Sellick-Manöver (Krikoiddruck): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt das Sellick-Manöver, auch bekannt als Krikoiddruck. Es handelt sich um eine Technik, die im Rahmen der Rapid Sequence Intubation (RSI) angewendet wird, um die Aspiration von Mageninhalt zu verhindern.
Der Krikoiddruck zielt darauf ab, den postkrikoidalen Hypopharynx durch posteriore Kompression zu verschließen. Historisch wurde angenommen, dass die Speiseröhre komprimiert wird, moderne Bildgebung identifiziert jedoch den Hypopharynx als eigentliches Ziel.
Die Evidenz für die Wirksamkeit ist laut Leitlinie uneindeutig. Dennoch wird das Manöver weiterhin für bestimmte Hochrisikogruppen empfohlen, insbesondere in der Geburtshilfe.
Empfehlungen
Indikationen
Laut Leitlinie wird der Krikoiddruck bei Personen mit erhöhtem Aspirationsrisiko empfohlen.
Dazu gehören folgende Zustände:
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Kürzliche Nahrungsaufnahme oder Erbrechen
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Schwangerschaft (Geburtshilfe)
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Gastroparese oder Hiatushernie
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Erhöhter intraabdomineller Druck
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Intoxikation oder eingeschränkte neurologische Reflexe
Vorbereitung und Personal
Es wird der Einsatz von mindestens zwei Behandlern empfohlen, da eine Person intubiert und die andere den Krikoiddruck ausübt.
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines regelmäßigen, praktischen Trainings (z. B. am Simulator), da theoretische Unterweisung allein als unzureichend gilt.
Durchführung
Gemäß Leitlinie wird der Krikoidring anhand des Schildknorpels und der Membrana cricothyroidea palpiert.
Der Druck wird mit Daumen und Zeigefinger auf den Krikoidring ausgeübt.
Es wird empfohlen, den Druck kontinuierlich aufrechtzuerhalten, bis der Endotrachealtubus korrekt platziert und der Cuff geblockt ist.
Zielwerte für den Krikoiddruck
Die Leitlinie nennt spezifische Zielwerte für den anzuwendenden Druck in Abhängigkeit vom Bewusstseinszustand und der Position:
| Patientenzustand / Position | Empfohlener Druck |
|---|---|
| Wachzustand (bis Einleitung abgeschlossen) | 10 N (ca. 1 kg) |
| Bewusstlosigkeit | 30 N (ca. 3 kg) |
| Oberkörperhochlage (Head-up) | 20 N |
| Pädiatrische Anwendung | Reduzierter Druck |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für das Sellick-Manöver:
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Aktives Erbrechen: Gilt als Kontraindikation aufgrund der Gefahr einer Ösophagusruptur.
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Halswirbelsäulenverletzungen: Stellen eine relative Kontraindikation dar, da der nach posterior gerichtete Druck die Verletzung verschlimmern kann.
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Schlechte laryngeale Sicht: Es wird empfohlen, den Krikoiddruck zu lösen, wenn die Sicht bei der Einlage einer supraglottischen Atemwegshilfe unzureichend ist.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die inkorrekte anatomische Identifikation des Krikoidknorpels sowie die Anwendung eines falschen Drucks. Die Leitlinie weist darauf hin, dass der Krikoiddruck bei aktivem Erbrechen sofort gelöst werden muss, um eine potenziell lebensbedrohliche Ösophagusruptur zu vermeiden. Zudem wird vor einer Verwechslung mit dem BURP-Manöver gewarnt, welches lediglich der besseren Visualisierung der Glottis dient.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden bei wachen Personen zunächst 10 Newton (ca. 1 kg) angewendet. Sobald die Bewusstlosigkeit eintritt, wird der Druck auf 30 Newton (ca. 3 kg) erhöht.
Es wird empfohlen, den Druck kontinuierlich aufrechtzuerhalten, bis der Endotrachealtubus sicher platziert ist. Zudem muss der Cuff des Tubus vollständig geblockt sein, bevor der Druck gelöst wird.
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Anwendung bei aktivem Erbrechen. In diesem Fall besteht ein hohes Risiko für eine Ösophagusruptur, da das Erbrochene gegen den verschlossenen Krikopharyngeus gepresst wird.
Es wird eine zweite, speziell geschulte Person benötigt, die nicht gleichzeitig die Intubation durchführt. Die Leitlinie betont, dass regelmäßiges praktisches Training für diese Aufgabe unerlässlich ist.
Bei pädiatrischen Anwendungen wird ein reduzierter Druck empfohlen. Dies wird in der Leitlinie mit der höheren Verformbarkeit der weichen anatomischen Strukturen bei Kindern begründet.
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Quelle: StatPearls: Sellick Maneuver (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.