StatPearls2026

ST-Strecke im EKG: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die ST-Strecke im Elektrokardiogramm (EKG) repräsentiert den Bereich zwischen dem Ende der ventrikulären Depolarisation (QRS-Komplex) und dem Beginn der Repolarisation (T-Welle). Physiologisch entspricht sie der Plateauphase des ventrikulären Aktionspotenzials.

In dieser Phase bestehen normalerweise nur minimale Spannungsgradienten, weshalb die ST-Strecke isoelektrisch verläuft. Signifikante Änderungen dieser Gradienten, beispielsweise durch einen Verletzungsstrom bei akuter Ischämie, führen zu sichtbaren Abweichungen im EKG.

Der J-Punkt markiert den Übergang vom QRS-Komplex zur ST-Strecke und dient als Messpunkt für Hebungen oder Senkungen. Da dieser Punkt bei verschiedenen Pathologien diffus erscheinen kann, wird die ST-Strecke oft 60 Millisekunden nach dem J-Punkt beurteilt.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt folgende Kernaspekte bei der Beurteilung der ST-Strecke:

Referenzpunkt und Messung

Laut Text wird von den ACC/AHA-Richtlinien empfohlen, den PQ-Übergang (Ende der PR-Strecke) als Referenzpunkt für die Bestimmung von ST-Abweichungen zu verwenden. Die TP-Strecke wird nicht als primärer Referenzpunkt empfohlen, da sie bei Tachykardien fehlen kann.

Morphologische Beurteilung

Die Form der ST-Strecke liefert wichtige Hinweise zur Differenzierung zwischen benignen und pathologischen Ursachen:

  • Eine ST-Hebung mit aszendierendem (upsloping) Verlauf wird meist als normal eingestuft.

  • Eine horizontale ST-Hebung ist charakteristischer für eine myokardiale Ischämie.

  • Bei einer Linksherzhypertrophie (LVH) zeigt sich oft eine konkave ST-Hebung, während ein akuter Myokardinfarkt eher eine konvexe Morphologie aufweist.

  • Eine rasch deszendierende ST-Hebung in den Ableitungen V1 und V2 ist typischerweise benigne.

Ursachen für ST-Hebungen

Der Text nennt drei häufige Hauptursachen für ST-Hebungen, die differenzialdiagnostisch bedacht werden sollten:

  • Normvarianten wie die frühe Repolarisation (oft mit J-Punkt-Hebung und aszendierender ST-Strecke).

  • Verletzungsströme durch akute Ischämie oder ventrikuläre Dyskinesien.

  • Verletzungsströme infolge einer Perikarditis.

Diagnostische Grenzwerte

Die Beurteilung einer signifikanten ST-Abweichung hängt von Alter, Geschlecht und Ableitung ab. Die Quelle definiert folgende Schwellenwerte für den J-Punkt:

AbweichungAbleitungenPatientengruppeSchwellenwert
ST-HebungV2-V3Männer < 40 Jahre≥ 0,25 mV
ST-HebungV2-V3Männer ≥ 40 Jahre≥ 0,20 mV
ST-HebungV2-V3Frauen (alle Altersgruppen)≥ 0,15 mV
ST-HebungAlle anderen StandardableitungenAlle Erwachsenen≥ 0,10 mV
ST-SenkungV2-V3Alle Erwachsenen≤ -0,05 mV
ST-SenkungAlle anderen StandardableitungenAlle Erwachsenen≤ -0,10 mV
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💡Praxis-Tipp

Eine Linksherzhypertrophie (LVH) kann tiefe S-Zacken und ausgeprägte ST-Hebungen in den rechtspräkordialen Ableitungen verursachen, was leicht als akuter Myokardinfarkt fehldiagnostiziert wird. Es wird darauf hingewiesen, dass die ST-Hebung bei einer reinen LVH meist konkav verläuft, während eine konvexe Form auf einen begleitenden Infarkt hindeutet. Jede ST-Hebung mit klinischen Ischämiezeichen sollte jedoch bis zum Beweis des Gegenteils als pathologisch behandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls-Text empfehlen die ACC/AHA-Richtlinien den PQ-Übergang (das Ende der PR-Strecke) als Referenzpunkt. Die TP-Strecke ist weniger geeignet, da sie bei einer Sinustachykardie durch die Überlagerung von P- und T-Welle fehlen kann.

Bei Männern unter 40 Jahren wird eine ST-Hebung in den Ableitungen V2 und V3 ab einem Schwellenwert von 0,25 mV als signifikant betrachtet. In allen anderen Standardableitungen liegt der Grenzwert bei 0,10 mV.

Die Quelle beschreibt, dass eine Linksherzhypertrophie (LVH) typischerweise eine konkave ST-Hebung verursacht. Ein akuter Myokardinfarkt zeigt hingegen meist eine konvexe Morphologie der ST-Strecke.

Eine myokardiale Ischämie präsentiert sich im EKG häufig durch eine ST-Senkung in Kombination mit einer symmetrischen T-Wellen-Inversion. Eine horizontale ST-Hebung ist ebenfalls ein starker Hinweis auf eine Ischämie.

Eine J-Punkt-Senkung gilt in den Ableitungen V2 und V3 ab -0,05 mV als signifikant. In allen anderen Ableitungen liegt der Schwellenwert für eine relevante ST-Senkung bei -0,10 mV.

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Quelle: StatPearls: ST Segment (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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