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WHO2022

Unani-Medizin Praxis: WHO-Leitlinie (2022)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Unani-Medizin basiert auf dem Gleichgewicht der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle).
  • Die klinische Praxis wird in eine Grundstufe (Basic) und eine Fortgeschrittenenstufe (Advanced) unterteilt.
  • Regimenale Therapien (Tadabir) wie Schröpfen (Hijama) oder Kauterisation (Kayy) erfordern strenge Indikationsstellungen.
  • Invasive und stark belastende Verfahren sind bei Kindern, Schwangeren und älteren Patienten grundsätzlich kontraindiziert.
  • Ein striktes Qualitäts- und Sicherheitsmanagement inklusive Infektionsschutz und Pharmakovigilanz ist obligatorisch.
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Hintergrund

Die Unani-Medizin (auch als griechisch-arabische Medizin bekannt) basiert auf den philosophischen Prinzipien von Hippokrates und dem Konzept der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle). Ein Gleichgewicht dieser Säfte bedeutet Gesundheit, während ein Ungleichgewicht zu Krankheit führt. Die Behandlung umfasst Diätetik, regimenale Therapien (Tadabir), Pharmakotherapie und Chirurgie.

Praxisstufen der Unani-Medizin

Die WHO unterteilt die Praxis in zwei Versorgungsstufen, die an entsprechende Qualifikationen gebunden sind:

StufeLeistungsumfangInfrastruktur
Grundstufe (Basic)Konsultation, Apothekenausgabe, grundlegende regimenale TherapienBasis-Infrastruktur, Untersuchungsliege, grundlegende Instrumente
Fortgeschrittenenstufe (Advanced)Alle Basis-Leistungen plus erweiterte Diagnostik, stationäre Aufnahme, komplexe ChirurgieLabor, Stationäre Einrichtungen, OP-Ausstattung

Regimenale Therapien (Tadabir) und Kontraindikationen

Regimenale Therapien werden meist in Kombination mit anderen Behandlungsformen eingesetzt. Invasive und belastende Verfahren sind bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen grundsätzlich kontraindiziert oder nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden.

Spezifische Verfahren und Kontraindikationen

VerfahrenBeschreibungWichtige Kontraindikationen
Schröpfen (Hijama)Erzeugung eines Vakuums (trocken/blutig) zur AusleitungAlter < 12 Jahre, Schwangerschaft, Blutungsneigung, Antikoagulantien, maligne Hypertonie
Kauterisation (Kayy)Anwendung von Hitze (Metall) oder ChemikalienKinder, Ältere, Schwangerschaft, schwere Anämie, akute Erkrankungen
Einlauf (Huqna)Flüssigkeitsgabe rektal zur Ausleitung oder ErnährungDivertikulitis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, rektale/kolonale Tumore
Diurese (Idrar-i-bawl)Steigerung der UrinausscheidungHypotonie, schwere Nierenparenchymerkrankungen, Dehydration

Patientensicherheit und Risikomanagement

Die Sicherheit in der Unani-Praxis erfordert die Einhaltung strenger Standards:

  • Infektionsprävention: Strikte Händehygiene, Sterilisation von Instrumenten (Autoklavierung) und Verwendung von Einwegmaterialien (z.B. bei blutigem Schröpfen).
  • Pharmakovigilanz: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen müssen erkannt, behandelt und an die zuständigen Behörden gemeldet werden.
  • Notfallmanagement: Das Personal muss in Basic Life Support (BLS) und der primären Versorgung von Verbrennungen geschult sein.
  • Einverständniserklärung: Vor jeder Intervention muss ein informierter Konsens (Informed Consent) des Patienten eingeholt werden.

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie vor invasiven regimenalen Therapien wie dem blutigen Schröpfen (Hijama) stets die Gerinnungsparameter und schließen Sie Infektionen (Hepatitis B/C, HIV) aus. Verwenden Sie bei invasiven Eingriffen ausschließlich Einwegklingen.

Häufig gestellte Fragen

Die vier Körpersäfte sind Blut (dam), Schleim (balgham), gelbe Galle (safra) und schwarze Galle (sawda).
Laut WHO-Leitlinie ist das Schröpfen bei Kindern unter 12 Jahren kontraindiziert.
Nein, invasive und stark belastende Verfahren wie Purgation, Erbrechen oder Kauterisation sind bei Schwangeren kontraindiziert.
Einläufe sind kontraindiziert bei Divertikulitis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn sowie Tumoren des Rektums oder Kolons.

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