Volvulus: Diagnostik und Therapie laut StatPearls
Hintergrund
Ein Volvulus entsteht, wenn sich ein Darmabschnitt um sich selbst und sein versorgendes Mesenterium dreht. Dies führt zu einer Obstruktion und kann die Blutversorgung unterbrechen, was im Verlauf zu einer intestinalen Ischämie führt.
Bei Erwachsenen sind am häufigsten das Sigmoid und das Zäkum betroffen. Zu den Risikofaktoren zählen chronische Obstipation, eine ballaststoffreiche Ernährung sowie neuropsychiatrische Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose.
Wiederholte Torsionen führen zu einer chronischen Entzündung und Verkürzung des Mesenteriums. Unbehandelt kann die Erkrankung in eine Darmnekrose, Perforation und Peritonitis münden.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zu Diagnostik und Management:
Diagnostik
Als erste Untersuchung wird ein konventionelles Röntgenbild des Abdomens empfohlen. Beim Sigmoidvolvulus zeigen sich hierbei charakteristische Zeichen wie das "Kaffeebohnen"-Zeichen.
Ein Kontrasteinlauf kann das typische "Vogelschnabel"-Zeichen an der Torsionsstelle darstellen. Diese Untersuchung darf jedoch erst erfolgen, wenn eine Perforationsperitonitis sicher ausgeschlossen wurde.
Eine Computertomographie ist laut Text nicht routinemäßig indiziert. Sie kann jedoch beim Zäkumvolvulus eine Verlagerung der Appendix nach kranial sowie eine Dünn- und Dickdarmobstruktion zeigen.
Initiale Maßnahmen
Vor einer chirurgischen Intervention wird eine adäquate Volumentherapie und Reanimation empfohlen. Zudem sollte präoperativ eine kalkulierte Breitbandantibiose verabreicht werden.
Es wird angeraten, die Vitalparameter und die Urinausscheidung engmaschig zu überwachen. Eine Lagerung auf der linken Seite kann erwogen werden, um eine Kompression der Vena cava zu vermeiden.
Vergleich der Volvulus-Formen
| Eigenschaft | Sigmoidvolvulus | Zäkumvolvulus |
|---|---|---|
| Häufigste Gruppe | Ältere Männer, chronische Obstipation | Jüngere Frauen |
| Radiologisches Leitzeichen | Kaffeebohnen-Zeichen, Vogelschnabel-Zeichen | Verlagerte Appendix (im CT) |
| Initiale Therapie der Wahl | Sigmoidoskopische Dekompression | Primär chirurgisch (Hemikolektomie rechts) |
Therapie des Sigmoidvolvulus
Die initiale Therapie der Wahl ist die sigmoidoskopische Dekompression und Detorsion. Nach erfolgreicher Reduktion sollte ein Darmrohr belassen werden, um ein frühes Rezidiv zu verhindern.
Aufgrund einer hohen Rezidivrate wird im Anschluss eine Darmresektion innerhalb von zwei Tagen empfohlen. Bei Vorliegen einer Perforation wird die Anlage eines Hartmann-Stomas angeraten.
Therapie des Zäkumvolvulus
Eine endoskopische Dekompression weist beim Zäkumvolvulus eine geringe Erfolgsquote von nur etwa 20 Prozent auf. Daher wird primär ein chirurgisches Vorgehen empfohlen.
Als ideales Verfahren gilt die Hemikolektomie rechts. Bei kritisch kranken Personen, die nicht narkosefähig sind, kann als Überbrückung eine perkutane Zäkostomie erfolgen.
Kontraindikationen
Eine endoskopische Reduktion ist kontraindiziert, wenn der Verdacht auf eine Darmgangrän besteht. Warnzeichen hierfür sind Fieber, anhaltende Hämatochezie, Sepsiszeichen oder eine Perforationsperitonitis.
In diesen Fällen wird eine sofortige chirurgische Intervention empfohlen. Ebenso ist ein Kontrasteinlauf bei Verdacht auf eine Perforation streng kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Laut Text ist die alleinige endoskopische Dekompression eines Sigmoidvolvulus mit einer sehr hohen Rezidivrate von bis zu 60 Prozent verbunden. Es wird daher empfohlen, sich nicht auf dem initialen endoskopischen Erfolg auszuruhen, sondern innerhalb von zwei Tagen eine definitive chirurgische Resektion anzustreben.
Häufig gestellte Fragen
Im konventionellen Röntgenbild zeigt sich häufig das "Kaffeebohnen"-Zeichen. Im Kontrasteinlauf ist zudem ein "Vogelschnabel"-Zeichen an der Torsionsstelle charakteristisch.
Die Quelle empfiehlt als ersten Schritt eine sigmoidoskopische Dekompression und Detorsion. Anschließend wird ein Darmrohr belassen, um ein frühes Rezidiv zu verhindern.
Eine Notfalloperation wird empfohlen, wenn Anzeichen einer Darmgangrän, Sepsis oder Perforationsperitonitis vorliegen. In diesen Fällen ist eine endoskopische Reduktion streng kontraindiziert.
Da endoskopische Verfahren hier eine geringe Erfolgsquote haben, wird primär eine chirurgische Intervention empfohlen. Das ideale Verfahren ist laut Text die Hemikolektomie rechts.
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Quelle: StatPearls: Volvulus (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.