DGK-Update 2021: MRT-Sicherheit bei nicht-aktiven kardiovaskulären Implantaten
Wichtigste Änderungen
- Umklassifizierung der Zenith Spiral/Flex Iliakal- und Aortenstents von 'MR unsafe' zu 'MR conditional'.
- Aufnahme neuer interventioneller Klappenprothesen (z. B. TAVI, MitraClip, TriClip) als 'MR conditional'.
- Aktualisierte MRT-Bedingungen für moderne Vorhofohr-Okkluder (Watchman FLX, Amplatzer Amulet).
Was hat sich geändert?
Die grundlegenden Aussagen der Stellungnahme aus dem Jahr 2015 bleiben bestehen. Die Aktualisierung von 2021 berücksichtigt vor allem die rasante Entwicklung neuer Device-Technologien und passt die MRT-Sicherheitseinstufungen entsprechend an. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Umklassifizierung bestimmter Aortenstents sowie die Aufnahme moderner interventioneller Herzklappen und Vorhofohr-Okkluder.
Neue Empfehlungen im Detail
Umklassifizierung von Gefäßstents
Eine der relevantesten Änderungen betrifft die Iliakal- und Aortenstents Zenith Spiral bzw. Flex (Cookmedical). Diese wurden in der vorherigen Version noch als unsicher eingestuft und gelten nun als bedingt sicher.
| Aspekt | Bisher (2015) | Neu (2021) |
|---|---|---|
| Zenith Spiral / Flex Stents | MR unsafe | MR conditional |
Interventionelle Herzklappenprothesen
Die Leitlinie schließt nun explizit neuere interventionelle Klappenprothesen ein. Alle bisher getesteten TAVI-Prothesen, MitraClip, Pascal, Carillon, Cardioband und TriClip sowie interventionelle Pulmonalklappenprothesen zeigten bis zu einem statischen Magnetfeld von 3 T keine relevanten Magnetfeldinteraktionen oder Erhitzungen. Sie werden überwiegend als MR conditional eingestuft.
Vorhofohr-Okkluder (LAA-Okkluder)
Für die häufig verwendeten LAA-Okkluder wurden spezifische Bedingungen definiert. Eine MRT-Untersuchung kann sofort nach Implantation durchgeführt werden, jedoch gelten produktspezifische Grenzwerte:
- Watchman / Watchman FLX: B0-Feldstärke <= 3 T, max. Gradientenmagnetfeld <= 2500 Gauss/cm, Ganzkörper-SAR <= 2 W/kg (15 min).
- Amplatzer Amulet: B0-Feldstärke <= 3 T, max. Gradientenmagnetfeld <= 720 Gauss/cm, Ganzkörper-SAR <= 3 W/kg (15 min).
Koronarstents und SAR-Grenzwerte
Patienten mit Koronarstents können sofort nach Implantation bei 1,5 T oder 3 T gescannt werden. Die Leitlinie diskutiert die Ganzkörper-SAR-Grenzwerte (Spezifische Absorptionsrate) im klinischen Alltag. Während die Norm <= 2 W/kg vorgibt, wird in der Praxis oft die erste Stufe der kontrollierten Betriebsart (<= 4 W/kg) genutzt. Die Autoren halten dies bei Koronarstents für vertretbar, empfehlen jedoch die Aufklärung des Patienten und den Versuch, durch Modifikation der Scanparameter in der normalen Betriebsart zu bleiben.
Was bleibt gleich?
Die Grundaussagen von 2015 haben sich nicht geändert. Nicht-aktive kardiovaskuläre Implantate sind meist MR safe oder MR conditional. Vor jeder MRT-Untersuchung muss das Vorliegen eines Implantats geprüft, die MRT-Tauglichkeit anhand von Herstellerangaben oder Datenbanken verifiziert und eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung getroffen werden.
Praxis-Tipp
Prüfen Sie vor jeder MRT-Untersuchung den Implantatausweis. Die meisten modernen Koronarstents und Klappenprothesen sind 'MR conditional' und erlauben eine sofortige MRT-Untersuchung unter definierten Bedingungen.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von DGK. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen→
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