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Cochrane Review 2020: Absetzen von Blutdrucksenkern bei Älteren

CochraneKardiologie27. Juli 2026
KI-generierte Zusammenfassung|Basiert auf Cochrane Leitlinie|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Wichtigste Änderungen

  • Kein signifikanter Effekt auf Gesamtmortalität, Herzinfarkte oder Schlaganfälle beim Absetzen im Vergleich zur Fortführung.
  • Leichter Anstieg des Blutdrucks nach dem Absetzen (systolisch +9,75 mmHg, diastolisch +3,5 mmHg).
  • Zwischen 10,5 % und 33,3 % der Patienten müssen die Therapie aufgrund eines Blutdruckanstiegs wieder aufnehmen.
  • Keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse durch das Absetzen; Nebenwirkungen könnten sich zurückbilden.

Der aktuelle Cochrane-Review (2020) untersucht als Erstveröffentlichung die Machbarkeit und Sicherheit des Absetzens von blutdrucksenkenden Medikamenten bei älteren Menschen (ab 50 Jahren). Der Fokus liegt auf Patienten, die Antihypertensiva zur Behandlung von Bluthochdruck oder zur Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnehmen.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

Da es sich um eine Erstbewertung handelt, liegt der Fokus auf den neuen klinischen Erkenntnissen zum Deprescribing:

  • Kein erhöhtes Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse: Weder die Gesamtmortalität noch Herzinfarkte oder Schlaganfälle traten beim Absetzen signifikant häufiger auf als bei der Fortführung der Therapie.
  • Leichter Blutdruckanstieg: Der systolische Wert stieg im Schnitt um 9,75 mmHg, der diastolische um 3,5 mmHg.
  • Wiederaufnahme der Therapie oft nötig: 10,5 % bis 33,3 % der Patienten mussten die Medikation aufgrund von Blutdruckanstiegen oder anderen klinischen Kriterien wieder ansetzen.

Neue Empfehlungen im Detail

Die systematische Übersichtsarbeit schloss sechs randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 1.073 Teilnehmern ein. Untersucht wurde das vollständige Absetzen (teils nach vorheriger Dosisreduktion) im Vergleich zur Fortführung der Medikation.

Die Evidenzqualität wurde insgesamt als niedrig bis sehr niedrig eingestuft, was vor allem an kleinen Studienpopulationen und niedrigen Ereignisraten lag. Dennoch liefert der Review wichtige Orientierungspunkte für die Praxis:

AspektFortführung (Kontrollgruppe)Absetzen (Interventionsgruppe)
Gesamtmortalität19 pro 1.00040 pro 1.000 (nicht signifikant erhöht, Evidenz geringer Qualität)
Herzinfarkt5 pro 1.0009 pro 1.000 (nicht signifikant erhöht, Evidenz sehr geringer Qualität)
BlutdruckveränderungReferenzSystolisch +9,75 mmHg / Diastolisch +3,5 mmHg
Therapie-Neustart nötig9 - 15 %10,5 - 33,3 %

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW): Das Absetzen der Medikamente schien das Risiko für unerwünschte Ereignisse nicht zu erhöhen. Es gab zudem Hinweise darauf, dass sich bestehende Nebenwirkungen (wie z.B. Knöchelödeme oder Elektrolytverschiebungen) durch das Absetzen zurückbilden können. Daten zu Stürzen wurden in den eingeschlossenen Studien leider nicht erfasst.

Was bleibt gleich?

Das Absetzen von Antihypertensiva sollte niemals abrupt und ohne ärztliche Rücksprache erfolgen. Die gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) mit dem Patienten, die Definition individueller Therapieziele (z.B. Reduktion der Tablettenlast oder Nebenwirkungen) sowie ein engmaschiges Monitoring des Blutdrucks bleiben die zentralen Säulen der klinischen Praxis. Bei einem relevanten Blutdruckanstieg muss die Therapie zeitnah wieder aufgenommen werden.

💡

Praxis-Tipp

Das Absetzen von Blutdrucksenkern kann bei älteren Patienten erwogen werden, erfordert jedoch ein engmaschiges Monitoring. Bei etwa jedem dritten Patienten muss die Therapie aufgrund eines Blutdruckanstiegs wieder aufgenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review gibt es keine Hinweise auf ein signifikant erhöhtes Risiko für Mortalität, Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Die Evidenz ist jedoch von geringer Qualität.
Im Durchschnitt steigt der systolische Blutdruck um etwa 9,75 mmHg und der diastolische um 3,5 mmHg an.
Zwischen 10,5 % und 33,3 % der Patienten in den Studien mussten die Therapie aufgrund eines Blutdruckanstiegs oder anderer klinischer Kriterien wieder aufnehmen.
Es gibt Hinweise darauf, dass sich unerwünschte Arzneimittelwirkungen (wie z.B. Knöchelödeme) zurückbilden können, die Datenlage hierzu ist jedoch sehr begrenzt.

KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von Cochrane. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen