Cochrane-Review 2021: Praevention der persistierenden Post-COVID-Riechstoerung
Wichtigste Änderungen
- Erste systematische Cochrane-Auswertung zu Interventionen bei frueher Post-COVID-Riechstoerung (Symptomdauer unter vier Wochen).
- Bislang erfuellt nur eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie (100 Patienten) die Einschlusskriterien.
- Die Evidenz fuer den Nutzen intranasaler Kortikosteroide (zusaetzlich zu Riechtraining) ist von sehr niedriger Qualitaet.
- Es kann derzeit keine verlaessliche Aussage ueber Nutzen oder Schaden von Kortikosteroid-Sprays getroffen werden.
Was hat sich geaendert?
Da es sich um eine Erstveroeffentlichung im Rahmen eines "Living Systematic Review" handelt, gibt es keine direkten Aenderungen zu einer Vorversion. Die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Auswertung sind:
- Fokus auf Fruehintervention: Untersucht wurden Patienten mit einer COVID-19-bedingten Riechstoerung, die weniger als vier Wochen bestand.
- Sehr duenne Datenlage: Aktuell erfuellt nur eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie (100 Teilnehmer) die Einschlusskriterien.
- Intranasale Kortikosteroide: Die Evidenz fuer den Einsatz von intranasalen Kortikosteroiden zur Praevention einer persistierenden Riechstoerung ist von sehr niedriger Qualitaet.
Neue Empfehlungen im Detail
Der Cochrane-Review untersucht, ob fruehzeitige Interventionen (wie Medikamente oder Riechtraining) die Erholung foerdern und eine anhaltende Riechstoerung nach einer COVID-19-Infektion verhindern koennen.
In der einzigen eingeschlossenen Studie wurde ein intranasales Kortikosteroid-Spray mit keiner Intervention verglichen. Beide Gruppen erhielten zusaetzlich die Empfehlung, fuer die Dauer der Studie (drei Wochen) ein Riechtraining durchzufuehren.
| Aspekt | Kontrollgruppe (nur Riechtraining) | Interventionsgruppe (Kortikosteroid + Riechtraining) |
|---|---|---|
| Normale Riechfunktion (nach 3 Wochen) | 520 von 1000 (geschaetzt) | 619 von 1000 (geschaetzt) |
| Medianer Score (VAS 0-10) | 10 (IQR 5 bis 10) | 10 (IQR 9 bis 10) |
| Schwere Nebenwirkungen | Keine Daten verfuegbar | Keine Daten verfuegbar |
Anmerkung: Die Einschaetzung der Riechfunktion erfolgte selbstberichtet durch die Patienten mittels einer visuellen Analogskala (VAS), bei der 10 einer "komplett normalen Geruchsempfindung" entspricht.
Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualitaet (very low-certainty evidence) laesst sich derzeit nicht bestimmen, ob intranasale Kortikosteroide einen positiven oder negativen Effekt auf die Praevention einer persistierenden Riechstoerung haben.
Was bleibt gleich?
Da dies die erste Version des Reviews ist, stellt sie die aktuelle Baseline dar. Es bleibt weiterhin unklar, ob eine medikamentoese Fruehintervention den Uebergang in eine chronische Riechstoerung verhindern kann. Der Review ist als "Living Systematic Review" angelegt und wird regelmaessig aktualisiert, sobald neue Studiendaten verfuegbar sind.
Praxis-Tipp
Aufgrund der unzureichenden Evidenzlage kann derzeit keine routinemaessige Empfehlung fuer intranasale Kortikosteroide zur Praevention von persistierenden Post-COVID-Riechstoerungen ausgesprochen werden.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von Cochrane. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen→
Jetzt auf ClariMed suchen:
Post-COVID Riechstoerung Cochrane