wahl. Ausnahmen bilden lediglich die inadäquate Sinustachykardie, multifokale atriale Tachykardien (MAT) und seltene SVT bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Die Erfolgsraten sind hoch (z. B. 97-98 % bei AVNRT), die Komplikationsraten sehr niedrig.

Medikamentöse Akuttherapie Die medikamentöse Therapie wurde stark ausgedünnt. Bei unklaren Breitkomplextachykardien wird von Verapamil strikt abgeraten. Empfohlen werden hier nur noch Procainamid (in Deutschland schwer verfügbar) und Amiodaron.

AspektBisher (2003)Neu (2019)
Therapie der 1. Wahl (Langzeit)Medikamentös oder AblationKatheterablation (Klasse I)
Antiarrhythmika (Akuttherapie)Oft Klasse-I-EmpfehlungHerabgestuft auf Klasse IIa/IIb
Sotalol bei SVTEingesetztKontraindiziert / Nicht empfohlen
Asymptomatische PräexzitationZurückhaltendScreening empfohlen, EPU bei Sportlern/Hochrisikoberufen

Tachykardieinduzierte Kardiomyopathie Bei eingeschränkter LV-Funktion durch SVT ist die Ablation die Therapie der Wahl. Ist dies nicht möglich, wird eine AV-Knoten-Ablation mit nachfolgender biventrikulärer oder His-Bündel-Stimulation ("abladieren und stimulieren") empfohlen.

Schwangerschaft Im ersten Trimester sollen Antiarrhythmika vermieden werden (Ausnahme: Beta-1-selektive Blocker, außer Atenolol). Eine notwendige Ablation darf nur mit fluoroskopiefreien Mapping-Methoden erfolgen.

Was bleibt gleich?

  • Elektrische Kardioversion: Bleibt die Methode der ersten Wahl zur Akuttherapie bei hämodynamisch instabilen Patienten.
  • Vagale Manöver und Adenosin: Bleiben die Therapie der 1. Wahl bei der Akutbehandlung hämodynamisch stabiler Patienten (sofern der AV-Knoten Teil der Tachykardie ist).
  • Betablocker und Kalziumantagonisten: Verapamil und Diltiazem bleiben Medikamente der zweiten Wahl in der Akuttherapie.
💡

Praxis-Tipp

Bieten Sie Patienten mit rezidivierenden SVT primär die Katheterablation an, da diese nun die klare Erstlinientherapie darstellt, und verzichten Sie auf Sotalol.

Häufig gestellte Fragen

Die Katheterablation ist für fast alle SVT-Formen (außer z.B. inadäquate Sinustachykardie) die Therapie der ersten Wahl (Klasse-I-Empfehlung).
Von der Gabe von Verapamil wird bei Breitkomplextachykardien unbekannter Ätiologie strikt abgeraten.
Es wird ein nichtinvasives Screening empfohlen. Bei Hochrisikoberufen oder Wettkampfsportlern sollte eine EPU und bei Nachweis von Hochrisikomerkmalen eine Ablation erfolgen.
Im 1. Trimester sollten Antiarrhythmika vermieden werden (ggf. Beta-1-selektive Blocker außer Atenolol). Ablationen dürfen nur strahlungsfrei (ohne Fluoroskopie) durchgeführt werden.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von DGK. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen