StatPearls2026

Triphasische Wellen (EEG): Ursachen und NCSE-Abgrenzung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Triphasic Waves (dreiphasige Wellen) sind abnormale EEG-Muster, die bei Bewusstseinsstörungen auftreten. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt sie als unspezifische, hochamplitudige und scharf konturierte Wellen.

Ursprünglich wurden sie als pathognomonisch für die hepatische Enzephalopathie angesehen. Heute ist laut Leitlinie bekannt, dass sie bei diversen metabolischen Enzephalopathien sowie strukturellen Hirnläsionen vorkommen.

Sie werden als Untergruppe der generalisierten periodischen Entladungen (GPDs) klassifiziert. Die Leitlinie vermutet als pathophysiologische Ursache eine Störung der thalamokortikalen Weiterleitung.

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EEG-Charakteristika

Die Leitlinie definiert typische Triphasic Waves durch eine Frequenz von 0,5 bis 2 Hertz. Sie weisen drei Phasen auf, wobei die zweite Phase positiv ist und die höchste Amplitude (über 70 Mikrovolt) besitzt.

Es wird eine diffuse Ausbreitung mit bifrontaler und zentraler Dominanz sowie einer fronto-okzipitalen Verzögerung beschrieben. Zur Abgrenzung von epileptiformen Mustern beschreibt die Leitlinie folgende Unterschiede:

MerkmalTypische Triphasic WavesAtypische (epileptiforme) Wellen
LokalisationFronto-zentrale DominanzBifrontal, parietal oder temporal
KonturEher stumpfe KonturSchärfere Kontur
DauerCa. 300 MillisekundenUnter 200 Millisekunden
ReagibilitätVeränderung durch externe StimuliOft fehlend

Ätiologie

Als häufigste Ursache nennt die Leitlinie metabolische oder toxische Enzephalopathien. Zu den Auslösern gehören unter anderem:

  • Nieren- und Leberfunktionsstörungen (Azotämie, hepatische Enzephalopathie)

  • Elektrolytentgleisungen (Hyper- und Hyponatriämie, Hyperkalzämie)

  • Medikamententoxizität (Lithium, Cefepim, Pregabalin)

  • Endokrine Störungen (Hyper- und Hypothyreose, Hypoglykämie)

Zudem können strukturelle Läsionen wie Hirnabszesse, Schlaganfälle, Tumore oder neurodegenerative Erkrankungen ursächlich sein. Bei diesen Patienten fehlt laut Leitlinie meist der typische Asterixis-Tremor.

Diagnostisches Vorgehen

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Abgrenzung zu einem nicht-konvulsiven Status epilepticus (NCSE). Zur Differenzierung wird die Gabe von Benzodiazepinen oder nicht-sedierenden Antiepileptika empfohlen.

Bei fehlendem Nachweis einer metabolischen Enzephalopathie wird eine kraniale Magnetresonanztomographie (MRT) empfohlen. Dies dient dem Ausschluss struktureller Läsionen.

Zusätzlich wird eine umfassende Labordiagnostik empfohlen:

  • Blutbild und Stoffwechselparameter (Nieren- und Leberwerte, Elektrolyte)

  • Toxikologisches Screening

  • Bestimmung von Medikamentenspiegeln (insbesondere Antiepileptika und Antipsychotika)

Ein Langzeit-Video-EEG wird laut Leitlinie besonders bei atypischen Wellenformen oder bei Verdacht auf einen NCSE empfohlen.

Therapie und Prognose

Die Triphasic Waves selbst erfordern gemäß Leitlinie keine direkte Behandlung. Die Therapie richtet sich ausschließlich nach der zugrunde liegenden Ätiologie.

Bei einer hepatischen Enzephalopathie wird beispielsweise die Gabe von Laktulose zur Ammoniaksekretion empfohlen.

Prognostisch wird ein fehlendes Ansprechen des EEG-Musters auf Stimuli (fehlende Reagibilität) mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Patienten mit reversiblen metabolischen Ursachen haben laut Leitlinie eine bessere Prognose als solche mit strukturellen Hirnläsionen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein fehlender Asterixis-Tremor bei Patienten mit Triphasic Waves im EEG sollte laut Leitlinie immer an eine strukturelle Hirnläsion denken lassen. In diesen Fällen wird eine zeitnahe kraniale Bildgebung (MRT) empfohlen, da die Ursache wahrscheinlich nicht rein metabolischer Natur ist. Zudem wird davor gewarnt, Triphasic Waves vorschnell mit einem nicht-konvulsiven Status epilepticus (NCSE) zu verwechseln.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie bestehen sie aus drei Phasen mit einer Dauer von 300 bis 600 Millisekunden. Die zweite Phase ist positiv und weist die höchste Amplitude von über 70 Mikrovolt auf.

Nein, die Leitlinie stellt klar, dass sie nicht pathognomonisch für eine hepatische Enzephalopathie sind. Sie treten bei diversen metabolischen Störungen auf und sind bei renalen Ursachen sogar häufiger.

Die Leitlinie empfiehlt zur Differenzierung die probatorische Gabe von Benzodiazepinen oder nicht-sedierenden Antiepileptika. Zudem weisen typische Triphasic Waves eine Reagibilität auf externe Stimuli auf.

Als toxische Auslöser nennt die Leitlinie unter anderem Lithium, Cefepim, Pregabalin und Überdosierungen von Naproxen. Auch ein Serotoninsyndrom kann ursächlich sein.

Ein fehlendes Ansprechen der Triphasic Waves auf externe Stimuli (wie Schmerzreize) ist laut Leitlinie mit einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert. Es deutet auf eine schwerwiegende Hirnschädigung hin.

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Quelle: StatPearls: EEG Triphasic Waves (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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