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DGK-Kommentar zur ESC-Leitlinie (2020): Sportkardiologie und Training

DGKKardiologie7. August 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf DGK Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Erstmals eigene ESC-Leitlinie zur Sportkardiologie veröffentlicht.
  • Deutlich liberalere Empfehlungen für Freizeitsport bei hypertropher Kardiomyopathie (HCM).
  • Detaillierte Klassifikation von Sportarten nach kardiopulmonaler Intensität (niedrig, moderat, hoch).
  • Spezifische Freigabekriterien für Patienten mit chronischem Koronarsyndrom, Klappenerkrankungen und Arrhythmien.

Die European Society of Cardiology (ESC) hat 2020 erstmals eine eigenständige Leitlinie zur Sportkardiologie veröffentlicht. Der Kommentar der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fasst die wichtigsten Aspekte für die Praxis zusammen. Da es sich um die erste Leitlinie dieser Art handelt, definieren die Empfehlungen den neuen Standard.

Was hat sich geändert?

  • Erste Leitlinie: Erstmals gibt es eine dedizierte ESC-Leitlinie für Sportkardiologie.
  • Liberalere Freigaben: Die Empfehlungen, insbesondere für Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM), fallen deutlich liberaler aus als in der Vergangenheit.
  • Intensitäts-Klassifikation: Sportarten werden systematisch nach ihrer kardiopulmonalen Beanspruchung in niedrige, moderate und hohe Intensität eingeteilt.

Neue Empfehlungen im Detail

Die Leitlinie differenziert die Sporttauglichkeit basierend auf Grunderkrankung, Ausprägung, Komorbiditäten, Alter, Vorerfahrung und Belastbarkeit.

Chronisches Koronarsyndrom (CCS)

Asymptomatische Sportler mit nicht stenosierenden Plaques, ohne Ischämie und mit normaler linksventrikulärer (LV) Funktion haben keine Restriktionen für Sport unterschiedlicher Intensität (IIa, C). Nach Stentimplantation bei akutem Koronarsyndrom kann bei Beschwerdefreiheit, normaler Ergometrie und LV-Funktion rasch wieder mit Ausdauersport (sogar Marathontraining) begonnen werden (IIa, C). Nach einem ST-Hebungsinfarkt sollte intensiver Sport erst nach 3 bis 6 Monaten starten.

Klappenerkrankungen

Patienten mit geringer oder moderater Klappendysfunktion, normaler LV-Funktion und guter Belastbarkeit ohne Ischämie können an allen Sportarten teilnehmen.

ErkrankungEmpfehlung für Sport
Aortenklappenstenose (gering)Alle Sportarten möglich.
Aortenklappenstenose (moderat/schwer)Bei unauffälliger Ergometrie: Freizeitsport mit niedriger Intensität (IIb, C). Kompetitiver Sport oder höhere Intensitäten werden nicht empfohlen (III, C).
Aortenklappeninsuffizienz (gering/moderat)Alle Sportarten möglich (IIb, C).
Mitralklappenstenose (gering/moderat)Bei Sinusrhythmus, guter Belastbarkeit und normalem Pulmonalarteriendruck: Alle Sportarten möglich.

Kardiomyopathien

Früher wurden alle Athleten mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM) vom kompetitiven Sport ausgeschlossen. Die neuen Daten zeigen ein geringeres Risiko für den plötzlichen Herztod.

  • HCM: Patienten ohne Risikofaktoren (wie unerklärliche Synkopen, ESC-Risikoscore ≥ 4 %, LVOT-Gradient ≥ 30 mm Hg) können für höher intensive Belastungen freigegeben werden (IIb, C).
  • Arrhythmogene Kardiomyopathie (ACM): Hier ist hochintensives Training mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Freizeitsport mit hoher Intensität oder Leistungssport ist strikt untersagt (III, B).

Arrhythmien und Ionenkanalerkrankungen

  • Vorhofflimmern: Sport ist vor Abklingen der Medikamentenwirkung beim "Pill-in-the-pocket"-Konzept untersagt (III, A). Unter Antikoagulation sind Kontaktsportarten zu meiden (III, A).
  • Long-QT-Syndrom (LQTS): Bei LQTS-1 sollten Sportarten im kalten Wasser (Schwimmen, Triathlon) gemieden werden. QTc-verlängernde Medikamente und Dehydratation sind zu vermeiden (I, B).

Was bleibt gleich?

Die individuelle Beratung im Sinne des "Shared Decision Making" bleibt essenziell. Da die wissenschaftliche Evidenz in der Sportkardiologie teils noch schwach ist, stützen sich viele Empfehlungen weiterhin auf Expertenmeinungen, was die Einbindung sportkardiologischer Zentren bei komplexen Fällen unerlässlich macht.

💡

Praxis-Tipp

Nutzen Sie die neue Intensitätsklassifikation der Sportarten, um Herzpatienten im Rahmen des 'Shared Decision Making' individuell und sicher zu beraten.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die Empfehlungen wurden liberalisiert. Patienten ohne spezifische Risikofaktoren dürfen auch an höher intensiven Belastungen teilnehmen.
Nach Stentimplantation kann bei Beschwerdefreiheit und normaler Ergometrie rasch wieder mit Ausdauersport begonnen werden. Nach einem STEMI sollte intensiver Sport erst nach 3 bis 6 Monaten starten.
Im Gegensatz zur HCM ist bei der ACM hochintensiver Freizeitsport oder Leistungssport strikt untersagt, da dies mit einer schlechteren Prognose assoziiert ist.
Sportler unter Antikoagulation müssen Kontaktsportarten oder Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (z. B. Mountainbiken, Klettern) strikt meiden.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von DGK. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen

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