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Cochrane Review 2020: Stiripentol als Add-on-Therapie bei fokaler Epilepsie

CochraneNeurologie18. Juli 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf Cochrane Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Keine neuen Studien seit der letzten Literatursuche identifiziert.
  • Keine Evidenz für eine signifikante Reduktion der Anfallsfrequenz (≥ 50 %).
  • Keine Evidenz für eine erhöhte Anfallsfreiheit durch Stiripentol.
  • Signifikant erhöhtes Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen insgesamt.

Der aktuelle Cochrane-Review (2020) untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Stiripentol als Zusatztherapie (Add-on) bei Patienten mit pharmakoresistenter fokaler Epilepsie.

Was hat sich geaendert?

Die Literatursuche ergab keine neuen Studien seit der letzten Version, sodass die Ergebnisse auf einer einzigen Studie mit 32 Kindern basieren:

  • Kein Wirksamkeitsnachweis: Es gibt keine klare Evidenz für eine Reduktion der Anfallsfrequenz oder für Anfallsfreiheit.
  • Erhöhtes Nebenwirkungsrisiko: Die Gesamtzahl der unerwünschten Ereignisse ist unter Stiripentol signifikant höher als unter Placebo.
  • Keine Empfehlung: Die Anwendung von Stiripentol bei pharmakoresistenter fokaler Epilepsie kann durch die aktuelle Datenlage nicht gestützt werden.

Neue Empfehlungen im Detail

Die Analyse stützt sich auf sehr begrenzte Daten (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Die einzige eingeschlossene Studie nutzte ein "Responder-angereichertes" Design, was die externe Validität stark einschränkt. Zudem haben Carry-over- und Absetzeffekte wahrscheinlich die Ergebnisse zur Anfallsfrequenz beeinflusst.

Wirksamkeit (Stiripentol vs. Placebo)

EndpunktErgebnis (Risk Ratio)Interpretation
Reduktion der Anfallsfrequenz (≥ 50 %)RR 1.51 (95 % KI 0.81 bis 2.82)Keine klare Evidenz für eine Verbesserung
AnfallsfreiheitRR 1.18 (95 % KI 0.31 bis 4.43)Keine klare Evidenz für eine Verbesserung

Sicherheit und Verträglichkeit

Stiripentol führte zu einem größeren Risiko für Nebenwirkungen insgesamt (RR 2.65, 95 % KI 1.08 bis 6.47). Bei der Betrachtung spezifischer unerwünschter Ereignisse zeigten sich sehr weite Konfidenzintervalle:

  • Neurologische Nebenwirkungen: RR 2.65 (95 % KI 0.88 bis 8.01)
  • Gastrointestinale Nebenwirkungen: RR 11.56 (95 % KI 0.71 bis 189.36)

Zudem gab es keine klare Reduktion des Risikos für einen Studienabbruch (RR 0.66, 95 % KI 0.30 bis 1.47). Die Abbruchraten waren in beiden Gruppen hoch (35,0 % unter Placebo und 53,3 % unter Stiripentol).

Was bleibt gleich?

Da keine neuen Studien identifiziert wurden, bleiben die Schlussfolgerungen unverändert: Es können keine Rückschlüsse gezogen werden, die den Einsatz von Stiripentol als Add-on-Behandlung bei pharmakoresistenter fokaler Epilepsie unterstützen. Stiripentol bleibt primär eine Therapieoption für das Dravet-Syndrom (Zulassung durch die EMA 2007). Es werden dringend weitere große, randomisierte und gut durchgeführte Studien benötigt.

💡

Praxis-Tipp

Der Einsatz von Stiripentol als Add-on-Therapie bei pharmakoresistenter fokaler Epilepsie kann aufgrund fehlender Wirksamkeitsnachweise und erhöhter Nebenwirkungen derzeit nicht empfohlen werden.

Häufig gestellte Fragen

Nein, es gibt derzeit keine Evidenz, die eine Reduktion der Anfallsfrequenz oder Anfallsfreiheit belegt.
Die Daten zeigen ein signifikant erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse insgesamt, wobei neurologische und gastrointestinale Nebenwirkungen möglich sind.
Stiripentol wurde 2007 von der EMA für die Behandlung des Dravet-Syndroms als Zusatztherapie mit Valproat und Clobazam zugelassen.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von Cochrane. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen

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