Cochrane Review (2020): Verhaltensaktivierung bei Depressionen und NCDs
Wichtigste Änderungen
- Die Evidenz reicht laut Quelle nicht aus, um endgültige Schlüsse zur Wirksamkeit der Verhaltensaktivierung bei NCDs zu ziehen.
- Kurzfristig zeigt sich eine potenziell höhere Remissionsrate (RR 1.53) im Vergleich zu Kontrollgruppen.
- Es gibt keine Belege für Unterschiede bei der Behandlungsakzeptanz (Studienabbrüche).
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 evaluiert die Verhaltensaktivierung zur Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen mit nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und chronischen Atemwegserkrankungen.
Was hat sich geaendert?
Basierend auf der aktuellen Quellenlage werden folgende Kernaussagen zur Verhaltensaktivierung bei NCDs getroffen:
- Evidenzlage: Die Evidenz ist laut Quelle nicht ausreichend, um endgültige Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit und Akzeptanz der Verhaltensaktivierung in dieser Population zu ziehen.
- Kurzfristige Wirksamkeit: Die Behandlungswirksamkeit (Remission) ist kurzfristig höher als bei Vergleichsgruppen (RR 1.53; niedrige Vertrauenswürdigkeit).
- Mittelfristige Wirksamkeit: Auch mittelfristig zeigt sich ein Effekt (RR 1.76; moderate Vertrauenswürdigkeit), der jedoch langfristig abnimmt.
- Symptomatik und Lebensqualität: Es gibt keine Belege für Unterschiede bei Depressionssymptomen, Lebensqualität, körperlicher Funktionsfähigkeit oder Angstsymptomen.
Neue Empfehlungen im Detail
Die Auswertung basiert auf zwei randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 181 Teilnehmern (Schlaganfall- und Brustkrebspatienten). Die Intervention bestand jeweils aus acht Wochen persönlicher Verhaltenstherapie.
| Aspekt | Ergebnisse der Intervention |
|---|---|
| Behandlungsakzeptanz | Keine Evidenz für Unterschiede bei Studienabbrüchen (kurzfristig: RR 1.81; mittelfristig: RR 0.88). |
| Depressionssymptome | Kein Unterschied zwischen Verhaltensaktivierung und Vergleichsgruppen (MD -1.15). |
| Unerwünschte Ereignisse | In den eingeschlossenen Studien wurden keine Daten zu Nebenwirkungen berichtet. |
Die Autoren weisen darauf hin, dass zukünftige Studien auch Personen mit unterschwelligen Depressionen oder Symptomen ohne formale Diagnose einschließen sollten.
Was bleibt gleich?
Die grundlegende Herausforderung bei der Behandlung von Depressionen bei NCD-Patienten besteht weiterhin. Die Verhaltensaktivierung wird in der allgemeinen Population als Behandlungsoption eingesetzt, für die spezifische Gruppe der NCD-Patienten bedarf es jedoch weiterer Forschung, insbesondere auch in ressourcenarmen Umgebungen.
Praxis-Tipp
Aufgrund der limitierten Evidenz sollte der Einsatz der Verhaltensaktivierung bei NCD-Patienten individuell abgewogen werden, da belastbare Daten zur Überlegenheit gegenüber anderen Standardtherapien fehlen.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von Cochrane. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen→
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