StatPearls2026

Vitamin-K-Mangel-Blutung (VKDB): Prophylaxe & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die hämorrhagische Krankheit des Neugeborenen (Vitamin-K-Mangelblutung oder VKDB) ist eine lebensbedrohliche Gerinnungsstörung, die in den ersten Lebenswochen auftritt. Sie entsteht durch unzureichende Vitamin-K-Spiegel, welche für die Gamma-Carboxylierung und damit die Aktivierung der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X essenziell sind.

Neugeborene weisen von Natur aus minimale Vitamin-K-Reserven auf. Dies liegt an einem unzureichenden plazentaren Transfer und einem sterilen Darm, der noch kein eigenes Vitamin K synthetisieren kann. Zudem enthält Muttermilch nur geringe Mengen an Vitamin K.

Neben diesen idiopathischen Ursachen kann der Mangel auch sekundär bedingt sein. Dazu zählen die mütterliche Einnahme bestimmter Medikamente (wie Antiepileptika oder Tuberkulostatika) sowie Malabsorptionserkrankungen des Säuglings, wie Mukoviszidose oder Gallengangsatresie.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur hämorrhagischen Krankheit des Neugeborenen:

Klassifikation

Die Erkrankung wird anhand des Manifestationsalters in drei Gruppen unterteilt:

TypManifestationsalterBesonderheiten
Früh (Early)Innerhalb der ersten 24 StundenKann auch in-utero oder während der Geburt auftreten
Klassisch (Classical)Tag 2 bis 7Keine spezifischen Besonderheiten
Spät (Late)Tag 8 bis 6-12 MonateHäufig mit intrakraniellen Blutungen assoziiert

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Vitamin-K-Mangelblutung wird eine ausführliche Anamnese bezüglich mütterlicher Medikamente, Gestationsalter und Ernährungsform empfohlen. Zur laborchemischen Evaluation werden folgende Untersuchungen herangezogen:

  • Komplettes Blutbild zur Überprüfung der Thrombozytenzahl

  • Gerinnungsprofil (Bestimmung von INR, PT, PTT und Fibrinogen)

  • Bestimmung von PIVKA (Protein induced by vitamin K antagonist)

Bei Verdacht auf innere Blutungen wird eine bildgebende Diagnostik empfohlen. Dies umfasst Röntgen-Thorax oder Ultraschall für intrathorakale und intraabdominelle Blutungen sowie CT oder MRT bei Verdacht auf intrakranielle Blutungen.

Therapie und Management

Bei lebensbedrohlichen Blutungen wird die sofortige Gabe von gefrorenem Frischplasma (FFP) und gegebenenfalls Bluttransfusionen empfohlen.

Intrakranielle Blutungen, die häufig bei der späten Form auftreten, erfordern laut Leitlinie unter Umständen eine chirurgische Evakuierung oder eine Shunt-Anlage zur Druckentlastung.

Es wird betont, dass gestillte Säuglinge mit Diarrhö und Malabsorption eine zusätzliche postnatale Vitamin-K-Dosis benötigen, um späte Blutungen zu verhindern.

Dosierung

Indikation / PatientengruppeMedikamentDosierung
Prophylaxe (innerhalb 1 Stunde nach Geburt)Vitamin K1 (intramuskulär)1 mg als Einzeldosis
Therapie: Frühe und klassische FormVitamin K1 (oral)2 mg (Wiederholung nach 2-4 und 6-8 Wochen)
Therapie: Späte Form (Körpergewicht < 1500 g)Vitamin K1 (intramuskulär)0,5 mg als Einzeldosis
Therapie: Späte Form (Körpergewicht > 1500 g)Vitamin K1 (intramuskulär)1 mg als Einzeldosis
Lebensbedrohliche BlutungenGefrorenes Frischplasma (FFP)10-20 ml/kg

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Verwendung von Vitamin K3 (Menadion). In höheren Dosen wird dieses synthetische, wasserlösliche Derivat mit Kernikterus, hämolytischer Anämie und Hyperbilirubinämie in Verbindung gebracht.

Für das heute verwendete, natürlich vorkommende Vitamin K1 sind hingegen keine Toxizitäten oder Nebenwirkungen bekannt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein normaler Thrombozytenwert schließt eine hämorrhagische Krankheit des Neugeborenen nicht aus, da die Thrombozyten bei dieser Erkrankung typischerweise im Normbereich liegen. Zudem wird betont, dass ausschließlich gestillte Säuglinge ein deutlich höheres Risiko für späte Blutungen aufweisen, da Muttermilch besonders arm an Vitamin K ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie haben Neugeborene geringe Vitamin-K-Speicher aufgrund eines unzureichenden plazentaren Transfers. Zudem können sie wegen eines sterilen Darms noch kein eigenes Vitamin K synthetisieren.

Die Einnahme von Antiepileptika (wie Phenytoin), Tuberkulostatika (wie Isoniazid und Rifampicin) oder Vitamin-K-Antagonisten (wie Warfarin) während der Schwangerschaft erhöht das Risiko. Es wird eine genaue Anamnese dieser Medikamente empfohlen.

Bei der hämorrhagischen Krankheit des Neugeborenen (VKDB) ist die Thrombozytenzahl in der Regel normal. Bei einer Immunthrombozytopenie ist die Thrombozytenzahl des Säuglings hingegen erniedrigt.

Typisch sind eine INR von 4 oder höher sowie eine deutlich verlängerte Prothrombinzeit (PT) und partielle Thromboplastinzeit (PTT). Der Fibrinogenspiegel bleibt dabei im Normbereich.

Die Leitlinie gibt an, dass orales Vitamin K bei der späten Form der Erkrankung nicht so wirksam ist wie die parenterale Gabe. Daher wird in diesen Fällen eine intramuskuläre Injektion empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Hemorrhagic Disease of Newborn (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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